Wenn es draußen richtig kalt wird, zieht es mich in die Wärme. Mein Lieblingsort dafür ist eine klassische finnische Sauna mit Löyly, dem finnischen Aufguss. Zwei oder drei Saunagänge später bin ich nicht nur äußerlich warm, sondern meistens auch deutlich entspannter.
Sauna habe ich in Finnland in sehr unterschiedlichen Varianten kennengelernt: privat im Hotelzimmer, in öffentlichen Saunen in der Saunahauptstadt Tampere und in einer traditionellen Rauchsauna in der Region Häme. Dabei habe ich schnell gemerkt, dass die finnische Saunakultur sehr viel alltäglicher und unkomplizierter sein kann als das Saunieren in Deutschland. Weniger strenge Regeln, weniger selbstverständliche Nacktheit, dafür mehr Gespräche, lustige Saunahüte und gelegentlich auch eine Bierdose in der Hand.
Hier zeige ich Dir, wie ein finnischer Saunagang abläuft, was Begriffe wie Löyly, vihta und savusauna bedeuten und welche zehn Tipps ich aus Finnland mitgebracht habe.
- Was ist eine finnische Sauna?
- Finnische Saunakultur: meine Erfahrungen in Finnland
- Wie läuft ein finnischer Saunagang ab?
- 10 Tipps für Deinen finnischen Saunagang
- 1. Vorher duschen und gut abtrocknen
- 2. Nicht automatisch auf die oberste Bank setzen
- 3. Eine Sitzunterlage benutzen
- 4. Beim Löyly Rücksicht nehmen
- 5. Auf Deinen Körper hören, nicht auf die Uhr
- 6. Trinken – am besten Wasser
- 7. Nackt ist in Finnland nicht die einzige Möglichkeit
- 8. Reden darf dazugehören
- 9. Vihta, vasta und Saunahut ausprobieren
- 10. Abkühlen, ausruhen und nichts erzwingen
- Rauchsauna, Eisbad und Birkenzweige: finnische Saunabegriffe
- Ist regelmäßiges Saunieren gesund?
- Sauna im Winter – und meine heutige Saunaroutine
- Private Saunen und Saunalandschaften im Ruhrgebiet
- Häufige Fragen zur finnischen Sauna
- Warum ich mir mehr Gelassenheit beim Saunieren wünsche
Dieser Beitrag kann Affiliate-Links (Werbelinks) enthalten. Meist sind diese mit einem Sternchen * gekennzeichnet. Wenn Du darüber etwas buchst, erhalte ich zum Dank eine kleine Provision. Es entstehen Dir keine Zusatzkosten, es hilft aber, die Seite weiterhin zu betreiben. Danke!
Finnische Sauna kurz erklärt: Eine klassische finnische Sauna wird meist auf etwa 70 bis 90 °C erhitzt. Wasser auf den heißen Steinen erzeugt den Löyly – den kurzen, intensiven Dampf, der die Hitze spürbarer macht. Eine feste Aufenthaltsdauer gibt es nicht: Gerade Anfänger sollten auf den eigenen Körper hören, rechtzeitig hinausgehen, sich anschließend abkühlen und eine Pause machen. Ob nackt, mit Handtuch oder Badebekleidung sauniert wird, hängt vom Ort und von der jeweiligen Gruppe ab.
Seit Dezember 2020 gehört die Saunakultur in Finnland zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Das passt: In Finnland ist Sauna kein gelegentliches Wellnessprogramm, sondern Teil des Alltags und des Lebensgefühls.
Was ist eine finnische Sauna?
Die klassische finnische Sauna ist eine trockene, heiße Sauna mit einem Ofen, auf dem Steine liegen. Wird Wasser auf die heißen Steine gegossen, entsteht Dampf. Dieser Dampf, der beim Aufguss entsteht, heißt auf Finnisch Löyly. Die Luft fühlt sich dadurch für kurze Zeit heißer und feuchter an.

Typisch sind Temperaturen von ungefähr 70 bis 90 °C. Entscheidend ist aber nicht allein die Zahl auf dem Thermometer. Auf den oberen Bänken ist es deutlich heißer als weiter unten, und jeder Löyly verändert das Wärmegefühl. Du musst also weder auf der obersten Bank sitzen noch eine bestimmte Zahl von Minuten „durchhalten“.
In Finnland begegnet Dir die Sauna an vielen Orten: in Wohnhäusern und Ferienhütten, in öffentlichen Bädern, am See – und erstaunlich häufig in Hotels. Ich hatte dort mehrfach ein Zimmer mit eigener Sauna. Was in Deutschland nach Wellnessluxus klingt, kann in Finnland fast so selbstverständlich sein wie ein Wasserkocher.
Finnische Saunakultur: meine Erfahrungen in Finnland
Meine Saunaerlebnisse in Finnland waren vor allem eines: unkompliziert. Ich habe private und öffentliche Saunen besucht, darunter zwei öffentliche Saunen in Tampere sowie eine traditionelle Rauchsauna in der Häme-Region.

Natürlich ist nicht jede finnische Sauna gleich. Die Atmosphäre ist häufig ruhig und entspannt. Meine eigenen Erlebnisse waren trotzdem deutlich lockerer, lustiger und geselliger als bei vielen Saunabesuchen in Deutschland. Es wurde geredet und gelacht. Die finnischen Gäste trugen auffällige Saunahüte sowie Badebekleidung. Niemand schien daraus eine Grundsatzdiskussion machen zu wollen.
Auch Getränke gehörten dazu. Ich habe Bierdosen, Cider und andere Alkopops in und rund um die Sauna gesehen. Das hilft zweifellos der Stimmung, sollte aber nicht mit einer Gesundheitsempfehlung verwechselt werden: Gegen den Flüssigkeitsverlust ist Wasser die bessere Wahl, und Alkohol kann Kreislauf und Reaktionsvermögen zusätzlich belasten.
Zum Sitzen lagen häufig kleine Einmalunterlagen aus Papier bereit – auf Finnisch werden solche Sitzunterlagen pefletti genannt. Sie verhindern, dass Schweiß direkt auf das Holz gelangt und schützen zugleich vor der heißen Bank. Praktisch sind sie, nachhaltig allerdings nicht unbedingt. In diesem Punkt gefällt mir die deutsche Lösung mit einem waschbaren großen Saunahandtuch besser.
Finnische Sauna und deutsche Sauna im Vergleich
| Finnland – so habe ich es erlebt | Deutschland – so erlebe ich es häufig |
|---|---|
| alltäglich und unkompliziert | eher geplanter Wellnessbesuch |
| Gespräche und gemeinsames Lachen | meist betont ruhig |
| Badebekleidung je nach öffentlicher oder gemischter Sauna normal | häufig textilfreie Saunalandschaft |
| Getränke teilweise auch in oder direkt an der Sauna | Getränke normalerweise nur im Ruhebereich |
| kleine Papier-Sitzunterlagen verbreitet | großes Handtuch unter dem ganzen Körper |
| Saunahüte sind nichts Ungewöhnliches | Saunahüte sieht man eher selten |
| Löyly nach Gefühl und in Abstimmung mit den anderen | häufig fest organisierte Aufgusszeiten |

Ich wünschte, Sauna wäre bei uns ein wenig mehr wie in Finnland: alltäglicher, fröhlicher, geselliger – und weniger auf Nacktheit fixiert. Die Regeln des jeweiligen Hauses gelten natürlich trotzdem. Vor einem Besuch lohnt sich deshalb ein Blick auf die Website: Ist die Sauna gemischt oder nach Geschlechtern getrennt? Wird nackt oder mit Badebekleidung sauniert? Darf selbst aufgegossen werden?
Finnische Sauna selbst erleben*
In Helsinki, Lappland und anderen Regionen kannst Du klassische Saunen, Rauchsaunen und Wintererlebnisse mit Eisbad buchen. Finnische Sauna-Erlebnisse ansehen:
- Eintritt für die Löyly-Sauna in Helsinki
- Fahrradtour mit finnischer Sauna & Schwimmen im See in Tampere
- Von Helsinki aus: Wanderung und Rauchsauna im Sipoonkorpi-Nationalpark
Du suchst lieber ein Hotel mit eigener oder gemeinschaftlicher Sauna? Unterkünfte in Finnland finden:
Wie läuft ein finnischer Saunagang ab?
Es gibt keinen minutengenauen Ablauf, den Du in Finnland abarbeiten musst. Für Anfänger hilft diese Reihenfolge trotzdem als Orientierung:
- Duschen und abtrocknen: Vor dem Saunagang kurz duschen. Trockene Haut beginnt meist schneller zu schwitzen.
- Einen passenden Platz wählen: Unten ist es milder, oben heißer. Starte lieber auf einer unteren oder mittleren Bank.
- Saunieren, solange es angenehm ist: Fünf bis zehn Minuten können für den Anfang vollkommen reichen. Verlasse die Sauna sofort, wenn Dir schwindelig oder unwohl wird.
- Langsam abkühlen: Gehe erst an die frische Luft oder dusche Dich ab. Ein Eisbad ist kein Pflichtprogramm.
- Ruhen und trinken: Gib Deinem Körper Zeit und trinke Wasser.
- Nach Wunsch wiederholen: Zwei bis drei Runden reichen vielen Menschen. Es geht nicht darum, einen Rekord aufzustellen.
Ich selbst mache meist zwei bis drei Saunagänge von jeweils etwa zehn bis 15 Minuten. Zur Abkühlung reicht mir oft schon frische Luft. Eine Dusche geht natürlich auch – und wenn ich mich überwinden kann, sogar das kalte Tauchbecken. Anschließend sitze ich gern noch im Whirlpool oder schwimme eine Runde, wenn die Saunalandschaft das hergibt.
10 Tipps für Deinen finnischen Saunagang
1. Vorher duschen und gut abtrocknen
Das Abduschen ist vor allem eine Frage der Hygiene und des Respekts gegenüber den anderen Gästen. Trockne Dich anschließend gut ab. In öffentlichen Saunen gelten außerdem immer die Regeln vor Ort – auch dann, wenn die finnische Saunakultur grundsätzlich sehr entspannt wirkt.
2. Nicht automatisch auf die oberste Bank setzen
Warme Luft steigt nach oben, deshalb ist es auf der obersten Bank am heißesten. Das macht sie aber nicht automatisch zum „besten“ Platz. Wenn Du wenig Saunaerfahrung hast oder die Hitze an diesem Tag schlechter verträgst, ist eine tiefere Bank die bessere Wahl. Nach oben wechseln kannst Du immer noch.
3. Eine Sitzunterlage benutzen
Zwischen Deinen Körper und das Holz gehört eine Unterlage. In finnischen Saunen findest Du häufig kleine Papierunterlagen. Nachhaltiger ist ein waschbares Saunahandtuch oder eine wiederverwendbare Sitzauflage. In deutschen Saunen sollte das Handtuch meist so groß sein, dass auch die Füße nicht direkt auf dem Holz stehen.
4. Beim Löyly Rücksicht nehmen
Löyly ist weit mehr als die Übersetzung für „Aufguss“. Gemeint ist das Gefühl und der Dampf, der entsteht, wenn Wasser auf die heißen Steine trifft. Möchtest Du Wasser nachgießen, frage in einer gemeinschaftlichen Sauna kurz die anderen. Nicht jeder verträgt dieselbe Intensität – und in manchen Anlagen ist ein eigener Aufguss nicht erlaubt.
5. Auf Deinen Körper hören, nicht auf die Uhr
15 Minuten sind keine Pflicht. Gerade am Anfang können fünf bis zehn Minuten völlig ausreichen. Gehe hinaus, sobald Du Dich unwohl fühlst. Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Herzrasen sind keine Herausforderung, die Du „wegsaunieren“ solltest.
6. Trinken – am besten Wasser
Durch das Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit. Trinke vor, zwischen und nach den Saunagängen ausreichend Wasser. Bier, Cider und Alkopops gehören zwar zu manchen meiner finnischen Saunaerinnerungen. Sie sind dort Teil des geselligen Erlebnisses, gleichen den Flüssigkeitsverlust aber nicht sinnvoll aus. Wenn überhaupt, dann zurückhaltend – und nicht als Ersatz für Wasser.
7. Nackt ist in Finnland nicht die einzige Möglichkeit
Finnen saunieren privat häufig nackt. In öffentlichen oder gemischten Saunen können Badebekleidung oder ein Handtuch jedoch völlig normal oder sogar vorgeschrieben sein. Für mich ist diese Gelassenheit sehr angenehm. Prüfe vor dem Besuch die Hausregeln und entscheide innerhalb dieses Rahmens, womit Du Dich wohlfühlst.
8. Reden darf dazugehören
Sauna ist in Finnland auch ein sozialer Ort. Meine Besuche waren lockerer und kommunikativer als viele deutsche Saunaerlebnisse. Das bedeutet nicht, dass jede finnische Sauna laut ist. Beobachte die Atmosphäre: Unterhalten sich die Menschen, darfst Du Dich meist anschließen. Suchen alle Ruhe, respektierst Du auch das.
9. Vihta, vasta und Saunahut ausprobieren
Ein vihta oder vasta ist ein Bündel aus Birkenzweigen, mit dem die Haut sanft gestrichen oder abgeklopft wird. Das klingt martialischer, als es ist. Frag vorher, ob es in der jeweiligen Sauna erlaubt ist.
Saunahüte aus Filz oder Wolle wirken zunächst wie ein Gag – in Finnland habe ich einige besonders lustige Exemplare gesehen. Sie schützen Kopf und Haare vor der direkten Hitze und können die hohen Temperaturen angenehmer machen.
10. Abkühlen, ausruhen und nichts erzwingen
Nach dem Saunagang kannst Du zunächst an die frische Luft gehen und Dich dann abduschen. See, Schnee oder Tauchbecken sind finnische Klassiker, aber kein Muss. Besonders ein Sprung ins eiskalte Wasser fordert den Kreislauf. Taste Dich langsam heran und verzichte darauf, wenn Du gesundheitliche Beschwerden hast oder Dich nicht sicher fühlst.
Eine Pause zwischen den Runden gehört zum Erlebnis. Für mich darf danach auch noch der Whirlpool oder das Schwimmbecken folgen – Hauptsache, aus der Entspannung wird kein Leistungssport.
Praktisch für Deinen Saunabesuch
- großes Saunahandtuch
- zweites Handtuch zum Abtrocknen
- wiederverwendbare Sitzunterlage (z.B. Duschtücher)
- Saunahut aus Filz oder Wolle
- bruchsichere Trinkflasche
- Badeschuhe für Dusch- und Ruhebereiche
Rauchsauna, Eisbad und Birkenzweige: finnische Saunabegriffe
Löyly: Der Dampf und das Wärmegefühl, das durch Wasser auf den heißen Saunasteinen entsteht.
Savusauna: Finnische Rauchsauna ohne Schornstein. Der Raum wird vor dem Saunieren über Stunden aufgeheizt und anschließend entlüftet. Während des eigentlichen Saunagangs ist die Sauna nicht von Rauch erfüllt. Wie eine traditionelle Rauchsauna aufgeheizt wird und wie sich mein Bad im See danach anfühlte, liest Du in meinem Rauchsauna-Erfahrungsbericht aus Vierumäki.

Vihta oder vasta: ein Bündel frischer Birkenzweige. Welches Wort verwendet wird, hängt von der Region ab.
Pefletti: Kleine Sitzunterlage aus Papier, Pappe, Stoff oder einem anderen Material.
Avanto: Ein Loch im Eis zum Winterbaden. Ich habe diese Form der Abkühlung unter anderem in Tampere erlebt. Mehr über die Stadt erfährst Du in meinen Tipps für Tampere.

Ist regelmäßiges Saunieren gesund?
Sauna tut mir persönlich vor allem mental gut: Ich komme zur Ruhe, werde warm und fühle mich danach entspannt. Auch wissenschaftliche Untersuchungen untersuchen mögliche positive Effekte auf Herz, Kreislauf und Wohlbefinden.

Aus solchen Beobachtungen sollte kein Heilversprechen werden. Sauna „entgiftet“ den Körper nicht auf wundersame Weise, ersetzt weder Bewegung noch eine medizinische Behandlung und ist nicht für jede Person in jeder Situation geeignet.
Gehe nicht in die Sauna, wenn Du akut krank bist, Fieber hast oder Dich körperlich angeschlagen fühlst. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck, Schwangerschaft oder anderen gesundheitlichen Unsicherheiten klärst Du vorher ärztlich ab, ob und wie Du saunieren solltest. Wenn Dir ausdrücklich vom Saunieren abgeraten wurde, probierst Du es nicht auf eigene Faust. Die Deutsche Herzstiftung warnt bei Herzpatient insbesondere vor der plötzlichen Abkühlung im eiskalten Tauchbecken oder unter einer Schwalldusche.
Sauna im Winter – und meine heutige Saunaroutine
Im Winter gehe ich deutlich eher in die Sauna als im Sommer. Bei den aktuellen deutschen Sommern ist zusätzliche Hitze schließlich nicht immer das, wonach ich mich sehne.
Wöchentlich wäre schön, würde aber auch ordentlich ins Geld gehen. Ein Saunabesuch pro Monat ist für mich realistischer. Dann mache ich meist zwei bis drei Runden von jeweils zehn bis 15 Minuten. Das ist keine Empfehlung, die Du exakt übernehmen musst, sondern schlicht mein persönlicher Rhythmus.
Wenn Du eine Finnlandreise im Winter planst, lässt sich Sauna wunderbar mit anderen Erlebnissen verbinden. In meinem Beitrag findest Du vier besondere Winteraktivitäten rund um Levi in Lappland. Gerade nach einem kalten Tag draußen versteht man sehr schnell, warum die Sauna in Finnland so fest zum Leben gehört.
Private Saunen und Saunalandschaften im Ruhrgebiet

Für eine kurze Auszeit musst Du nicht bis nach Finnland reisen. Im Ruhrgebiet gibt es z.B. private Spa-Suiten, die Du stundenweise buchst. Gerade wenn Du Dich in einer großen textilfreien Saunalandschaft nicht wohlfühlst, kann eine private Sauna eine entspannte Alternative sein.
- MyWellness in Dortmund-Aplerbeck: private Sauna on demand
- MyWellness Dortmund-Mitte: mein Test des „My Own Spa“
- wellnest Essen: private Sauna am Limbecker Platz
Außerdem habe ich während meiner tropischen Auszeit in den Tropical Islands eine der wohl größten Saunalandschaften Deutschlands besucht.
Häufige Fragen zur finnischen Sauna
Wie heiß ist eine finnische Sauna?
Eine finnische Sauna hat meist ungefähr 70 bis 90 °C. Auf der oberen Bank ist es heißer als weiter unten. Durch den Löyly fühlt sich die Hitze vorübergehend intensiver an.
Wie lange sollte ein Saunagang dauern?
Eine starre Vorgabe gibt es nicht. Anfänger können mit fünf bis zehn Minuten beginnen. Verlasse die Sauna immer, sobald Du Dich unwohl fühlst – unabhängig davon, was die Uhr zeigt.
Wie viele Saunagänge sind sinnvoll?
Für einen entspannten Besuch reichen vielen Menschen zwei bis drei Saunagänge mit Pausen dazwischen. Mehr ist nicht automatisch besser.
Muss man in Finnland nackt in die Sauna?
Nein. In privaten Saunen ist Nacktheit verbreitet. In öffentlichen, touristischen oder gemischten Saunen werden je nach Ort Badebekleidung oder Handtücher getragen. Entscheidend sind die Hausregeln und Dein Wohlbefinden.
Was bedeutet Löyly?
Löyly bezeichnet den Dampf und das besondere Wärmegefühl, das entsteht, wenn Wasser auf die heißen Saunasteine gegossen wird. Der Begriff ist ein zentraler Bestandteil der finnischen Saunakultur.
Darf man in Finnland in der Sauna sprechen?
Das hängt von der Sauna und der Gruppe ab. Sauna kann ein stiller Rückzugsort, aber ebenso ein geselliger Treffpunkt sein. Meine Saunaerlebnisse in Finnland waren deutlich kommunikativer und lockerer als viele Besuche in Deutschland.
Darf man in der Sauna Alkohol trinken?
Bier und Cider gehören in Finnland durchaus zur Saunakultur und waren auch bei meinen Besuchen zu sehen. Gesundheitlich ist Wasser jedoch die bessere Wahl. Alkohol ersetzt keine Flüssigkeit und kann den Kreislauf zusätzlich belasten.
Muss ich nach der Sauna ins kalte Tauchbecken?
Nein. Frische Luft und eine Dusche reichen vollkommen aus. Ein Eisbad oder Tauchbecken ist optional und sollte nur genutzt werden, wenn Du Dich wohlfühlst und gesundheitlich nichts dagegenspricht.
Warum ich mir mehr Gelassenheit beim Saunieren wünsche
An der finnischen Sauna mag ich nicht nur die Wärme. Ich mag vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der sie zum Alltag gehört. Meine Saunaerlebnisse in Finnland waren fröhlicher, geselliger und weniger regelbeladen als vieles, was ich aus Deutschland kenne.

Ganz ohne Regeln geht es natürlich nicht: Hygiene, Rücksicht und das eigene Körpergefühl sind wichtiger als jede vermeintliche Mutprobe. Aber beim Thema Kleidung, Gespräch oder Dauer könnten wir uns für meinen Geschmack eine Portion finnische Gelassenheit abschauen.
Wie hältst Du es mit der Sauna: lieber still und textilfrei nach deutscher Art oder gesellig und unkompliziert wie bei meinen Erlebnissen in Finnland?
Fotos: Wenn nicht anders angegeben, unterliegen die verwendeten Fotos meinem Urheberrecht.
Offenlegung: Mit VisitFinland war ich im August 2014 sowie im Januar 2015 in Finnland und konnte die Finnische Sauna sowohl im Sommer als auch im Winter kennenlernen. Meine Meinung blieb davon unberührt.
Dieser Beitrag wurde erstmal am 20. Dezember 2015 veröffentlich und zuletzt am 16. September 2026 aktualisiert.






Sehr schöner Artikel! Jetzt fängt ja auch so langsam wieder die kalte Jahreszeit an und ich freue mich da auch schon auf die vielen Saunagänge. Allerdings ist das zurzeit jobmäßig eher schwierig und nun überlegen mein Mann und ich ob wir uns nicht auch selber eine Sauna zulegen sollten. Wahrscheinlich müssen wir das alles mal ausrechnen und gucken ob es sich für uns lohnt.
Hallo und danke für diese schöne Übersicht zum Thema Saunieren! Meine Tante war neulich im Urlaub in Finnland und kam von der Sauna schwärmend wieder nach Hause. Sie überlegt sich jetzt, auch eine Sauna in ihrem Haus bauen zu lassen. Ich wusste noch gar nicht, dass die Sauna einen gegen kalte Temperaturen abhärten kann.
Als jemand, der das Glück hat, eine eigene Sauna im neuen Haus zu haben, fand ich die Hinweise in dem Artikel über die perfekte finnische Sauna sehr interessant. Besonders überrascht war ich von der Empfehlung, während des Saunagangs viel zu trinken. Die Tipps zur optimalen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Vorbereitung des Körpers waren für mich äußerst hilfreich.
[Anmerkung der Redaktion: Werbelink entfernt]
Die Winterzeit ist wirklich die ideale Saunazeit! Nichts kann das Wohlbefinden steigern wie ein guter finnischer Saunagang, besonders wenn man es richtig macht. Ein vorheriges Abduschen zeigt nicht nur Respekt gegenüber anderen Saunabesuchern, sondern bereitet den Körper auch optimal auf die anstehende Wärme vor. Trinkt viel Wasser, sowohl vor als auch nach dem Saunieren, um die Hydratation zu gewährleisten. Und vergesst nicht, euch die Zeit zu nehmen, jeden Saunagang wirklich zu genießen – es ist nicht nur gut für die Haut, sondern auch eine wunderbare Methode, um Stress abzubauen.
[Anmerkung der Redaktion: Werbelink entfernt]