Moco Museum Amsterdam. Ansicht der Villa von der Straße, Frontansicht und Eingang mit Ticketkontrolle.

Moco Museum x Robbie Williams, Amsterdam

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Das unabhängige Moco Museum in Amsterdam, welches sich seit 2016 moderner und zeitgenössischer Kunst in der niederländischen Hauptstadt widmet, bot Popstar Robbie Williams eine Bühne für seine erste Einzelausstellung. Vom 08. März bis 08. Juli 2024 sollte die Ausstellung “Pride and Self-Prejudice” in Amsterdam laufen. Diese wurde nun bis September verlängert. Seit 21. Juni bis zum 20. November 2024 ist seine zweite Ausstellung “Confessions of a Crowded Mind” im Moco Barcelona zu sehen. Ich habe mir im März die Ausstellung in Amsterdam angesehen und das Moco Museum zum ersten Mal besucht.

Das Moco Museum in Amsterdam war mir bis Anfang des Jahres unbekannt. Doch bereits seit 2016 ist das private und unabhängige Museum in der Villa Alsberg zu finden. Das Stadthaus liegt direkt am Museumsplein zwischen dem Rijksmuseum und dem Van Gogh Museum.

Zuerst als Privathaus 1904 entworfen, durchlief das Haus über die Jahrzehnte eine wandelvolle Geschichte – z.B. als Schule und Bürogebäude, bis das Moco es übernahm. Das Ziel: Moderne und kontemporäre (modern and contemporary) Kunst allen zugänglich zu machen.

Wir verschaffen der Stimme der Straße Gehör und vertrauen darauf, dass die Kunst als wunderbares Vehikel uns dabei hilft, genau dies zu erreichen.

Kim & Lionel Logchies, Gründer:innen des Moco Museums

Robbie Williams: “Pride and Self-Prejudice”

Robbie Williams, das Entfant Terrible meiner Generation, der Rebell und Boyband-Ikone aus England, hat Höhen und Tiefen in seiner langen Karriere hinter sich. Der frühe Ruhm mit Take That, der Ausstieg und Trennung von der Band, der sich erstmal nicht einstellende Erfolg als Solokünstler bis zum Durchbruch mit “Angels” und der darauf folgende Aufstieg zum Pop-Superstar: Häufig begleiteten ihn auch Drogen und Alkohol und führten immer wieder in Entzugskliniken.

Englische Wandtafel/Beschreibungstext zu "Pride and Self-Prejudice" von Robbie Williams im Moco Amsterdam.
“Pride and Self-Prejudice” – Robbie Williams

Ende der 1990er Jahre begann dabei seine Reise, seine Dämonen anzunehmen und sein Leben selbstreflektiert zu betrachten und dies mit Kunst ehrlich zu verarbeiten. Herausgekommen ist ein visuelles Tagebuch durch die Auf und Abs seiner psychischen Gesundheit (“mental health”), welches er seit ca. 2022 auch regelmäßig auf seinem Instagram-Account teilt.

Einige dieser ehrlichen und oft auch humoristischen Werke zeigt das Moco Museum Amsterdam jetzt bis September 2024 (verlängert!) im Erdgeschoss der schönen Villa Alsberg und ich muss gestehen, ich war positiv überrascht. Humorvolle Bilder, mit Wortwitz, abstrakt und tiefgründig, dazu Videoinstallationen und Möglichkeiten, sich auch selbst mit der eigenen Mental Health auseinanderzusetzen.

Besonders mochte ich das Bild von Blanche, einem Selbstbildnis seiner Angst, dem er diesen verrückt-schönen Namen gab. Wenn ich das Geld hätte, würde ich es kaufen. Mein absolutes Lieblingsmotiv, vor allem weil es schrullig und dadurch charmant ist.

Bild von Robbie Williams mit Blanche darauf - Text um Blanche herum: "Give your anxiety a silly name. Mine is called Blanche. This is Blanche." Moco Museum Amsterdam.
This is Blanche” (keine Originaltitel)

Oder auch das selbstironische “I was mentally ill before it was cool” passte gut zu meiner Vorstellung von Robbie Williams und Mental Health. In manchen Bildern, wie “When I became stable I bought a tshirt to celebrate”, erkannte ich mich auch wieder. Denn ich liebe Sprüche-Shirts, die zu meinen Stimmungen passen.

Neue Ausstellung im Moco Museum Barcelona

Leider ist das Moco Museum doch äußerst klein und somit ist diese Sonderausstellung auch relativ überschaubar gewesen und doch waren es mehr Bilder von Robbie Williams als gedacht.

“Opening my first ever solo art exhibition at Moco Museum Amsterdam was a pure joy. I’m so grateful for the response it received and feel humbled that my art has connected in some way with people from all over the world. I’m inspired to do more so I’m thrilled to unveil this new collection of my art at Moco Museum Barcelona, where I trust it will encourage people to accept themselves and express their truth.”

Robbie Williams

Vielleicht ist es ja in Barcelona etwas größer. Bei der zweiten Ausstellung unter dem Titel “Confessions of a Crowded Mind” stellt Robbie Williams 18 bisher ungezeigte Kunstwerke aus, mit denen er Menschen inspirieren will, ihre Ängste und Befürchtungen in Kreativität umzuwandeln. Bin gespannt, ob Barcelona auch mehr als 100.000 Besucher anziehen kann. Denn das ist aktuell die Bestmarke aus Amsterdam.

Dauerausstellungen im Moco Museum Amsterdam

Doch nicht nur für Robbie Williams lohnt sich ein Besuch im Moco Museum Amsterdam. Die alte Villa ist allein ein Blickfang. In den weiteren Etagen der Villa zeigt das Moco in Dauerausstellungen moderne und zeitgenössische Kunst.

Moderne Meister

Die Modernen Meister:innen haben zahllose Menschen inspiriert und Kunstliebhaber:innen auf der ganzen Welt verzücken. Zu ihnen zählen u.a. Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat, Keith Haring oder Yayoi Kusama. Meister:innen der Pop Art, denen das Moco Museum Amsterdam meist jeweils einen eigenen Raum widmet. Dabei wechseln die Werke immer wieder mal durch – je nach Leihgaben und eigenen Ankäufen.

Gerade diese Kunstwerke haben auf viele Menschen eine unmittelbare Wirkung und eignen sich perfekt, auch jüngere Menschen anzusprechen und ins Museum zu locken. Was augenscheinlich gut funktioniert. Vor allem an einem regnerischen Freitag im März war das Museum voller junger Leute.

Kunst ist für alle da.

Keith Haring

Zeitgenössische Meister im Moco Museum Amsterdam

Ikonen, wie Damien Hirst, Invader oder Marina Abramović und vielen aufstrebende Künstler:innen, wie Hayden Kays widmet das Moco Museum überwiegend die oberste Etage in der Villa Alsberg. Mein Highlight ist dabei ganz klar KAWS (Brian Donnelly). Ein Graffiti-Künstler, dermit seinen Figuren mit X-Augen Bekanntheit erlangte. Besonders seinen Pfadfinder-Snoopy hätte ich auch gerne. Kultig sind auch seine Sessel aus Elmos und anderen Stofftieren.

Dabei gibt es klar eine Tendenz zu Street Art-Künstler:innen wie ICY & SOT, iranische Straßenkünstler, Brüder und Aktivisten, deren Kunst sich ganz klar mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigt. Was ja auch wiederum gut zu Marina Abramović passt, die ihrerseits immer wieder kontroverse Themen aufgreift. Besonders gut hat mir die Skulptur “Untitled_Sexy Roboter Typ II floating” von Hajime Sorayama aus Japan gefallen, die mich sehr an Fritz Langs “Metropolis” erinnert.

I believe in Art, it’s just skeptical of me.

Hayden Kays

Dazu kommen noch Werke von Jeff Koons, Julian Opie, Virgil Abloh und vielen anderen. Perfekt auch, um neue, zeitgenössische Künstler:innen zu entdecken, die man vielleicht noch nicht auf dem Schirm hat. Hayden Kays Spruch zu Gott hätte ich übrigens gerne auf einem Shirt.

Auch hier gilt, dass immer wieder Werke ausgetauscht werden, so dass sich die Ausstellung im Moco immer in Bewegung befindet.

Banksy – Laugh Now

Dieser Teil der Ausstellung, ein größerer Raum, der ausschließlich dem anonymen Straßenkünstler gewidmet ist, wurde weder von ihm autorisiert noch kuratiert, betont das Museum. Sie möchten einfach eine facettenreiche Auswahl von Originalwerken aus der eindrucksvollen “Karriere” des Künstlers zu zeigen. Dabei sind alle ausgestellten Werke von Pest Control verifiziert wurden und besitzen ein Echtheitszertifikat von dieser einzigen offiziellen Instanz, die Banksys verifiziert.

Dabei ist das “Girl with Balloon” wohl eines der bekanntesten und ikonischsten Bildern. Dazu gesellen sich andere Bilder, wie “Flower Thrower” und “Smiling Copper” sowie “Laugh Now”, die man irgendwo schon mal gesehen hat.

Persönlich mag ich die Banksy-Werke sehr gern, doch empfinde die kommerzielle Ausbeutung der Werke als extremen Kontrast zu der Anonymität des Künstlers. Seine Anti-Themen passen für mich nicht mit dem Kommerz zusammen.

Digitale Immersive Kunst & der Moco Museumsgarten

Im Moco Museum Amsterdam heißt es nicht nur “Exit through the gift shop”, sondern auch vorher noch Exit nur durch die immersive Kunst. Wobei es nicht ganz einfach war, dann dadurch den Ausgang zu finden. :D Aktuell läuft die digitale Kunst von Studio Irma im Untergeschoss des Moco (in insgesamt fünf Räumen), die den Besuchenden aufzuzeigen, wie eine mögliche Zukunft aussehen könnte.

Dieser Bereich war nicht ganz so meins und ich begab mich durch den Museumsshop hindurch nach draußen. Der Garten zeigt weitere Kunstwerke, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, aber auch kostenlos zu besichtigen sind.

So kann jeder Kunst erleben, auch wenn derjenige/diejenige sich nicht das Ticket für das Museum leisten kann oder will. Finde ich einen sehr inklusiven Ansatz – wobei das Museum an sich aufgrund der alten Villa leider nicht barrierefrei ist und auch der Audioguide ist eher dürftig, aber immerhin auf dem eigenen Smartphone kostenlos abrufbar.

Museen in den Niederlanden sind relativ teuer, so auch das private Moco Museum. Du kannst Dein aber Tickets vorab online für einen bestimmten Zeitslot kaufen und sparst dabei einige Euro. Dennoch kostet ein Ticket für Erwachsene rund 21 Euro, für Studierende und Jugendliche rund 17 Euro. Es empfiehlt sich übrigens, zeitige Slots zu buchen, dann ist meist weniger Andrang. Wenn Du hingegen flexibel bleiben möchtest, kostet das Ticket rund 28 Euro.

Moco Museum Amsterdam

Honthorststraat 20
1071 DE Amsterdam
Niederlande

Website

Öffnungszeiten
Montag-Sonntag: 9-21 Uhr
Eintrittspreise online – an der Kasse 3-4 Euro im Schnitt teurer
Erwachsene: 21,95 Euro
7-17 Jahren: 16,95 Euro
0-6 Jahre: kostenlos
Studierende: 16,95 Euro

Weitere Museen:
Moco Museum Barcelona
Ab 08.08.2024: Moco Museum London – Tickets können schon jetzt online gekauft werden

Stand: Juli 2024

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Fotos: Die verwendeten Fotos meinem Urheberrecht. Diese und weitere Fotos sind auf Flickr zur Inspiration zu finden. Das Urheberrecht der Kunstwerke liegt bei den entsprechenden Künstler:innen und das Urheberrecht der Ausstellung liegt beim moco Museum.

Offenlegung: Ich habe das Museum aus eigenem Interesse besucht und den Besuch selbst bezahlt.


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Romy

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media, Content Strategie und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Übers Reisen regelmäßiger seit 2013. Wenn sie Zeit dazu findet.

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