Südtirol: Architektonische Highlights im Pustertal

Schon bei der Anreise mit der Deutschen Bahn wurde mir klar, es war ein Fehler, noch nie in den Bergen im Urlaub gewesen zu sein. Spätestens ab München wird das Panorama, welches ich durch das Fenster des ICEs sehe, einfach wunderbar. Mit der Bahn über den Brenner nach Italien – das ist ein Traum. Vor dem Fenster gibt es immer noch schönere Alpenlandschaften zu genießen und drinnen bei mir gemütlich noch einen Kaffee – herrlich und so viel entspannter als Autofahren.

Alpin Panorama Hotel Hubertus im Pustertal

Mein Ziel ist das Pustertal in Südtirol, bekannt für den Kronplatz. Genau hier, inmitten des UNESCO Weltnaturerbes der Dolomiten hat das Architekturbüro NOA einen vielbeachteten Sky Pool für den Wellnessbereich des Alpin Panorama Hotels Hubertus in Olang gebaut. Das Hotel ist so gebaut, dass auf der einen Seite die Dolomiten und auf der anderen Seite die Alpen sind – das Beste aus beiden Bergwelten.

Das familiengeführte 4-Sterne-Superior-Haus überrascht mit einer Wellenform, da an das Haus in den letzten Jahren immer mal wieder angebaut wurde. Die Fassade wird dabei durch Baumstämme gleichzeitig aufgelockert und vereinheitlicht – auch eine Idee von NOA.

Innen gibt es lange verschlungene Flure, auf denen ich gefühlt ewig unterwegs bin. Aber ich werde sofort durch eine grandiose Panoramaaussicht im Zimmer entschädigt.

Ausblick aus dem Zimmer übers Pustertal
Ausblick aus dem Zimmer übers Pustertal

Da jedes Zimmer diese Aussicht hat, also alle Zimmer zur gleichen Seite liegen, ist das etwas verwirrende Innere wohl unvermeidlich. Diesen Ausblick kann ich später sogar aus der freistehenden Badewanne genießen.

Freistehende Badewanne im Hotel Hubertus
Freistehende Badewanne im Hotel Hubertus

Der Sky Pool

Später erzählt mir Andreas Profanter, einer der Architekten des Büros NOA, ein wenig mehr vom Bau des Sky Pools. Das Besondere des Pools ist, dass er nur auf wenigen Stützen steht. Frei ragt er aus dem Hang – beeindruckend. Während andere Sky Pools oft auf Dächern zu finden sind, ragt der Pool des Alpin Panorama Hotel Hubertus wie eine Sprungschanze in die Luft.

Wie eine Skisprungschanze ragt der Sky Pool aus dem Hotel
Wie eine Skisprungschanze ragt der Sky Pool aus dem Hotel

Das ist einzigartig und stellte vor allem eine statische Herausforderung dar, eine grosse Unbekannte. Jedes Material musste neu durchdacht werden. Funktional sollte es sein und der Belastung standhalten, sich aber auch in die Landschaft einpassen. Das macht dieses Projekt mitten in den Dolomiten so besonders. Denn hier bewegten sich die Architekten an der Grenze zwischen urbaner Landschaft und alpiner Wildnis.

Material neu gedacht und an die Umgebung angepasst
Material neu gedacht und an die Umgebung angepasst

Auch die Länge von 25 Metern ist beachtlich. Dies war der ausdrückliche Wunsch des Hoteliers, Herr Wasser. Wenn, dann sollte es schon ein richtiger Schwimmer-Pool sein.

25 m langer Schwimmerpool
25 m langer Schwimmerpool

Das Schwimmen im Nichts, schwebend zu den Bergen hin, soll die Phantasie beflügeln.

Das denke ich auch – zumindest für mich geht das alles auf. Vom Pool, ohne sichtbare Sperre in die Berge gucken – ein Traum. Als Herr Wasser dann erzählt, dass unter dem Pool, unter der Panoramascheibe im Boden, gerade ein Garten Eden angelegt wird, merkt man den ganzen Stolz des Hoteliers.

der endlose Pool
der endlose Pool

Und stolz kann er sein! Auf sein sehr gut geführtes 60-Zimmer-Haus (mit einer großen Wellnesslandschaft inklusive weiterer Pools), in dem der Service sehr gut und das Essen nicht nur großartig ist, sondern auch immer wieder mit Innovationen überrascht.

Die Kletterhalle

In Bruneck, dem Hauptort der Region Kronzplatz, gibt es ebenfalls viel zu entdecken – das Schloss Bruneck mit einem der mittlerweile sechs Museen von Reinhold Messner, die wunderbare Altstadt, den Heldenfriedhof, auf dem Du hautnah die wechselvolle Geschichte Südtirols nacherleben kannst und eine Kletterhalle.

Kletterhalle Bruneck Foto: Stifter-Bachmann
Kletterhalle Bruneck
Foto: Stifter-Bachmann

Architektonisch ein weiteres Highlight der Gegend. Das ist ein spannender offener Bau, der zum Einen für den Schulsport verwendet wird, zum Anderen aber auch für die Allgemeinheit zugänglich ist. Nach den Schulklassen, manchmal auch parallel kommen öffentliche Besucher.

Kletterhalle in Bruneck
Kletterhalle in Bruneck

Die große Kletterhalle ist verglast, so dass sie sich harmonisch an den Außenbereich anschließt. Das hierfür preisgekrönte Architekturbüro Stifter-Bachmann hat eine wunderbare Doppelnutzung umgesetzt. Nichts erinnert mehr an miefige Turnhallen – trotzdem funktioniert es wunderbar für beide Seiten. Auch wenn Du nicht kletterst – so wie ich – lohnt sich allein der Architektur wegen ein Besuch.

Offen und großzügig gestaltete Kletterhalle in Bruneck
Offen und großzügig gestaltete Kletterhalle in Bruneck

Der Lerchnhof Olang

Wenn Du jetzt Lust auf das Pustertal bekommen hast, das Alpin Panorama Hotel Hubertus aber nicht das Richtige für Dich ist, dann kommt hier noch ein weiterer Tipp.

Auf dem Lerchnhof kannst Du bei Familie Oberparleiter Urlaub auf dem Bauernhof machen. Es gibt funktionale, aber gut designte Familiensuites, draussen einen kleinen Streichelzoo und ein leckeres Bistro, in dem sich alles um selbstangebautes Obst und Kräuter dreht. Als Spezialität sind viele Produkte mit Birkenzucker (Xylit) als Süßungsmittel erhältlich.

Fazit

Das Pustertal ist ein kleiner Hotspot für moderne Architektur geworden. Denn neben dem Hotel Hubertus in Olang und der Kletterhalle in Bruneck ist ein weiteres Highlight das neue Messner Mountain Museum Corones. Das von der Stararchitektin Zaha Hadid entworfene Museum steht im Schnittpunkt der drei Kulturen Südtirols – der Italienischen, der Deutschen und der Österreichischen. Das eigentliche Museum ist mehr unter als über der Erde in den Stein des Kronplatzes eingelassen und besitzt eine Aussichtsterrasse, von der Du die Dolomiten, das Pustertal und die Zillertaler Alpen sehen kannst.

Leider waren die Passstrassen noch gesperrt, als ich dort war. Für mich eine willkommene Gelegenheit, noch einmal an den Kronplatz zu reisen. Denn dieser ist wegen vieler Dinge, z.B. dem Essen, der bewegenden Aussichten und der Architektur ein wirklich heißer Tipp! Ein bisschen, als wenn aus allen drei Kulturen das Beste zusammen kommt.

Anreise

Mit der Deutschen Bahn in Zusammenarbeit mit dem ÖBB fährst Du ab München bis Franzensfeste in Südtirol. Aller zwei Stunden gibt es eine Direktverbindung. Der erste Zug fährt um 07:34 Uhr. Diese Strecke kannst Du direkt und bequem online über die Deutsche Bahn buchen und mit dem Europa-Spezial (ab 39,90 Euro) kräftig sparen. Ab Franzensfeste fährt etwa jede Stunde eine Regionalbahn in Richtung Bruneck/Olang/Kronplatz. Das Ticket dafür kannst Du bequem im Zug oder vor Ort kaufen und kostet etwa 10 Euro.

Alpin Panorama Hotel Hubertus

Furkelstraße 5
39030 Geiselsberg – Olang
Südtirol – Italien

Website

Kletterhalle Bruneck

Josef Ferrari Strasse 36
39031 Bruneck
Südtirol – Italien

Website

Lerchnhof Olang

Geiselsbergerstraße 12
39030 Olang
Südtirol – Italien

Website

Foto: Andrea Keßler
Bearbeitung: Romy Mlinzk

Alle Fotos unterliegen dem Urheberrecht und dürfen nicht ohne Genehmigung verwendet werden.

Die Reise wurde durch die Zusammenarbeit mit AVIAREPS Tourism sowie dem Tourismusverband Ferienregion Kronplatz ermöglicht. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Andrea lebt in Dortmund und arbeitet nach vielen Irrungen und Wirrungen jetzt an der Kaffeefront. Als Botschafterin des guten Filterkaffees liegt der (Kunst-)Historikerin die Liebe zur Oper, der Musik und den schönen Künsten immer noch im Blut. So oft es ihr möglich ist reist und schreibt sie auch für snoopsmaus.