Graffiti mit oberen Drittel einfarbig, darauf Text "art will never die" (Kunst wird nie sterben) im NDSM Werft-Stadtteil in Amsterdam.

Amsterdam: Kunst abseits des Mainstreams – Hidden Gems

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Bei Kunst in Amsterdam fallen den meisten Menschen spontan das Rijksmuseum oder das Van-Gogh-Museum im Zentrum der Stadt, unweit des Grachtengürtels ein. Doch dabei hat Amsterdam eine lebendige, zeitgenössische Kunstszene, die es abseits der bekannten Pfade zu entdecken gilt! Ich nehme Dich mit von der Oude Kerk bis in den Norden auf ein ehemaliges Werftgelände oder in den Südosten inmitten eher typischer Wohnviertel am Rande der Stadt.

Alle vorgestellten Orte findest Du auch auf dieser Karte von Amsterdam:

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Mehr Informationen

Oude Kerk – Kirche und Ausstellungsraum

Unweit des Bahnhofs – ich empfehle immer eine Anreise mit der Deutschen Bahn nach Amsterdam Centraal (z.B. mit Sparpreis Europa*) – befindet sich innerhalb des Grachtengürtels die Oude Kerk (“Alte Kirche”) im Stadtteil De Wallen. Es ist das älteste noch erhaltene Gebäude Amsterdams. Das erste Gotteshaus aus Holz existierte bereits im 13. Jahrhundert, welches kurze Zeit später durch einen steinernen Bau ersetzt und dem heiligen Nikolaus (Schutzpatron der Seeleute und Prostituierte) gewidmet wurde. Immer wieder wurde mal umgebaut, angebaut, ergänzt. So ist auch der Turmhelm des Kirchturms barock geprägt. In den 1990er Jahren wurde die Kirche zuletzt umfangreich restauriert.

Kirchturm der Oude Kerk Amsterdam durch eine schmale Gasse fotografiert.
Oude Kerk, Amsterdam

Noch heute ist die Oude Kerk ein Gotteshaus für die Nachbarschaft, aber auch gleichzeitig ein Ausstellungs- und Begegnungsort für Menschen aus dem Viertel und aller Welt. Der große Kirchensaalbau ist dabei wenig überladen und bietet in seiner Größe ein Gefühl der Freiheit. Ein angenehmer Ort, sich und auch Kunst zu begegnen.

Im Inneren der Oude Kerk - Seitengang fotografiert, Säulen links, hohe Holzdecke, keine Möbelim Vordergrund.

*Affiliatelink (Werbelink) der Deutschen Bahn – wenn Du darüber ein Ticket buchst, erhalte ich zum Dank eine kleine Provision, die mir beim Erhalt der Seite hilft. Danke.

It’s OK… commoning uncertainties – a manifestation of gatherings

Dies war auch der Hintergrund der gerade zu Ende gegangenen Initiative It’s OK… commoning uncertainties – a manifestation of gathering der Künstlerin Jeanne van Heeswijk, die die Oude Kerk als Begegnungsort von Bewohner:innen, Tourist:innen, Macher:innen und Denker:innen gestaltete. In verschiedenen Veranstaltungen haben diese über aktuelle gesellschaftliche Themen gemeinsam diskutiert.

Dafür schuf ein Kollektiv aus Künstler:innen wöchentlich Begegnungsräume (“Circles” – Erfahrungskreise) innerhalb der Kirche, um Menschen wieder zusammenzubringen, die sich im täglichen Leben in einer globalisierten Welt eher unsicher oder ungehört fühlen. In einer Gegend, in der zahlreiche Interessensgruppen aufeinander treffen, mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen, Wünschen und Träumen und in der es immer wieder zu Reibungen kommt. Diese Kreise schlugen Tehmen vor, die als Ausgangspunkt für die (Wieder-)Entdeckung einer gemeinsamen Basis dienten.

Die Designer:innen Viola Renate und Satja Jurc Blagovič haben für einen wärmeren und sicheren Raum innerhalb der Kirche eine zeitgenössische Kapelle entworfen, die als Zufluchts- sowie Austauschort diente und in denen Themen wie “Die Schatten der Politik” oder “Niemand wird meine Worte für mich sprechen, niemand wird meine Arbeit für mich tun.” oder auch “Queere Strömungen”.

Vergangene Kunstprojekte in der Oude Kerk

Immer wieder ist die Oude Kerk Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst und überrascht dabei immer wieder. Ging es gerade noch um Begegnungsräume, so widmet sich die Oude Kerk in der nächsten Ausstellung (bis März 2024) der amerikanischen Musiklegende Meredith Monk. Die 80-jährige Komponistin, Tänzerin, Filmemacherin und Choreographin wird mit Meredith Monk: Calling das erste Mal in Europa mit einer Ausstellung gewürdigt.

2015 stellte der Fotograf Tony Oursler in der Oude Kerk unter dem Motto I/O underflow aus. Dabei wurden seine Werke als Lichtprojektionen und digitale Performances innerhalb und außerhalb der Kirche gezeigt. Er wollte damit einen Schwerpunkt auf den Umgang mit Digitalität legen. Was ist virtuell, was ist Realität?

Auch die Stühle der Kirche mit den Wörtern auf dem Sitzkissen sind nicht zufällig. Es ist ein Kunstprojekt der Amsterdamerin Sara Vrugt für die Oude Kerk. 2013/14 nutzte sie die 118 Kirchenstühle, die dringend sanierungsbedürftig waren. Sie sammelte für jeden Stuhl eine Geschichte aus der Umgebung der Kirche, von Personen aus der Nachbarschaft und ihrer Beziehung zur Oude Kerk.

Stühle mit Namen auf der vorderen Kante des Sitzkissens in der Oude Kerk Amsterdam.
Stühle in der Oude Kerk

Während Sara die Stühle neu polsterte, brachte Dichterin Anna Enquist alle Geschichten zusammen und formulierte eine Kurzgeschichte aus 118 Wörtern. Daraus entwarf Sara jeweils die Textildesigns, in die jeweils ein Wort und ein Bild aus der Geschichte eingearbeitet wurde. Zusammen angeordnet, ergeben sie die gesamte Kurzgeschichte. Alle Geschichten der Personen zum Nachlesen gibt es im Buch “Stof tot nadenken” (Niederländisch/Englisch). Erhältlich im Museumsshop.

“Alte Kirche” – 700 Jahre Geschichte

Doch auch die Kirche selbst ist voller Highlights, die es zu entdecken gilt. 700 Jahre Geschichte sind hier nicht ohne Spuren vorbei gegangen. Wenn auch zeitgenössische Kunst im ältesten erhaltenen Gebäude Amsterdams spannend ist, so ist das Gebäude an sich mindestens ebenso!

Die bemalte Holzdecke ist eines meiner persönlichen Highlights. Sie gilt als eine der größten Holzgewölbedecken Europas, die im 16. Jahrhundert zahlreiche Gemälde, biblische Szenen, aber auch Wappen der Zünfte der Stadt sowie der angesehendsten Familien enthielt. Nach der Reformation und dem Bildersturm, als die Kirche auch ihre mittelalterliche Einrichtung verlor, wurde die Decke mehrfach übermalt und erst mit einer umfangreichen Restaurierung in den 1950er Jahren kamen die Zeichnungen wieder zum Vorschein.

Bemalte Holzdecke, Sterne an Kreuzungspunkten mit Wappen, Oude Kerk Amsterdam.
Bemalte Decke

Überaus beeindruckend ist auch die Christian-Vater-Orgel (Hamburg) von 1724, die 33 Buntglasfenster aus dem Mittelalter, die überlebt haben sowie die zahlreichen Grabsteine, die den Boden bedecken. Seit dem 13. Jahrhundert bis 1865 sollen hier rund 60.000 Menschen unter den mehr als 2.000 Grabsteinen bestattet worden sein. Meist angesehene Persönlichkeiten, Bürgermeister, Künstler, reiche Händler (damals alles Männer). Die berühmteste Person ist aber tatsächlich eine Frau – Saskia van Uylenburgh (1612-1642), Rembrandts erste über alles geliebte Frau.

Im Büro des Kirchenvorstehers sowie im Spiegelsaal kannst Du dann noch in eine völlig andere Welt abtauchen. Doch ich möchte nicht zu viel verraten.

Büro des Kirchenvorstehers mit Holztafel und mehreren Stühlen, Blumenvase darauf, Kamin dahinter, verzierter Stuck an der Wand, großen Bild, Kronleuchter über der Tafel.
Büro des Kirchenvorstehers

Oude Kerk Amsterdam

Oudekerksplein 23
1012 GX Amsterdam
Niederlande

Besucherinformationen/Website

Öffnungszeiten
Montag-Samstag: 10-18 Uhr
Sonntag: 13-17:30 Uhr

27. April (Königstag) sowie 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag) geschlossen.

Preise
Erwachsene: 13,50 Euro
Studierende, Jugendliche (13-17 Jahre): 7 Euro
Kinder (6-12 Jahre): 3,50 Euro
Kinder (1-5 Jahre): frei

Weitere Rabatte/freier Eintritt, z.B. mit der I Amsterdam City Card möglich.
Kostenloser Audioguide in Deutsch und anderen Sprachen für die Kirchenhighlights.
Tickets können online oder vor Ort gekauft werden.

W139 – Zeitgenössische Kunst im Stadtzentrum

Nur zwei Straßen entfernt von der Oude Kerk liegt in der Warmoestraat 139 ein Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst, der seit 1979 mitten in De Wallen existiert, nachdem das Gebäude von einem Künstler:innenkollektiv besetzt wurde. Das W139 versteht sich als ein Raum für Risiko, in dem sich Künstler:innen ausprobieren können – im Gegensatz zu Museen oder kommerziellen Galerien der Stadt.

Außenansicht des W139 Amsterdam, Schriftzug über der Tür, deren linker Flügel ist geöffnet, links und rechts Schaufenster mit Schriftzügen zur aktuellen Ausstsellung.
W139 in Amsterdam

Der Wunsch, außerhalb des Kunstsystems von Galerien und Musseen, Kunst einen Raum zu geben, war treibende Kraft, das vormalige Theater in Beschlag zu nehmen. Nach über 40 Jahren ist es immer noch ein Inkubator für Kunst zu aktuellen Themen sowie eine Plattform für Dialog und Begegnung. Das W139 organisiert dazu jährlich maximal vier Ausstellungen – groß angelegte Ausstellungen, aber auch öffentliche Veranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit vielfältigen Künstler:innen innitiert und organisiert werden. Dazu kommen Projekte, die im Rahmen offener Ausschreibungen ausgewählt werden.

Das alles in einem immer zunehmend gentrifiziertem Viertel und für einen geringen Eintrittspreis – und das trotz oftmals schwieriger Finanzierung und Förderung. Die heutige Popkulturausstrahlung des W139 ermöglicht dabei einen leichteren Zugang als zu einer herkömmlichen Galerie. Du bekommst hier das Gefühl, dass Du hier herkommen kannst, egal, wie Deine Bildung oder Dein Kontostand ist.

Im Gespräch mit Anette Wolfsberger über das W139 und seine Ausstellungen

Gab es früher noch alle vier Jahre eine neue:n künstlerische:n Direktor:in, so ist das W139 heute stark community-driven und besteht aus einem künstlerischen Team. Dieses zeigt oft queere Perspektiven oder Künstler:innen mit Migrationshintergrund – also Themen abseits des Mainstreams.

Blick aus dem obersten Stock des W139-Gebäudes auf den Hinterhof.
Blick auf den Hinterhof und über Amsterdam

Die Wienerin Annette Wolfsberger ist seit Anfang 2023 offiziell “Managing Director” des W139, nach dem sie bereits fast 25 Jahre in Amsterdam wohnt und zuvor ein Jahr interimsmäßig das W139 leitete. Sie führte mich bei meinem Besuch durch die Ausstellung und das Haus. Bis unters Dach mit einem schönen Ausblick in den Hinterhof, auf Künstler:innenateliers und die Künstler:innenwohnung, die das W139 auch als Lebensraum anbietet, damit Künstler:innen direkt im Produktionsraum tätig werden können.

Substitutes. Initiated by Philipp Gufler

Wir verstehen uns sehr gut und gerne wäre ich länger geblieben. Sie erzählt mir unter anderem von der breiten Community von Kunstschaffenden, denen sie im W139 nach einem Call für Künstler:innen eine Woche Raum geben für ihre künstlerischen Experimente. Aber auch von der aktuellen Ausstellung während meines Besuchs, Substitutes. Initiated by Philipp Gufler, die an dem Wochenende aber leider bereits zu Ende ging. Der deutsche Künstler lebt auch bereits seit rund 10 Jahren auch in Amsterdam und ist somit direkter Teil der Künstlercommunity rund ums W139. Seinem Einfluss ist es auch zu verdanken, dass erstmal nicht nur zeitgenössische, sondern auch ein bereits toter Künstler (Elisar on Kupffer/Elisarion) im W139 ausgestellt wurde.

Dead Skin Cash

Doch auch die Ausstellung, die Anfang 2023 im W139 lief – “Dead Skin Cash” – hört sich in Annettes Erzählungen so spannend an, dass ich es einmal wieder bereue, nicht öfters in Amsterdam zu sein und mehr von der Kunstszene dort mitzubekommen. Die Künstler:innen Ghita Skali und Salim Bayri – beide mit marokkanischem Hintergrund – widmeten sich in ihrer Ausstellung den Ambivalenzen unserer Beziehung zu toter Haut. Wir verlieren täglich Hautschuppen, manche ekeln sich vor ihrer Haut, andere haben eine Obszession sie zu schrubben oder vernachlässigen sie. Hygiene ist ein zentraler Punkt beim Thema Haut.

Besonders spannend, wie das Viertel, die Stadt Amsterdam mit eingebunden wurde. Denn das Geld aus der Förderung wurde durch ein Angebot quasi an die Community zurückgegeben. Auf Flyern, durch Mundpropaganda, Onlinewerbung, Visitenkarten und Aufklebern, die in der Stadt verteilt wurden, riefen die Künstler:innen unter dem Motto “Holen Sie sich Geld für Ihre tote Haut” zu Hautspenden auf. Für jedes Gramm zahlten sie 20 Euro – ein naiver Versuch, eine neue Art von Währung zu schaffen – wie das W139 im Begleittext schreibt – und doch auch gleichzeitig die Umleitung und Umverteilung der öffentlichen Gelder. Ein Köder zur Ausstellung mit der eigenen Haut als Ware (“Verkauf der eigenen Haut”). Nicht umsonst stellte die Ausstellung die Frage: “Wie schmutzig kann Geld sein?”, aber auch “Wer kann es sich leisten, nicht seine eigene Haut zu verkaufen?”.

Akutell hat die Künstlerin Farida Sedoc ihre erste Einzelausstellung im W139 namens “People’s Forum”.

W139

Warmoesstraat 139
1012 JB Amsterdam
Niederlande

Website

Öffnungszeiten
Ausstellung: Mittwoch-Sonntag 10-18 Uhr
Büro: Montag-Freitag 10-18 Uhr

Preise “Pay-it-forward”
Eintritt 3 Euro, aber Du kannst 6, 9 oder mehr Euro als Spende für ein “Community Ticket” bezahlen – wenn jemand finanziell weniger gut gestellt ist, kann der:diejenige Dank Dir ebenfalls Kunst sehen oder an Veranstaltungen teilnehmen

Eine Verschnaufpause in netter Atmosphäre und bei gutem Essen bietet De Bakkerswinkel in der Warmoesstraat. Die Bäckerei mit angeschlossenem Café bietet Frühstück, Mittagessen, Snacks, Scones und High Tea an, für den ich mich letztendlich nach Anreise und ganz viel Kunst entschied. Liebevoll ausgesuchte Snacks auf einer Etagere von freundlichen Menschen serviert. So lässt sich das Leben doch genießen!

De Bakkerswinkel

Warmoesstraat 69
1012 HX Amsterdam
Niederlande

Website

Öffnungszeiten
Montag, Mittwoch-Freitag: 8-16:30 Uhr
Samstag, Sonntag: 08:30-16:30 Uhr
Dienstag geschlossen

Preise
Früstück ab 11,75 Euro
Kuchen: 4,95 Euro/Stück
Sandwiches ab 9,95 Euro
Old Bakery High Tea: 25,25 Euro
Die Menükarte kann online auf der Website eingesehen werden.

OSCAM – Open Space Contemporary Art Museum im Südosten

Unweit des Ziggo Domes, einer beliebte Konzertarena im Südosten und des Ajax-Stadions, befindet sich das Einkaufszentrum “Amsterdamsse Poort” im Stadtteil Biljmer (unweit des 1992er Absturz einer El Al-Maschine). Du kommst quasi direkt darauf zu, wenn Du östlich der U-Bahn-Station “Amsterdam Bijlmer ArenA” über den Koekenrodeplein und dann gerade aus läufst.

Koekenrodeplein, Amsterdam-Zuidoost
Koekenrodeplein

Eher unscheinbar in einer Gasse an der Seite befindet sich das OSCAM – das Open Space Contemporary Art Museum, welches sich als Museum für Kunst, Mode, Design, Kunsthandwerk und Entwicklung versteht und zum 50. Jubiläum von Bijlmer (2018) eröffnet wurde, um die kulturelle Vielfalt des Stadtteils hervorzuheben, der stark migrantisch geprägt ist.

Eingang zum OSCAM in Bijlmer, Amsterdam-Zuidoost, integriert im Amsterdamse Poort Einkaufszentrum.
OSCAM im Amsterdamse Poort Einkaufszentrum

Dabei fördern sie mit “Young OSCAM” auch den musealen Nachwuchs. Junge Talente, die es im Ausstellungsbereich schaffen wollen und hier das nötige Rüstzeug für ihren Karriereweg bekommen. Diese jungen Mitarbeitenden spielen für das Museum eine wichtige Rolle und fungieren als Bindeglied zwischen Künstler:innen und Publikum, bringen neue innovative Ideen ein und sind als Netzwerk der nachfolgenden Generationen wichtig im nationalen und internationalem Kunst- und Kulturbereich.

Young OSCAM Art Kitchen

Im Rahmen des neuesten Konzepts des OSCAMs, dem Young OSCAM Art Kitchen, lädt das Museum junge Kunstschaffende ein, ihre Arbeiten zu präsentieren. In einer sechswöchigen Ausstellunge werden die jungen Künstler:innen unterstützt, ein breiteres Publikum zu erreichen und dauerhafte Verbindungen im OSCAM-Netzwerk zu bilden. Dabei wird ein:e OSCAM-Kurator:in mit einem/einer Young OSCAM-Co-Kurator:in für die Produktion einer Ausstellung zusammengebracht. Beide begleiten Künstler:innen mit unterschiedlichen Hintergründen auf ihrem Weg in eine berufliche Zukunft in der Kreativbranche.

OSCAM x Lee Stuart: ‘Let’s be honest: We all need rest’

Als ich im Juni 2023 das OSCAM besuchte, bereiteten sie gerade die Ausstellungseröffnung zur Ausstellung OSCAM x Lee Stuart*: ‘Let’s be honest: We all need rest’ (Seien wir ehrlich: Wir alle brauchen Ruhe). Gemeinsam mit Kuratorin Marian Duff vereinte der Künstler eine Gruppe Kunstschaffender aus verschiedensten Kunstrichtungen zum Thema: Wie finden wir Ruhe?

Ausstellungseinführung zu "Let's be honest: We all need rest", OSCAM Amsterdam-Zuidoost
Ausstellungseinführung im OSCAM

Bis zum 28. Oktober 2023 zeigte das OSCAM Werke der sechs nationalen und internationalen Künstler:innen Ayomide Tejuoso (Plantation), Gogy Esparza, Hanane El Ouardani, James Lacey (Pointless Illustrations), Jim Klok und Serana Angelista mit ihren Antworten auf diese Frage. Ihre Visionen, was Ruhe für sie bedeutet sowie das Hinterfragen des etablierten (kapitalistischen) Systems und die Kultur der Produktivität wurden umgesetzt in mutige Ideen mit unterschiedlichen Perspektiven, die uns fünf der Künstler:innen beim Besuch vorstellten.

Blick in die Ausstellung "Let's be honest: We all need rest" im OSCAM, Amsterdam-Zuidoost.
Blick in die Ausstellung

* Hinweis: Aufgrund der pro-palästinensischen/pro-Hamas-Haltung des Künstlers auf u.a. Instagram werde ich nicht weiter auf ihn eingehen. Ich distanziere mich ausdrücklich von seinen Ansichten.

Serana Angelista – Uprooted I Float

Am Eingang befand sich das Werk Uprooted I Float der Künstlerin Serana Angelistas, deren Wurzeln in Curaçao liegen. Diese inspirierten die gelernte Graphikdesignerin zu den Vorhangschals mit dem markanten Muster – drei Kunstwerke namens “Bulabanda”, “Taya” und “Luango”. Sie setzt sich dabei mit dem afrikanischen Einfluss auf die karibische Kultur auseinander. Die jacquardgewebten Textilien haben ihre Wurzeln in der Erzählung “Fliegende Sklaven” aus Curacao, in der versklavte Menschen versuchen, in ihre Heimat zurückzufliegen. Die grafischen Motive sind von kongolesischen Kuba-Stoffen inspiriert, die unter Berücksichtigung des kulturellen Austauschs zwischen Afrika, der Karibik und Europa neu interpretiert wurden. Dabei verwendet sie Bambusohrringe, die sie auch gerne zu Schulzeiten trug, als moderne Symbole des Triumphs und hebt so das afro-atlantische Erbe hervor.

Serana Angelistas vor ihrem Werk im OSCAM, Amsterdam-Zuidoost.
Serana Angelistas vor ihrem Werk

Jim Klok – Trace

Künstler und Graphikdesigner Jim Klok hingegen arbeitet überwiegend mit Zeichnungen, Fotografien und Drucken. Mit Trace (Spur) stellt er in der Ausstellung ein Kunstwerk vor, das über seine üblichen und bevorzugten Größenverhältnisse hinausgeht sowie nur mit Blei- und Buntstiften arbeitete. Er erforscht die Materialität von Bildern und ihre Rolle in unserem Alltag. Mit seiner Technik versucht er, diese Bilder zu verarbeiten und zu interpretieren. In “Trace” hat er diese Bilder sorgfältig einzeln auf die Oberfläche übertragen – immer auf der Suche nach seinem eigenen Tempo.

Jim Klok vor seinem Werk "Trace" im OSCAM, Amsterdam-Zuidoost.
Jim Klok vor seinem Werk “Trace”

James Lacey – Burning At Both Ends & Mind Garden

Der in Amsterdam wohnende Waliser James Lacey hingegen ist ein Autodidakt als Illustrator und Graphikdesigner, der ursprünglich aus der Skaterszene kommt. Seine Werke zeigen daher eine stark cartoonhafte Ästhetik, die er anfangs vor allem für Veranstaltungsplakate nutzte, später für Albumcovers und die mir persönlich richtig gut gefallen.

Im OSCAM stellte er zwei Werke – Burning At Both Ends und Mind Garden aus, die sie mit Burn Out und der Zeit danach, also mit mentaler Gesundheit beschäftigen. Burning At Both Ends zeigt dabei das organisierte Chaos, während Mind Garden den Gegensatz dazu bildet und das Licht am Ende des Tunnels zeigt. Die Originale dazu hat er mit der Hand gezeichnet, dann am Computer bearbeitet und gedruckt.

Ayomide Tejuoso – Pink Bullets; Black Blood

Die nigerianisch-schweizerische Künstlerin Ayomide Tejuoso, bekannt als Plantation, versucht in ihren Arbeiten, den schwarzen Körper zu dekontextualisieren. Außerdem verarbeitet sie ihre queere Identität sowie Gewalt in der Jugend in ihren Werken. In ihrer visuellen Welt dreht sich daher alle um die Abgründe der schwarzen queeren Existens, die Natur des schwarzen Frauseins und die Suche nach Sicherheit als Teil der schwarzen Community. In Pink Bullets; Black Blood arbeitete die Fotografin mit langen Verschlusszeiten und düsteren Bildern, um den Tod von Schwarzen, basierend auf ihren Erfahrungen aus Nigeria, zu thematisieren. Aus 20 Fotos ist so ein verdichtetes 3 min-Video entstanden.

Ayomide Tejuoso erzählt vor einem Vorhang mit einem Bild aus dem Video "Pink Bullets; Black Blood" über die Entstehung. Das Video läuft links dahinter auf einem Monitor.
Ayomide Tejuoso erzählt über die Entstehung von “Pink Bullets; Black Blood”

Gogy Esparza – Hush – Holla!

Der in New York City ansässige ecuadorianisch-amerikanische Künstler Gogy Esparza beschäftigt sich ebenfalls mit Fotografie und Video sowie Bildende Kunst. Sein tragisches, romantisches und psychedelisches Werk greift oft auf Futurismus und Science-Fiction zurück. In seinen Werken werden die Feinheiten des innerstädtischen Lebens seziert, erweitert, gewürdigt und gefeiert.

Gogy Esparza vor einem Teil seines Werkes "Hush – Holla!" im OSCAM, Amsterdam-Zuidoost.
Gogy Esparza vor einem Teil seines Werkes “Hush – Holla!”

So auch bei den beiden ausgestellten Bildern und der Videoinstallation Hush – Holla!. Sie zielen darauf ab, viele seiner unterdrückten Gefühle zu entkleiden und offenzulegen. Oder um es mit Gogys Worten zu sagen: “Ruhe ist manchmal eindringlich und schmerzhaft.”

OSCAM – Open Space Contemporary Art Museum

Bijlmerplein 110-111 – Shopping Center Amsterdamse Poort
1102 DB Amsterdam
Niederlande

Website

Öffnungszeiten
Dienstag-Freitag: 10-18 Uhr
Samstag: 10-17 Uhr

Preise
Der Eintritt ist frei.

NDSM Werft – Szeneviertel und kultureller Hotspot in Amsterdam-Noord

Nördlich des Hauptbahnhofs auf der anderen Seite des Flusses IJ liegt in Amsterdam-Noord die ehemalige NDSM-Werft, die dem zum Szeneviertel aufgestiegenem Stadtteil nun ihren Namen gibt. Die Nederlandsche Dok en Scheepsbouw Maatschappij existierte von 1946 bis 1979 auf einer Gesamtfläche von 80 Hektar, auf der Schiffe repariert und gebaut wurden. Eine der größten Werften Europas. Nach der Schließung wurden die Gebäude erst besetzt, bevor die Gentrifizierung einsetzte und u.a. Studios von Fernsehsendern und Firmen wie Greenpeace und Red Bull auf der großen Brache Einzug hielten.

Fahrräder stehen vor einem Kunstwerk, dass NDSM aufgesprüht hat, vor alten Werfthallen in Amsterdam-Noord.
NDSM Werftgelände in Amsterdam-Noord

Seit 2013 wird das Gelände in ein eigenständiges, modernisiertes Stadtviertel umgewandelt. Neben den Industriegebäuden, die teilweise umgebaut und weitergenutzt wurden, entstanden zahlreiche Wohnungen sowie Gastgewerbegebäude, die nun weiter unter NDSM firmieren.

Menschen strömen aus zwei Fähren an der Anlegestelle NDSM Werf in Amsterdam-Noord, dahinter das botel.
Menschen strömen aus den Fähren aufs NDSM Werftgelände

Den Stadtteil kannst Du übrigens ganz bequem vom Bahnhof Amsterdam-Centraal mit einer Fähre erreichen. In NDSM-Ost warten zahlreiche Galerien auf Dich, wie z.B. das Nieuw Dakota.

Nieuw Dakota – Four Legs Good, Two Legs Bad

In dieser Galerie für zeitgenössische Kunst unweit der Fähre besuchte ich die Ausstellung “Four Legs Good, Two Legs Bad” (19.05.-20.08.2023), in der Tiere die Künstler:innen sein sollen bzw. die Persepktive der Tiere eingenommen wird. Klingt etwas speziell, war es am Anfang auch für mich. Doch es gab ein paar Ausstellungsstücke, die mich angesprochen haben. Dennoch widerstrebte mir ein wenig der Gedanke, dass Tierflüster:innen den Tieren (wie Donkey L’Albert de Rêve, Hammie the pig, Lobster couple, …) eine Stimme gegeben haben wollen und menschliche Assistent:innen “ihre Konzepte” zum Leben erweckten.

So sehr ich moderne Kunst mag und auch neue Wege schätze, das ging mir ein Stück in meinem Kunstverständnis zu weit. Doch wer bin ich, darüber zu urteilen. Die kleine Galerie hat auf jeden Fall das Ohr am Puls der Zeit und wagt etwas, gibt neuen Ideen einen Raum. Das gefällt mir und das ist einen Besuch/Versuch wert! Bis Ende 2023 läuft noch eine Gruppenausstellung, die sich der romantischen Liebe (“Yes, I Do”) widmet.

Nieuw Dakota

Ms. van Riemsdijkweg 41b
1033RC Amsterdam
Niederlande

Website

Öffnungszeiten
Donnerstag-Sonntag: 11-18 Uhr
geschlossen an Neujahr (01.01.), Ostersonntag, Ostermontag, Königstag (27.04.), 1. Weihnachtsfeiertag (25.12.)

Preise
Erwachsene: 4 Euro
Studierende, Kinder/Jugendliche unter 18 Jahre: Eintritt frei
jeden letzten Donnerstag im Monat ist der Eintritt zwischen 17 und 21 Uhr frei

Etwas nordöstlich beherbergt das Gelände weitere Kunstgalerien und in den IJhallen Gastronomie sowie jeden Monat den größten Flohmarkt Europas, der sich auch auf das Außengelände erstreckt. Dazwischen befindet sich ein DoubleTree by Hilton Hotel*, das irgendwie deplatziert wirkt. Stilecht übernachten kannst Du aber im Kran* (“Kraan 7”) oder im botel* unweit davon.

* Der Link führt zu booking.com, ein Affiliate-Link (Werbelink) – wenn Du darüber buchst, erhalte ich eine kleine Provision als Dankeschön. Das hilft mir, die Seite am Laufen zu halten.

STRAAT Museum – Heimat der Street-Art

Nicht ungewöhnlich in einer solchen Gegend: Street Art. Ungewöhnlich auf dem NDSM-Gelände ist aber, dass es hier Flächen gibt, die legal besprüht werden dürfen. Dazu entstand in einem der alten Werftlagerhallen ein Museum für Graffiti und Street Art – das STRAAT. Rund um die Halle stehen Flächen zur Verfügung, die unter Auflagen zur Gestaltung von größerer Kunst genutzt werden können.

Auf 8.000 m2 befindet sich wohl einer der größten Ausstellungsräume für Graffiti und Street Art. Aktuell zeigt das Museum mehr als 180 Kunstwerke von 170+ Künstler:innen, die vor Ort geschaffen wurden und in ihrer Größe einfach beeindruckend sind – genauso, als wären sie auf Außenwänden gestaltet worden. Dazu bietet das Museum ein Panoramadeck mit einem beeindruckenden Ausblick auf die Ausstellung, ein Café zum Verweilen und die Eindrücke zu verarbeiten und auch eine Einblick in die Geschichte von Grafitti und Street Art. Danach wirst Du manches Kunstwerk mit anderen Augen sehen.

Ist das eigentlich noch Street Art?

Ich bin schier überwältigt ob der Qualität und der Künstler:innen, die das STRAAT eingeladen hat, hier auszustellen. Alte Bekannte und viele Neuentdeckungen, die mir einen schönen Nachmittag im Museum boten. Die Stile, die verschiedenen Motive und Kunstrichtungen haben mich in ihren Bann gezogen. Doch fehlt nicht eigentlich ein Aspekt? Kann und darf Graffiti und Street Art in einem Museum hängen, wenn der illegale Teil des Ganzen fehlt? Wie wichtig ist eigentlich dieser illegale Anteil der Straße, wenn die Kunstwerke nicht mal auf der Straße entstanden sind?

ein Bild einer Frau, Künstler:in: Studio Giftig, Titel: Close to you, STRAAT Museum, Amsterdam
“Close To You” von Studio Giftig

Mit dieser Fragestellung eröffnete das STRAAT im Oktober 2020 seine erste Ausstellung Quote from the Streets. Während die Künstler:innen sich ihrer Kunst innerhalb des STRAATs widmeten, verrieten sie auch ihre kreativen Wege und persönlichen Perspektiven. Dabei stellte sich heraus, das viele Schlüsselaspekte der Street Art in der Sammlung des Museums noch immer präsent sind. Basierend aus diesen Erkenntnissen wurde die Ausstellung in fünf Themenbereiche kategorisiert, die Graffiti- und Street-Art-Künstler:innen weltweit miteinander teilen – Aesthetic, Personal, Empathic, Grounded und Conscious.

Meine Favoriten und Lieblingsmotive im STRAAT Museum

Diesen Kategorien ist das STRAAT treu geblieben und ergänzt regelmäßig die Ausstellung mit neuen Werken nationaler und internationaler Künstler:innen. Meine Lieblinge sind dabei u.a. der Brasilianer Alex Senna, den ich auch schon aus Dortmund kenne wie auch die Italienerin Alice Pasquini. Alex Senna verewigte 2017 DAS Fortbewegungsmittel der Niederlande gekonnt in einer seiner Schwarz-Weiß-Kunstwerke – Family on a Bike.

What I’m trying to represent is a universe away from the representation of female clichés: women are my creatures that interact with the viewer, they are not solely a subject.

Alice Pasquini, Italy

Oder auch den Amerikaner Buff Monster, den ich in Montréal entdeckte. Er verewigte 2018 hier wieder seine schmelzenden Monster in Melty Harmony #4. Neu entdeckt habe ich für mich u.a. Lean Frizzera aus Argentinien, Thomas Powell aus UK sowie Astro aus Frankreich und Fin DAC aus Irland.

An diesem Wochenende im Juni fand auch noch die Eröffnung einer Ausstellung innerhalb des STRAATs statt und einige Künstler:innen beendeten noch ihre Kunstwerke dafür. Wie der niederländische Künstler Super A, dem ich bei der Vollendung von The Pink Phink zuschauen konnte. Faszinierend, wie mit wenigen gezielten Sprühern eine Flauschigkeit generiert wird.

Geschichte trifft auf Popkultur, Politik und Lifestyle

Auch extrem beeindruckend und natürlich das Motiv, welches für das STRAAT in Amsterdam wie kein zweites steht: Let me be myself des brasilianischen Künstlers Eduardo Kobra, das auf 240 m2 eine überlebensgroße Anne Frank zeigt, deren Geschichte eng mit der niederländischen Hauptstadt verknüpft ist. Das Motiv ziert die Halle von außen und ist von Weitem aus gut sichtbar. Die perfekte Orientierung, wenn Du vom Fähranleger aus die NDSM Werft erkundest.

Eingang zum STRAAT Museum, NDSM, Amsterdam-Noord mit "Let me be myself" von Eduardo Kobra.
Eingang zum STRAAT Museum mit “Let my be myself”-Mural von Eduardo Kobra

Doch auch um das STRAAT Museum herum finden sich zahlreiche schöne Motive. Auch hier entdecke ich noch einen Alex Senna, aber auch ein Motiv aus Mandalorian (Star Wars-Universum) oder der Pimp mit seiner dicken Zigarre. Wahnsinnig vielfältig.

Doch es muss auch nicht immer extrem kunstvoll und malerisch auf höchstem Niveau sein. Witzige Sprüche sind genauso gut im Museum aufgehoben. Dazu bietet das STRAAT auch einen Bereich innerhalb der Lagerhalle an, in dem die gängisten Begriffe wie Crew oder Tag erklärt werden sowie eine Zeitlinie zur Entwicklung der Graffiti- und Street-Art-Kunst weltweit. Total spannend und ich bin mehr als begeistert!

Kunst ist vielfältig und kann bei Graffiti auch nur ein Spruch sein

STRAAT Museum – International Street Art Museum

NDSM-Plein 1
1033 WC Amsterdam
Niederlande

Website

Öffnungszeiten
Montag: 12-17 Uhr
Dienstag-Sonntag: 10-17 Uhr
Öffnungszeiten können sich ändern oder wg. Veranstaltungen geschlossen sein

Preise
Erwachsene: 19,50 Euro
Studierende: 13,50 Euro
Jugendliche (13-18 Jahre): 9,50 Euro
Kinder (0-12 Jahre): Eintritt frei
Guided Tour: zusätzlich 10 Euro zum Ticket

Tickets gibt es online auf der Website, auch für Guided Tours (1 Stunde)
Guided Tours finden am Samstag und Sonntag jeweils um 12 Uhr, 13:30 Uhr sowie um 15 Uhr statt

Überzeugt? Dann kaufe Dein Eintrittsticket direkt über mich. Damit hast Du Dein Ticket sicher und unterstützt meine Seite auch mit – denn für jeden Kauf erhalte ich eine kleine Provision, mit der ich meine Seite am Laufen halten kann. Danke!

Affiliatelink (Werbelink) von GetYourGuide

Für eine Stärkung nach, vor oder während eines Besuchs der NDSM Werft bietet sich ein Restaurantbesuch im Next an, dass mit seinen großen Fenstern einen schönen Ausblick auf das Gelände und den Fähranleger bietet. Perfekt, um einfach in den Tag zu träumen, die Gegend und die Leute auf sich wirken zu lassen und ein gutes Essen zu genießen.

Next

NDSM-Kade 2
1033 PG Amsterdam
Niederlande

Website

Öffnungszeiten
täglich 9:30 bis spät
Frühstück, Mittag, Bar, Abendessen, After Dinner
bezeichnet sich als vegan-freundlich

Übernachten im Volkshotel – Hotel mit Kultur

Dreh und Angelpunkt meines Aufenthalts war passenderweise das Volkshotel (“Hotel der Leute”), das sich sehr der Kunst und Kultur und modernem Lifestyle verschrieben hat. Es liegt günstig. Direkt an der U-Bahn-Station Wibautstraat gelegen, erreichst Du es bequem in nur vier Stationen vom Hauptbahnhof Amsterdam Centraal aus.

Ansicht des Volkshotels - Beton und Fensterfronten wechseln sich ab, eine grüne Palmenpflanze im Vordergrund, oben am Gebäude Schriftzug "Volkshotel" in zwei verschiedenen Schriftarten.
Volkshotel

Hippe, lifestylige, auf Design ausgelegte Hotels sind grundsätzlich auf dem Vormarsch. Selbst die Hotelkette Motel One gestaltet ihre Lobbys sehr “instagramable”. Doch das Volkshotel ist anders. Das Hotel im ehemaligen Zeitungsverlagshaus (Tageszeitung De Volkskrant) in der ehemals “hässlichsten Straße Amsterdams” ist zwar hipp gestaltet, doch es lebt auch Kunst und Kultur vor und aus. Es gibt einen ausgewiesenen Teil an kostenlosen Coworking-Plätzen und acht zusätzlich buchbare Meetingräume, der vor allem auch gut von der Nachbarschaft genutzt werden, nicht unbedingt von den Hotelgästen.

Dazu gibt es ein Programm, wie regelmäßig stattfindende Yoga-Stunden für 14 Euro in einem der Meetingräume oder eine Friseurin, die Freitags für 35 Euro Haare in der Lobby schneidet – und meist ewig lange im Voraus ausgebucht ist. Definitiv nicht das übliche Hotelprogramm, was aber das Hotel, seine Gäst:innen und auch die Nachbarschaft zusammenbringt. Eine spannende Symbiose.

(Nacht-)Leben und Arbeiten im Volkshotel

Im Restaurant Canvas, der ehemaligen Kantine oben im Gebäude, gibt’s oben drauf noch die perfekte Aussicht über die Stadt, die nur noch vom Wellnessbereich “Badplaats” getoppt wird, der sich direkt darüber befindet. Entspannt Frühstücken auf der Terrasse oder den Tag ausklingen lassen in der Sauna und im Hot Tub – was gibt es Schöneres?

Für Nachteulen sicherlich das Doka, die Underground-Soundbar, wie es das Volkshotel bezeichnet, in der die Nacht, Musik und Kultur zusammenfließen. Hier lebt die Subkultur Amsterdams, treffen junge aufstrebende Künstler:innen und etablierte Protagonisten aufeinander und lassen ihre Gäst:innen auf ihren Klangwellen bis in den Morgen feiern.

Für viele Kreative Amsterdams ist das Volkshotel aber auch tagsüber Arbeitsplatz. Denn im hinteren Teil befinden sich 25 Musikstudios und 85 Büros (Creative Offices), die rund 300 Kreativen und 100 Musiker:innen Platz für ihre Entfaltung bieten. Diese sind erst vor gut 2 Jahren hinzugekommen.

Don’t forget to go home!

Volkshotel Amsterdam

Das Hotel an sich eröffnete aber bereits im Juni 2014. Mittlerweile stehen 216 Zimmern und Studios in sieben Kategorien, die für jeden Geldbeutel etwas bieten sollen, für Aufenthalte zur Verfügung. So bekommst Du eine Cabin bereits ab 49 Euro. Das ist ein kleiner Schlafbereich, den Du für Dich hast und meist für eine Städtereise total ausreichend ist. WC und Dusche wird sich mit anderen geteilt. Studios bieten hingegen alles für einen längeren Aufenthalt, wie z.B. einen Koch- und Essbereich.

Volkshotel – Mittler zwischen den (Kunst-)Welten

Doch das Volkshotel versteht sich hier ganz klar nicht als einfaches Hotel, sondern als Mittler zwischen aufstrebenden Künstler:innen und der Stadt, in der die Gentrifizierung zusehens voran schreitet. Durch diversen Aktionen wie Fotomärkte, das Nachtleben im Doka und Zusammenarbeit mit Künstler:innenkollektiven sowie u.a. mit dem Paradiso, der Kultlocation im Herzen von Amsterdam, versucht das Volkshotel nach eigener Aussage sich für den Nachweis im Kunst- und Kulturbereich stark zu machen und eine Heimat zu bieten. Dafür stehen sie auch stark mit dem seit ca. zwei Jahren existierenden “Nachtbürgermeister” von Amsterdam in Kontakt, ein Mittler zwischen Anwohner:innen und Locations usw., wenn es um das Nachtleben in der Stadt geht.

Für mich war das Volkshotel eine der Entdeckungen meines Besuchs und ich werde sicherlich wiederkommen. Denn es gibt noch so viel zu entdecken und auszuprobieren. Da lohnt ein kurzer Wochenendtripp oder eine Städtereise nicht!

Volkshotel

Wibautstraat 150
1091 GR Amsterdam
Niederlande

Website

Hotelkategorie
nicht einzuordnen!

Check-in/Check-out
Check-in: 16 Uhr
Check-out: 12 Uhr

Es soll lieber ein anderes Hotel sein? Hier wirst Du sicherlich fündig*:

Booking.com

* Die Karte wird von booking.com bereitgestellt und enthält Affiliate-Links (Werbelinks) – wenn Du darüber buchst, erhalte ich eine kleine Provision als Dankeschön. Das hilft mir, die Seite am Laufen zu halten.

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Fotos: Diese und weitere Fotos zur Inspiration für Deinen Besuch findest Du auf Flickr. Die Fotos unterliegen meinem Urheberrecht.

Offenlegung: Ich wurde von iamsterdam sowie dem Volkshotel zu dieser Pressereise eingeladen. Angereist bin ich mit der Deutschen Bahn. Das Ticket wurde mir ebenfalls gestellt. Meine Meinung blieb davon unbeeindruckt.

Dieser Beitrag erschien zuerst am 14.11.2023 und wurde zuletzt am 06.04.2024 aktualisiert.


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Romy

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media, Content Strategie und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Übers Reisen regelmäßiger seit 2013. Wenn sie Zeit dazu findet.

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