Fünf Tage lang, mitten in der ersten Hitzewelle des Jahres, standen zahlreiche Gastronom:innen auf dem Hansaplatz in ihren Zelten und bereiteten eine Auswahl an Speisen zu. Gerade unter diesen Bedingungen mit bis zu 40 °C Außentemperatur verdient dies allein meinen größten Respekt und meine Anerkennung.
In diesem Jahr neu dabei: Das SchwarzGold, Dortmunds aktuell einziges Michelin-Sterne-Restaurant, das erst letztes Jahr seinen Stern erhielt und normalerweise in der Kokerei Hansa zu finden ist.
Überraschung bei meinem Besuch am Mittwochabend: Als Tagesgericht setzten Sternekoch Pierre Beckerling und sein Team Trüffel-Poutine auf die Karte. Da konnte ich doch nicht einfach etwas anderes bestellen! Hier folgt nun mein Test der Poutine.
Besuch von Dortmund à la Carte & SchwarzGold
Zwischen dem Besuch der Michelin-Verleihung 2026 am Dienstag (23.06.) in Frankfurt, der Quiznight im weingrün (27.06.) und dem Bruno-Mars-Konzert am Freitag (26.06.) in Berlin habe ich mich doch noch entschlossen, irgendwie Dortmund à la Carte dazwischen zu quetschen und trotz der steigenden Hitze einen Tisch beim SchwarzGold für den Mittwochabend zu bestellen.
So ähnlich hatte ich das letztes Jahr auch gemacht. Da kam ich aus Düsseldorf und hatte einen Einzelplatz beim Zelt des damaligen Sterne-Restaurants The Stage und dem dazugehörigen Schwesternlokal Vida (beides Dyllong & De Luca) reserviert. Kurz gegessen, Weine probiert und dann nach Hause.

Vergleichbar war auch unser Besuch am Mittwochabend beim diesjährigen Dortmund à la Carte. Kurz vorbeischauen, genießen und dann wieder raus aus der Hitze, ab nach Hause. Doch nach einem Blick auf die Karte, als ich eigentlich schon eine Entscheidung getroffen hatte, fiel mein Blick auf das Tagesangebot: Trüffel-Poutine. Schon war es um mich geschehen und alle Pläne für den Abend über den Haufen geworfen. Während Simon sich die vegetarische Pasta bestellte, kam nur noch eine Portion Poutine für mich in Frage.


Mein Test der Trüffel-Poutine des SchwarzGolds
Nachdem wir unseren Tisch gefunden und Platz genommen hatten, die Karte erneut und vor allem wegen der Getränke inspiziert hatten, erfolgte die Bestellung anschließend schnell und unkompliziert. Unsere Kellnerin war sehr fröhlich und zuvorkommend. Alle im Team waren überaus zuvorkommend und nett.

Bald kamen die Getränke, und dann auch unsere Hauptspeisen, an unseren Tisch. Ich verzichtete bei dem Wetter auf Wein und trank nur Wasser (auch wenn ich als Champagne Specialist (CIVC) gerne den Champagne Laurent-Perrier Cuvée Rosé Brut in dem tollen Design probiert hätte). Das war auch für den Test ganz gut, da ich keine störenden Nebengeschmack auf der Zunge hatte und mich voll und ganz dem Geschmack der Poutine widmen konnte.

Die Poutine war – fast erwartungsgemäß – keine echte Poutine. Schon beim Lesen der Tageskarte war mir klar, dass das SchwarzGold keine Cheese Curds verwenden würde und damit ein essenzieller Bestandteil einer Poutine fehlt. Stattdessen: Geriebener Käse. Eigentlich ein Graus.

Doch geschmacklich waren die, nennen wir sie mal “loaded fries”, ein absolutes Erlebnis! Australischer Wintertrüffel, perfekte Pommes, die außen kross und innen noch “smootschie” sind, dazu eine grandiose Jus plus eine Käsesoße und waren das geröstete Kapern? – ich war im Umami-Himmel. So viel Geschmack! Ein absolut rundes Geschmackserlebnis.

Ein wenig mehr Bratensoße/Jus hätte es aber dennoch sein dürfen. Normalerweise sollte die in größeren Mengen in einer Poutine enthalten sein, um die Cheese Curds ein wenig auf den Pommes anzuschmelzen und alle drei Grundzutaten zu einem Geschmackserlebnis zu vereinen. Bei der Trüffel-Poutine des SchwarzGolds hatte ich eher das Gefühl, dass es, wie in der Sterneküche üblich, die Soße nur als kleiner Spiegel unterhalb der Pommes geschafft hatte.
Halten wir also fest: Zu einer Poutine, die den Namen auch verdient hatte, reicht es nicht. Geschmacklich war das aber eine grandiose Explosion auf der Zunge und eines der besten Pommesgerichte, die ich seit Langem essen durfte. Unfassbar ausgewogen und voller Tiefe. Bitte mehr dieser Art von Pommesgerichten! (aber bitte nennt es nicht Poutine, Danke)

Dortmund à la Carte 2026 fand vom 24. bis 28. Juni 2026 auf dem Hansaplatz statt. Das SchwarzGold hatte dort neben anderen Gastronom:innen einen Stand. Normalerweise ist es aber in der Kokerei Hansa zu finden.
SchwarzGold
Emscherallee 11
44369 Dortmund
Website
Öffnungszeiten
MIttwoch bis Samstag, ab 18 Uhr bis ca. 23:30 Uhr
Betriebsferien beachten, z.B. 03.-24.08.2026
Es gibt ein Menü (169 Euro) sowie ein vegetarisches Menü (159 Euro), jeweils auch mit Weinbegleitung (109 bzw. 99 Euro) möglich. Nur echt mit der Dortmunder Currywurst!

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