Meine Lieblingsorte in Budapest – Top 9 To Do

Budapest ist eine der schönsten Städte innerhalb Europas, geprägt durch viele kulturelle Einflüsse diverser Besatzungsmächte wie Österreicher, Türken und Deutschen. All diese Einflüsse finden sich in der reichhaltigen Architektur und gerade das lässt die Stadt im prachtvollen Glanz erstrahlen.

Ich selbst verbinde mit Budapest vor allem Kindheitserinnerungen. Erinnerungen aus einer glücklicheren Zeit und unter anderem deswegen war ich seit 25 Jahren nicht mehr in Ungarn und seiner Hauptstadt. Ich habe lange mit mir gerungen, wieder dorthin zu fahren. Allein schon aus politischen Gründen. Doch als das Angebot kam, einen Film in Form eines kleinen Reiseführers über diese geliebte Stadt zu drehen, konnte ich mich nicht mehr wehren. Bereut habe ich es nicht, denn Budapest ist lebenswert und gleichzeitig noch eine der preiswerten Reiseziele in Europa. Zusätzlich hat es viele schöne Ecken zu bieten und von Partyszene, Kaffeehäusern bis Kultur ist für jeden etwas dabei. Ich zeige Dir mal meine Lieblingsorte.

1. Das ungarische Parlament – Parlamentsgebäude

Es ist eines der meist fotografierten Gebäude und Wahrzeichen in Budapest – das Parlamentsgebäude am Donauufer im Stadtteil Pest. Auf 268 m erstreckt es sich längs der Donau und orientierte sich architektonisch am britischen Parlamentsgebäude an der Themse in London. Fast 20 Jahre bauten die Ungarn an dem neogotischen Bau.

Budapester Parlament von Buda aus gesehen
Budapester Parlament von Buda aus gesehen

Heute steht das Gebäude am Kossuth tér relativ frei. Umgeben von Parks, parkähnlichen Anlagen und vielen Denkmälern, die mehr oder weniger umstritten sind. Dazu gesellt sich ein riesiger Flaggenmast, um den immer zwei Wachposten in einer Choreographie herumgehen. Im Wassergraben daneben spiegelt sich das Parlamentsgebäude und ist somit beliebtes Fotomotiv, an dem auch ich nicht vorbeigehen konnte. Ein beeindruckender nationalistischer Gegenpol zum monarchischen Burgpalast.

2. Die Schuhe am Donauufer

Gehst Du einige Meter weiter direkt am Donauufer vom Parlament in Richtung Kettenbrücke, so stolperst Du nach etwa 300 m über bald über ein 2005 errichtetes Denkmal, dass einem Gänsehaut bereitet. Die Schuhe am Donauufer. Etwa 60 Schuhpaare stehen hier für die Gräuel des Holocausts, die Deutsche und Ungarn auch in Budapest verübten. In den letzten beiden Kriegsjahren (1944/45) wurden am Donauufer etwa 2.600-3.600 Menschen jüdischen Glaubens erschossen und in die Leichen in die Donau gestoßen. So wirken die Schuhe, als wären diese Menschen gerade erst aus ihren Schuhen gekippt und die Schuhe wie übrig geblieben.

DIe Schuhe am Donauufer
DIe Schuhe am Donauufer

3. Budapests Altstadt, Burgberg, Fischerbastei und Matthiaskirche

Der für mich schönste Teil Budapests – die Altstadt und das Burgviertel auf dem Burgberg im Stadtteil Buda. Hier erlebst Du die Jahrhunderte alte Geschichte der ungarischen Hauptstadt in vollen Zügen. Allein zweimal soll dieser Teil der Stadt bereits vollständig zerstört und anschließend wieder aufgebaut worden sein. Im 13. Jahrhundert begann König Béla IV. mit dem Aufbau eines königlichen Palastes, heute steht hier der Burgpalast im Süden des Budabergs. In ihm befinden sich heute Museen, die Nationalgalerie sowie die Nationalbibiliothek. Hoch kommst Du, wenn Du magst, übrigens mit einer der ältesten Seilbahnen der Welt.

Burgpalast
Burgpalast

Schlenderst Du weiter Richtung Norden, kommst Du durch kleine Straßen mit farbigen Häusern – die Budapester Altstadt. Es ist der touristische Hotspot der Stadt. Hier finden sich viele, auch traditionelle Cafés, wie das Ruszwurm. Am Dreifaltigkeitsplatz, dem zentralen Platz des Burgviertels steht die beeindruckende Matthiaskirche, die im Stil an Wien und die Stephanskirche erinnert. Dahinter befindet sich direkt die Fischerbastei. Das Burgviertel ist übrigens Teil des UNESCO-Welterbes und von der Fischerbastei aus hast Du einen der besten Ausblicke über Pest auf der anderen Donauseite. Das ist den Eintritt locker Wert.

Matthiaskirche
Matthiaskirche

Ich selbst erinnere mich noch gut an meine Kindheit, als ich mit meinen Eltern hier war. Damals standen hier öfters noch Marktstände und das Kleid, welches ich zur Einschulung trug, stammte von hier. Eigentlich wollte meine Mutti ein blaues Kleid, erzählte sie mir vor Kurzem. Doch mir gefiel ein weißes, traditionell besticktes Kleid besser und auch die Verkäuferin bestärkte mich in meiner Wahl. Ich weiß nicht, ob das Kleid noch existiert, aber auf meinen Einschulungsbildern wird es noch lange überleben.

Fischerbastei
Fischerbastei

4. Die große Markthalle

Wenn schon Shopping, dann traditionell in der großen Markthalle von Budapest! Sie befindet sich unweit der Freiheitsbrücke in Pest. Hier kommen nicht nur Touristen her, sondern hier kaufen auch die Budapester frische Waren ein. Auf drei Etagen erstreckt sich die Markthalle, die allein aufgrund ihrer schieren Größe und Architektur ein Highlight ist. In der untersten Etage ist mittlerweile ein ALDI eingezogen, aber ansonsten gibt es hier viele Obst- und Gemüse-, Gewürz-, Fisch- und Fleischerstände, um auch traditionell ungarisch zu kochen.

Die große Markthalle in Budapest
Die große Markthalle in Budapest

5. Thermalbäder in Budapest – Géllert- und Rudas-Bad

Budapest ist nicht nur kulturell und architektonisch bedeutend. Die ungarische Hauptstadt ist auch das Mekka der Thermen-  und Badekultur. Es ist Europas größte Kurstadt und die einzige, die auch gleichzeitig Hauptstadt eines Landes ist. 21 Bäder gibt es über die Stadt verteilt, obwohl ein Großteil im Stadtteil Buda liegt. Hier haben die über 120 Quellen der Stadt auch ein einzigartiges Höhlensystem geschaffen (zu sehen auch im Hospital in the Rocks).

Das Géllert
Das Géllert

Das wohl berühmteste Bad liegt am Fuße des Géllertbades im Géllert-Hotel. Das Géllert-Bad gleicht einem Tempel. Kathedralenartig ist allein schon der Eingangsbereicht des im Jugendstil gehaltenen Gebäudes. Das Bad hat einem vom Hotel unabhängigen Eingang an der rechten Seite des Gebäudes. Achtung!, es herrscht Badekappenpflicht im Schwimmbecken. Bademäntel, Handtücher und auch Badekappen können aber gegen eine Gebühr im Bad ausgeliehen werden.

Die Eingangshalle des Géllert-Bads
Die Eingangshalle des Géllert-Bads

Früher war es nicht selten üblich, dass manche Thermalbäder nur Männern vorbehalten oder strickt nach Geschlechtern getrennt  waren. Im Rudas-Bad trafen sich gerne Journalisten und Politiker, denn bis zur Neueröffnung nach einem zweijährigen Umbau im Jahre 2006 war der Zutritt nur Männern erlaubt. Seitdem gibt es Damentage und Zeiten für gemischte Nutzung. Das Thermalbad des Rudas befindet sich übrigens noch fast immer im Originalzustand von vor über 450 Jahren, als es von den Türken erbaut wurde.

Rudas-Bad vom Wasser aus
Rudas-Bad vom Wasser aus

6. Das jüdische Viertel und die große Synagoge

Jüdisches Leben ist zurück in Budapest. Das jüdische Viertel in Pest ist eines der Hotspots, wenn es ums Nachtleben geht. Es wirkt oft eher alternativ. Hier findest Du Cafés, Street Art und Flohmärkte. In den angesagten Ruinenbars und Gärten (kért) wird moderne Küche präsentiert. Doch es gibt auch einfach nur hippe Bars und viel Livemusik zu entdecken. Meine Empfehlung: Humus essen gehen im Mazel Tov (am Besten nicht ohne Reservierung) oder in einen der vielen Hummusbars im Viertel.

Unterwegs im jüdischen Viertel
Unterwegs im jüdischen Viertel

Am Tag lohnt sich ein Ausflug in die große Synagoge in der Dohány-Straße. Sie ist eine liberal-konservative Synagoge und gilt als die größte ihrer Art in Europa. Hier herrscht reges Treiben, die Sicherheitskontrollen sind härter als am Flughafen und für Männer ist das Tragen einer (Papier-)Kippa Pflicht. Doch was für ein beeindruckendes Gebäude! Von außen könnte es auch fast eine Moschee sein. Der Stil erinnert mich stark an den Vorderen Orient (maurischer Stil) – wenn nicht die Davidsterne wären. An der Seite entdecke ich eine Tafel mit der Innschrift, dass hier das Geburtshaus von Theodor Herzl, dem Begründer des politische Zionismus und einer der Wegbereiter des Staates Israel, stand.

Die große Synagoge in der Dohany-Straße im maurischen Stil
Die große Synagoge in der Dohany-Straße

Im Garten der Synagoge befindet sich heute ein beeindruckend und zutiefst bedrückendes Denkmal, der Baum des Lebens (“Tree of Life”). Auf jedem Blatt des stilisierten Weidenbaums ist dabei ein Name oder eine Familie eingraviert, die den Nazis in Ungarn und Budapest zum Opfer fielen. Es sind über 30.000 Blätter…

Baum des Lebens-Denkmal im Raoul Wallenberg Park hinter der Synagoge
Baum des Lebens-Denkmal im Raoul Wallenberg Park hinter der Synagoge

7. St.-Stephans-Basilika

Die größte Kirche Budapests steht seit 1905 in Pest und ist die St-Stephans-Basilika. Vom Burgberg aus kannst Du sie schon gut sehen. Sie steht in der Verlängerung der Kettenbrücke. Von außen ist sie schon beeindruckend und erinnert mich in ihrer Bauweise ein wenig an St. Pauls in London. Im Inneren sollen übrigens 8.500 Menschen Platz finden. Auch sie gehört zum UNESCO-Welterbe der Stadt. Die St.-Stephans-Basilika beherbergt zahlreiche Kunstgegenstände, aber auch Reliquien wie die einbalsamierte rechte Hand des heiligen Königs Stephan I., nach dem sie benannt wurde.

Blick vom Burgberg auf Kettenbrücke und im Hintergrund St. Stephans-Basilika
Blick vom Burgberg auf Kettenbrücke und im Hintergrund St.-Stephans-Basilika

8. Kettenbrücke

A propos Kettenbrücke. Die wohl bekannteste, älteste und schönste Brücke, die Buda mit Pest verbindet. Beliebtes Fotomotiv und der direkte Weg von der St.-Stephans-Basilika zum Burgpalast. Ich selbst konnte mich ihrem Charme der Hängebrücke nicht entziehen und zog auch nachts noch mal los, um die Brücke zu fotografieren.

Kettenbrücke bei Nacht
Kettenbrücke bei Nacht

9. Haus der Fotografie und Robert Capa Center

Unweit der beliebten Einkaufsstraße Andrassy útca befindet sich das Haus der Fotografie, das Mai Manó Haus. Mai Manó war einst der k.u.k-Hoffotograf und hatte in diesem beeindruckenden Jugendstilhaus sein Tageslichtstudio eingerichtet. Allein das Haus ist ein Besuch wert. Stuckdecken, Jugendstilelemente überall, reichhaltig verzierte Buntglasfenster. Ich selbst hatte das Glück zusätzlich noch eine großartige Ausstellung von Elliott Erwitt über seinen Zyklus “In Ungarn” zu sehen.

Mai Manó Haus - Haus der Fotografie
Mai Manó Haus – Haus der Fotografie

Unweit des Mai Manó Hauses befindet sich in der gleichen Straße auch noch das Robert Capa Center. Der Weggefährte von Elliott Erwitt und Mitgründer der Fotoagentur Magnum war Ungar. Er galt als der Inbegriff des Kriegsreporters und schoss das berühmte Bild des fallenden Soldaten im Spanischen Bürgerkriegs (1936) sowie die Landung der alliierten Truppen in der Normandie am D-Day (1944). Eine Dauerausstellung zeigt die besten Fotos und Momente seines Lebens bis hin zu seinem wohl letzten Bild, kurz bevor er in Vietnam auf eine Mine tritt und stirbt. Darüber hinaus zeigt das Center immer eine kostenfreie Ausstellung eines modernen ungarischen Künstlers. Wer sich für Fotografie interessiert, sollte beide Häuser auf seine Budapest ToDo-Liste setzen.

im Robert Capa Center
im Robert Capa Center

Das ultimative Reiseguidevideo für Budapest

Mehr zu Budapest im Video für den Dortmunder Flughafen.

Warst Du schon mal in Budapest? Was sind Deine Lieblingsecken?
Freue mich auf Deine Kommentare. Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn gerne.

Diese und unzählige weitere Budapest-Fotos findest Du auf Flickr unter CC-Lizenz. Viel Spaß beim Durchsehen!

Im Auftrag des Dortmunder Flughafens und zur Erstellung des obigen Videos war ich in Budapest. Meine Meinung blieb davon unbeeindruckt. 

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund, Deutschland und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Sie bloggt auf Deutsch und über Reisen seit 2013.
2017 startete sie auch ein englisches Reiseblog.