Dreimal ist Tradition. Jetzt kann der Kunstpalast Düsseldorf quasi nicht mehr damit aufhören. Warum auch? Schon letztes Jahr waren die 10 Tage Palastblühen ein voller Erfolg und lockten über 34.000 Besuchende ins Museum. Dieses Jahr rechnet der Generaldirektor Felix Krämer wohl noch mit deutlich mehr. Das Grundinteresse ist so groß, dass manche ihren Urlaub danach planen.
Ich durfte die kunstvollen Blumenarrangements in der Sammlung des Kunstpalasts in Ruhe vorab am 16. April 2026 nach der Pressekonferenz in Augenschein nehmen. Lass Dir dieses Ereignis in den nächsten 10 Tage nicht entgehen!
- Vergängliche Schönheit Palastblühen: Nur für kurze Zeit
- Entdecken und Staunen im gesamten Kunstpalast
- Kreative Interpretationen der Florist:innen
- Kunst, Interpretation und kleine Statements
- Auswahlprozess
- Palastblühen als internationales Format
- Warum sich ein Besuch von Palastblühen lohnt
- Tipps für Deinen Besuch
- Teilnehmende Florist:innen beim Palastblühen 2026
Passend zum Frühlingsanfang, während drumherum alles in den schönsten Farben blüht, schmückt sich auch der Kunstpalast mit blumigen Meisterwerken. Diese treten dabei kunstvoll in den Dialog mit Werken der ständigen Sammlung.

Das Palastblühen im Frühling hat sich inzwischen als feste Tradition im Kunstpalast etabliert, die wir unbedingt weiter fortsetzen wollen. Dank der Leidenschaft und Kreativität der Düsseldorfer Floristinnen und Floristen sind auch diese Jahr wieder außergewöhnliche florale Kreationen zu sehen. Ist das Kunst? Na klar! Und sie verdient es, als solche ausgestellt und betrachtet zu werden.
Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast Düsseldorf
Vergängliche Schönheit Palastblühen: Nur für kurze Zeit
Doch dieses Vergnügen ist vergänglich und die 28 Blumenarrangements von mehr als 16 Florist:innen aus acht Düsseldorfer Blumenläden sind daher nur zehn Tage, vom 17. bis 26. April 2026, sichtbar. In der Zwischenzeit werden alle Arrangements gepflegt und nachgesteckt, welke Pflanzen auch ausgetauscht. Die Florist:innen sind in dieser Zeit ständig im Kunstpalast und kümmern sich um ihre außergewöhnlichen Kunstwerke.
Besonders schön dabei: Neben den temporären Blumenwerken kommt auch wieder Duft ins Spiel. Das fand ich letztens bei der Ausstellung über Die geheimen Macht der Düfte schon so spannend. Auch diese setzte sich mit der Sammlung im Kunstpalast Düsseldorf auseinander. Daher war es für mich jetzt umso spannender, einen neuen Eindruck der Sammlung zu erhalten und die Räume wieder neu zu entdecken. Manches ist vertraut, anderes wirkt total unterschiedlich auf mich.
Entdecken und Staunen im gesamten Kunstpalast
Mir fehlten ein wenig die schönen Vorhänge mit regenbogenartigem Farbverlauf. Das wirkte fröhlich und hinter jedem Vorhang wartete eine neue Welt auf mich. Doch auch während des Palastblühens kann hinter jeder Ecke eine Überraschung auf Dich warten. Die Florist:innen haben sich intensiv mit der Sammlung auseinandergesetzt und sie im gesamten Kunstpalast verteilt. Nimm Dir Zeit und schlendere durch die Räume. Entdecke dabei vom Mittelalter bis zum Jetzt nicht nur die permanenten Kunstwerke, sondern auch die oft zart duftenden, vergänglichen Arrangements.



Besonders gelungen finde ich das Blumenkunstwerk von Victor Breuer, welches an der Wendeltreppe im Bereich der Kunst des 2. Weltkriegs nach oben zur Moderne hin installiert ist. Victor hat bei Stiller Aufstieg eine Art Dornenwald beim Palastblühen erschaffen, der nach oben hin langsam mit hellen Blüten und Schmetterlingen verdichtet wird. Ein florales Kunstwerk, das kaum besser die Gräuel der Zeit und den Neuanfang verdeutlichen könnte. Das hat mich sehr bewegt.





Kreative Interpretationen der Florist:innen
Generell war ich sehr beeindruckt, mit welchen Ideen und welcher Kreativität Kunstwerke durch die Florist:innen interpretiert wurden. Auch mit welchen Mitteln, die jetzt nicht direkt Blumen sind. So setzte Janina Rüger von blüten&meer die Kartoffelernte von Max Liebermann (1875) als Ernte im Aprillicht gekonnt mit zahlreichen Kartoffeln, Zwiebelgewächsen, Gräsern und zarten Frühjahrsblühern um. Als würde die Ernte direkt aus dem Bild heraus quellen.




Besonders spektakulär ist sicherlich für viele der Himmelsgarten von Tino Hoogterp und seinem Team vom Blumenhaus am Hofgarten, der 100 Vanda-Orchideen im Bronnersaal, an der ersten Wendeltreppe, in luftige Höhen brachte. Sicherlich ist es für viele das florale Kunstwerk, mit dem man am meisten interagieren kann, und wohl auch der Instagram-Fotospot der Ausstellung. Womöglich das einzige Kunstwerk, durch das man so im Kunstpalast wandeln kann. Spannend, aber nicht das, was mich persönlich anspricht.





Zu anderen Ideen fand ich eher Zugang, wie z.B. zu Stille Kraft – in Weiß gemeißelt, ebenfalls von Tino Hoogterp und Team, in dem zahlreiche weiße Blüten in unzähligen kleinen weißen Vasen einen gewaltigen Turm vor Im Park der Villa Borghese (1886) von Oswald Achenbach erzeugten. Ein Traum von Weiß.





Kunst, Interpretation und kleine Statements
Alla Mandic und ihr Team von Nymph Blumendesign, die im Raum der Düsseldorfer Romantiker große Steinvasen mit Ranunkeln, Tulpen, Fritillaria und Eustoma sowie Zweigen und Bilderrahmen gestalteten, konnten sich einen kleinen Seitenhieb auf die “all men” der Düsseldorfer Kunstakademie nicht verkneifen. Die Auberginen waren daher für mich ein kleines, feministisches Highlight. Aber vielleicht interpretiere ich zu viel hinein.


Direkt im nächsten Raum lässt sie hingegen die Sonne aufgehen und bei Franz Marcs Akt unter Bäumen lässt sie ihrer Fantasie in einer modernen Interpretation eines Bogens freien Lauf. Während sich an anderer Stelle ein griechisch-römischer Nackedei durchs hohe Gras schlägt oder Victoria Bernds die Brauntöne von Anselm Feuerbachs Am Meer – Iphigenie III (1875) aufgreift und zu Schwermut, Sehnsucht und Hoffnung verarbeitet.








Flower Power verströmt das Blumenfeld um den VW-Käfer herum. Definitiv eines meiner Top3. Dominik Zelles von Victor Breuer Floristmeister zeigte viele Frühlingsblüher bei Im Aufbruch. Zahlreiche Farben, Größen und Formen erwecken bei mir ein Gefühl der 1960er-Jahre.

Weiß in Weiß gestaltet Michael Frings von Tannendiele seine Reduktion: Farbe und Form. Zahlreiche wunderschöne Edelrosen “Candellight” verarbeitete er in einem Raum, der selbst auf wenige Farben und Kunstwerke reduziert ist.



Auswahlprozess
Die Kunstwerke sind so vielfältig wie ihre Florist:innen. Bei der Auswahl der Räume und Werke sowie bei der Gestaltung ihrer korrespondierenden Blumenarrangements hatten die Florist:innen freie Hand. Doch zuerst durchlief jedes Konzept eine harte Begutachtung durch die Projektleitung, Lena Spoo. Zwar konnte sich jeder Blumenladen Zeit nehmen, durch die Sammlung schlendern und sich inspirieren lassen. Doch alle mussten Konzepte einreichen und bekamen nicht immer alle Räume und Kunstwerke, die sie sich wünschten. Anscheinend waren hier doch viele Gleichgesinnte versammelt, die aus der Sammlung zielsicher ähnliche Werke und Räume pickten.
Palastblühen als internationales Format
Sieben der acht teilnehmenden Blumenhäuser und -bindereien waren übrigens bereits in den vergangenen zwei Ausgaben von Palastblühen mit dabei und haben sich mutig dieser Pionieraufgabe im deutschen Raum gestellt. Denn der Kunstpalast ist das erste Museum in Deutschland, das mit einem Projekt dieser Größenordnung die Verbindung von bildender Kunst und Floristik nutzt, um neue Zielgruppen abseits des klassischen Ausstellungspublikums zu erreichen. Doch Düsseldorf ist nicht der Erfinder des Formats à la Palastblühen. In den USA sind ähnliche Formate bereits in mehreren Museen etabliert, u.a. im Saint Louis Art Museum oder im Museum of Fine Arts in Boston.

Auch in Europa tut sich etwas. Zahlreiche Anfragen diverser Museen sind beim Kunstpalast eingegangen. Vom 30.04. bis 10.05.2026 wird das befreundete Königliche Museum in Antwerpen (Belgien) mit In Full Bloom eine ähnliche Ausstellung präsentieren. Wer es also nicht nach Düsseldorf schafft, könnte hier in naher Zukunft in den Genuss der Kombination von bildender Kunst und Floristik kommen.
Warum sich ein Besuch von Palastblühen lohnt
Denn ein Museum mit Blumen ist viel schöner als eins ohne!

Tipps für Deinen Besuch
Es wird mit hohem Andrang gerechnet. Online sind viele Tage bereits ausverkauft, doch es gibt eine Tageskasse mit Restkontingent! Das Anstehen dafür lohnt auf jeden Fall! Zeitiges Kommen sichert die Plätze. Als Mitglied des Freundeskreises ist der Besuch jederzeit ohne Wartezeit kostenfrei möglich.
Um dem prophezeiten Andrang Herr zu werden, gibt es verlängerte Öffnungszeiten sowie einen zweiten Eingang zur Sammlung und damit zum Palastblühen. Auch am Montag, dem typischen Ruhetag der Museen, wird der Kunstpalast geöffnet haben.
Ich habe gestern selbst rund zwei Stunden in der Sammlung verbracht. Bei Andrang und Genießen der Kunstwerke – ständige und temporäre – würde ich eher 3-4 Stunden einplanen. Die Sammlung ist außerdem als Rundgang aufbereitet, sodass Du an allen floralen Gebilden vorbeikommst. Lass Dir also genügend Zeit. Falls Du noch Zeit hast, lohnt sich das Kombiticket für alle Ausstellungen. Aktuell wird u.a. auch die Scharff Collection präsentiert.

Da das Verkehrsaufkommen durch naheliegende Großveranstaltungen hoch sein wird, empfiehlt der Kunstpalast die Anreise mit dem ÖPNV. Vom Hauptbahnhof fahren mehrere U-Bahnen zur Station Tonhalle/Ehrenhof. Weitere Möglichkeiten bitte der Website oder App der Ruhrbahn entnehmen.
Palastblühen
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
Website
Öffnungszeiten
täglich, auch Montag (20.04.), 10-18 Uhr
Donnerstag/Freitag/Samstag (23./24./25.04.): 10-21 Uh
Preise
Ticketkauf im Onlinshop empfohlen
19 Euro, ermäßigt 15 Euro (für alle Ausstellungen & Sammlung inkl. Palastblühen)
16 Euro, ermäßigt 12 Euro (Einzelausstellung Palastblühen)
Teilnehmende Florist:innen beim Palastblühen 2026
- Blumenhaus am Hofgarten – Tino Hoogterp, Luisa König, Jule SChnaugst, Kristina Janet Schacke
- Blumenbinderei Lehmann – Victoria Bernds
- Dornrose – Sabine Krusekopf
- blüten&meer – Janina Rüger
- Nymph Blumen – Alla Mandic & Team
- October First Studio – Nina Gehrke
- Tannendiele – Michael Frings, Astrid Franke, Yeo Jin Choi, Nele Pelz
- Victor Breuer – Victor Breuer, Nele Münzer, Dominik Zelles
Fotos: Diese und viele weitere Fotos findest Du zur Inspiration auf Flickr. Sie unterliegen meinem Urheberrecht. Die Rechte an den Kunstwerken liegen bei den jeweiligen Künstler:innen und Florist:innen sowie beim Kunstpalast.
Offenlegung: Ich war als Teil der Presse zur Pressekonferenz eingeladen und konnte Palastblühen vorab am 16. April 2026 kostenfrei besichtigen. Meine Meinung bleibt davon unbeeindruckt. Fahrtkosten nach Düsseldorf habe ich selbst getragen.





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