Viele große Bilder, im ersten Moment ohne Logik aufgehängt.

Peter Lindbergh: “Untold Stories” –
Kunstpalast, Düsseldorf

Du befindest Dich hier Startseite » Kunst & Kultur » Fotoausstellungen » Peter Lindbergh: “Untold Stories” – Kunstpalast, Düsseldorf

Kurz vor seinem überraschenden Tod im September 2019 kuratierte Peter Lindbergh “Untold Stories” für den Kunstpalast Düsseldorf – seine erste Werkschau mit insgesamt 140 Werken aus rund 30 Jahren fotografischer Arbeit.

Situation im Kunstpalast nach Wiedereröffnung (Corona)

Vor einigen Wochen, es war Mitte Mai, habe ich es endlich doch noch in die Peter-Lindbergh-Ausstellung in Düsseldorf geschafft. Die Museen hatten gerade erst begonnen, sich nach der Schließung aufgrund von SARS-CoV-2 wieder langsam zu öffnen. Mit einem sehr strengen Hygieneprotokoll und eine limitierten Anzahl an Menschen im Museum.

Die Tickets konnte ich online auf der Website des Kunstpalastes mit entsprechendem Einlassslot erwerben und direkt am vor dem Eingang aufgebauten Checkpoint vorzeigen und so problemlos in die Ausstellung – natürlich nur nach Benutzung von Desinfektionsmittel und mit Mund-Nase-Schutz. Ohne Onlineticket wurden nur begrenzt Menschen ins Museum gelassen, um dort mit Abstand ein Ticket zu kaufen.

Der Kunstpalast in Düsseldorf im Mai 2020 mit Einlasszelt sowie Schlange wartender Menschen für die Ausstellungen nach der Wiedereröffnung nach dem Lockdown.
Kunstpalast Düsseldorf mit Einlass und Schlange

Die Ausstellung war an diesem Freitag im Mai gut besucht. Seit 10 Tagen waren die Räume des Kunstpalasts wieder für Besucher geöffnet und die Ausstellungen inklusive der Fotoausstellung “Untold Stories” von Peter Lindbergh verlängert. Trotz Begrenzung der Menschen in der Ausstellung kam es mir ungemein voll vor. Auch schienen die Menschen nicht unbedingt viel Wert auf Abstand zu legen. Oft hatte ich das Gefühl, dass der Virus für manche weder nach hinten noch seitwärts wandern könnte. Ganz zu schweigen von den Menschen, die meinen, ihre Nase wie einen Penis über der Unterhose aus dem Mund-Nase-Schutz raushängen zu lassen – bitte entschuldige diese Direkheit.

Es wurde ein anstrengender Slalomlauf für mich, weil ich das Gefühl hatte, das bis auf wenige Ausnahmen keiner wirklich Rücksicht üben wollte. Nach rund einer Stunde wollte ich erschöpft nur noch aus der Ausstellung raus – unabhängig davon, wie großartig diese ist!

Peter Lindbergh: “Untold Stories” – die Ausstellung

Die erste und einzig von ihm kuratierte Werkschau zeigt 140 großformatige Fotos aus dem mehr als 30-jährigen Schaffen des Duisburger Fotografen Peter Lindbergh. Dabei unterteilt sich die Fotoausstellung in drei Bereiche.

Die Fototapete – Das “Manifest”

Der erste Raum, der auf der einen Seite Eingang und auf der anderen Seite Ausgang zu gleich ist, beeindruckt durch eine riesige Fototapete (aus Bluebacks, auf Affichenpapier gedruckt) mit im ersten Moment unzusammenhängenden übergroßen Fotos. Darunter Portraits der Schauspielerinnen Jessica Chastain und Helen Mirren sowie dem Supermodel Naomi Campbell. Aber auch Bilder, die den Industriestil der 1980er Jahre repräsentieren, den u.a. auch Depeche Mode am Anfang ihrer Karriere anhingen – eine demonstrative, geballte Darstellung seiner Idee von Modefotografie.

Übergroße Fototapete der Peter-Lindbergh-Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf mit Naomi Campbell, Hellen Mirren, Industriefotos mit Models im Eingangsbereich.
Fototapete im Eingangsbereich mit Naomi Campbell, Hellen Mirren und mit Models in Industriearchitektur

Im weiteren Verlauf der Ausstellung, die sich nach diesem Raum mit der Fototapete ungewöhnlich teilt, stieß ich noch auf eine weitere Wand, die mit riesigen Fotos tapeziert wurde – nur echt mit Kleister aufgebracht. Ein gewollter Bruch von Lindbergh mit seinen gerahmten Fotos durch die dadurch entstehende Rauheit und Ungenauigkeiten, da sich der Kleister durch die Fotos drückt.