Ein Mann, der eine schwarze Weste, ein weißes Hemd und eine Kippa trägt, ruht sich an einer Straßenkreuzung auf seinem Fahrrad aus und spiegelt damit „Jüdische Spuren“ wider. Er steht neben einem gelben Ampelmast, während vor dem Hintergrund von Bäumen ein weiterer Radfahrer zu sehen ist.

Jüdische Spuren in Europa: Geschichte entdecken, jüdisches Leben kennenlernen – ein Roundup

Schwarzweißfoto einer Frau (Romy Mlinzk, Foto: Niels Rohrweber), die in die Kamera lächelt. Sie hat schulterlanges Haar und trägt einen gemusterten Schal und einen karierten Mantel. Im Hintergrund ist ein Teil des Eingangs eines Gebäudes mit einigen Glastüren zu sehen. Die Beleuchtung hebt ihren fröhlichen Gesichtsausdruck hervor.
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Eine Mesusa am Hauseingang in Antwerpen, dicht gedrängte Grabsteine auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Prag oder eine Synagoge zwischen den Einkaufsstraßen von Enschede: Jüdische Spuren in Europa begegnen Dir auf ganz unterschiedliche Weise. Manchmal suchst Du sie gezielt auf. Manchmal entdeckst Du sie unterwegs und möchtest plötzlich mehr über einen Ort und seine Menschen erfahren.

Nach unserer Spurensuche in Deutschland führt dieser Beitrag in weitere Länder Europas. Gemeinsam mit anderen Reiseblogger:innen stelle ich Dir besuchte Orte und persönliche Eindrücke vor: jüdische Viertel, Synagogen und Museen ebenso wie Friedhöfe und Gedenkstätten. Dabei geht es um Geschichte und Erinnerung, aber auch um gelebte Religion, Kultur und Alltag. Gerade in Antwerpen wurde mir besonders bewusst, wie sichtbar jüdisches Leben eine Stadt bis heute mitgestaltet.

Die hier versammelten Erfahrungen führen Dich von Amsterdam und Enschede über Prag und Krakau bis nach Venedig und Istanbul. Sie erzählen von Schönheit und Gelehrsamkeit, von Verfolgung und Verlust sowie vom Weiterleben jüdischer Gemeinschaften. Wenn Du auf Reisen genauer hinsehen und jüdische Geschichte und Gegenwart kennenlernen möchtest, findest Du hier Anregungen für Deine eigene Spurensuche – und Orte, für die es sich lohnt, Zeit mitzubringen.

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Eine Karte mit dem Titel „Jüdische Spuren in Europa“ markiert 16 Orte in ganz Europa mit nummerierten Stecknadeln. Die Karte ist vor einem hellbraunen Hintergrund mit einer Messing-Menora, einer aufgerollten Schriftrolle und strukturiertem Stoff dargestellt, während in einer Seitenleiste die entsprechenden Städte aufgeführt sind.
Karte zu jüdischen Spuren in Europa mit allen Orten – KI-generiert

Jüdische Spuren in den Niederlanden

Enschede: Zwei Synagogen zwischen Altstadtgassen und Stadtgeschichte

Nach Enschede führte mich ursprünglich das Foodfestival Proef Eet. Beim Erkunden der Stadt begegneten mir aber auch Spuren jüdischen Lebens: In der Stadsgravenstraat entdeckte ich die ehemalige Synagoge, ein eher unscheinbares Gebäude mit auffälligen bunten Bleiglasfenstern. In den 1920er-Jahren war sie für die wachsende Gemeinde zu klein geworden. Deshalb entstand 1927/28 an der Prinsestraat eine neue, deutlich größere Synagoge nach Entwürfen des niederländischen Architekten Karel de Bazel.

Eine Außenaufnahme aus tiefem Winkel eines hellbraunen Backsteingebäudes mit großen grauen Metallkuppeln in Enschede. Der zentrale Eingang ist mit einer hölzernen Doppeltür unter einem Steinsturz mit hebräischer Inschrift versehen. Das Gebäude verfügt über Buntglasfenster und wird von Bäumen flankiert, vor dem Hintergrund eines strahlend blauen Himmels mit vereinzelten Wolken.
Die “neue” Synagoge in Enschede

Mit ihren markanten Kuppeln und der monumentalen Backsteinarchitektur setzt sie einen ganz anderen Akzent als der Vorgängerbau in der Altstadt. Wenn Du Enschede bisher vor allem als Einkaufsstadt kennst, lohnt es sich, diesen Teil seiner Geschichte kennenzulernen: Die Synagoge an der Prinsestraat kannst Du besichtigen und dabei mehr über das jüdische Leben vor Ort erfahren. Meine Entdeckungen und weitere Tipps findest Du im Beitrag über Enschede, Proef Eet und einen Stadtbesuch jenseits der Einkaufsstraßen.

Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam

Jeder kennt das Tagebuch der Anne Frank und wer dieses bewegende Büchlein einmal gelesen hat, möchte vielleicht auch sehen, wo es verfasst wurde und wie das Original ausgesehen hat.

Ich war zum ersten Mal vor 30 Jahren dort, bin ehrfürchtig durch das enge Haus aus dem 17. Jahrhundert gewandelt und habe den geheimnisvollen Schrank bestaunt, durch den es in das Versteck der Franks ging.

Nun, mit unseren Töchtern, denen Annes Geschichte ebenfalls sehr nahe geht, wurde der Besuch im jetzt deutlich erweiterten Anne-Frank-Haus zu dem bewegendsten Teil unseres Amsterdam-Besuches.

In der Dämmerung spiegeln sich historische Stadthäuser und ein modernes Glasgebäude im goldenen Licht eines Amsterdamer Kanals. Menschen und Fahrräder säumen den Weg und passieren dabei Stätten mit „Jüdischen Spuren“ entlang des Wassers.
Anne-Frank-Haus und Museum bei Nacht
Foto: Romy Mlinzk

Die Zimmer zu sehen, in denen Anne sich mit ihrer Familie und den anderen Untergetauchten mehr als zwei Jahre vor den deutschen Besatzern versteckte, wo sie auf kleinstem Raum so viel erlebte und sich sogar verliebte, die von ihr an die Wand geklebten Fotos immernoch genau hier bestaunen zu können, das alles schafft sehr viel mehr Verständnis für diese grausame Zeit, als die vielen, unerträglichen Fakten über den Holocaust.

Mit einem sehr informativen Audioguide haben wir das Haus und das neue angeschlossene Museum durchstreift und sehr viel über die Franks, deren Helfer und die Judenverfolgung in den besetzten Niederlanden erfahren. Für mich persönlich war auch die Geschichte von Annes Vater sehr bewegend, denn dieser hat als einziger von den acht Untergetauchten Auschwitz überlebt und behielt letztlich von seiner jüngeren Tochter nur dieses wunderbare Tagebuch.

Jüdische Spuren in Belgien

Antwerpen: Gelebtes Judentum rund um das Diamantenviertel

In Antwerpen ist jüdisches Leben im Straßenbild so präsent, wie ich es in Europa bisher selten erlebt habe. Im Diamantenviertel und den umliegenden Straßen fühlte ich mich manchmal an Williamsburg in New York (wie in der Serie “Unorthodox”) erinnert: Orthodoxe Jüdinnen und Juden prägen den Alltag, auf Stickern und Plakaten begegnet Dir hebräische Schrift, an Hauseingängen entdeckst Du Mesusen. Hier führt die Spurensuche mitten in eine sichtbare, vielfältige Gegenwart.

Ein Mann, der eine schwarze Weste, ein weißes Hemd und eine Kippa trägt, ruht sich an einer Straßenkreuzung auf seinem Fahrrad aus und spiegelt damit „Jüdische Spuren“ wider. Er steht neben einem gelben Ampelmast, während vor dem Hintergrund von Bäumen ein weiterer Radfahrer zu sehen ist.
Orthodoxer Jude im Stadtbild

Dazu gehören auch koschere Geschäfte und Restaurants. Ich habe 2017 bei Hoffy’s zu Abend gegessen und damit einen kulinarischen Zugang zum jüdischen Antwerpen gefunden. Wenn Du durch das Viertel spazierst, lohnt es sich, auf solche alltäglichen Orte zu achten: Sie erzählen davon, wie Religion, Tradition und Gemeinschaft das Leben vor Ort mitgestalten.

Mitten in diesem Alltag steht aber auch die Erinnerung an die Shoah. Das „Monument Gedeporteerde Joodse Bevolking“ an der Belgiëlei erinnert an die deportierten jüdischen Menschen. Die durch Stacheldraht getrennten Figuren einer Familie machen die gewaltsame Zerstörung von Familien sichtbar.

Eine Gruppe chassidischer Juden, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind, überquert eine Straßenkreuzung in der Stadt in der Nähe eines hohen, dunklen Metalldenkmals und schafft so eine Szene voller „Jüdische Spuren“ inmitten städtischer Wohnblocks und herbstlichem Laub.
Monument Gedeporteerde Joodse Bevolking

Unweit davon liegt die Romi-Goldmuntz-Synagoge an der Van den Nestlei, die zur Gemeinde Shomre Hadas gehört. Gegenwart und Verfolgungsgeschichte liegen hier nur wenige Schritte auseinander – beides gehört zum Verständnis des jüdischen Antwerpen.

An einer Straßenecke steht ein weißes, mehrstöckiges Gebäude mit Bogenfenstern, das neben einer Kolonnade aus Steinbögen auf „Jüdische Spuren“ hinweist. Unter einem strahlend blauen Himmel säumen Bäume den Bürgersteig vor dem Gebäude.
Romi Goldmuntz Synagoge Antwerpen

Jüdische Spuren in Portugal

Damals und heute – Jüdische Spuren in Lissabon

Kreuz und quer, bergauf, bergab, zwischendurch einen Blick auf den Tejo – die Alfama, Lissabons ältestes Viertel, ist ein wahres Labyrinth schmaler, verwinkelter Gassen, steinerne Zeugen der Geschichte. Das gewaltige Erdbeben im Jahr 1755 verwüstete die Stadt größtenteils, dank des felsigen Untergrunds überstand die Alfama diese Katastrophe beinahe unbeschadet. So erkennt man heute beim Streifzug durch das Viertel den ursprünglichen Grundriss und die historische Anordnung der Gebäude.

Eine Person in einem dunklen Hemd und einer rosa Mütze geht eine Kopfsteinpflastertreppe in einer engen Gasse hinunter. Olivenzweige hängen in der Nähe von Fahrrädern, die an einer lachsfarbenen Wand geparkt sind, an der ein Straßenschild mit der Aufschrift „Rua do Loureiro“ angebracht ist.
Unterwegs in den Gassen der Alfama

Hier in der Alfama lebten bereits vor über 500 Jahren sephardische Juden, in der Rua da Judiaria, nahe der Ecke Beco das Barrelas, befand sich eine Synagoge aus dem 14. Jahrhundert, die nicht nur religiöses, sondern zugleich kulturelles und wissenschaftliches Zentrum war. Heute existiert das Gebäude nicht mehr, aber die Atmosphäre ist noch präsent.

In den folgenden Jahrhunderten, aufgrund von Verfolgung und Zwangskonversionen, waren Lissabons Juden gezwungen, ihren Glauben im Untergrund zu leben, als sogenannte „Krypto-Juden“. Trotz massiver Anfeindung und Lebensgefahr durch die portugiesische Inquisition verschwanden jüdisches Leben und Kultur nicht vollständig.

Aus der Vogelperspektive blickt man über ein dicht bebautes Stadtviertel mit terrakottafarbenen Dächern hin zu einem Hafen, in dem ein großes Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt. An einem Gebäude ist ein Wandgemälde mit dem Gesicht einer Frau zu sehen, und am fernen Horizont sind Berge zu erkennen.
Blick auf die Dächer der Alfama bis zum Tejo

Inzwischen pflegt Lissabon die Erinnerung an den jüdischen Teil seiner Geschichte. An der Rua da Judiaria eröffnete im Jahr 2019 das Jewish Cultural Center (JCC), das einen umfassenden Einblick in das Leben der sephardischen Juden hier in Lissabon gibt. Und wer auf historischen Wegen auf Spurensuche gehen möchte, kann über die Website des JCC eine rund dreistündige Tour buchen.

Jüdische Spuren in Tschechien

Pilsen: Zwischen Großer Synagoge und dem Garten der Erinnerungen

Pilsen schmeckt nach herber Bierwürze und industrieller Wucht. Doch wer nur zum Trinken herkommt, verpasst die Seele dieser westböhmischen Stadt. Hinter der brauenden Fassade verbirgt sich ein facettenreiches jüdisches Vermächtnis, das keine tote Museumskultur ist, sondern spürbar in die Gegenwart ragt.

Schon beim ersten Schritt durch das Portal der Großen Synagoge erschlägt Dich fast die Weite. Als drittgrößter Synagogenbau der Welt überstand das maurisch-romanische Monument Krieg und Verfall.

Die Synagoge, eine Stätte von „Jüdische Spuren“, besticht durch zwei rote, zwiebelförmige Kuppeln, die auf dekorativen Backsteintürmen thronen. Ihre kunstvolle Architektur im maurischen Stil steht unter einem bewölkten Himmel neben einem hellgelben historischen Gebäude.
Pilsen Synagoge

Nach ihrer jüngsten Restaurierung pulsiert der Raum wieder lebendig: Zwischen warmem Sandstein, prachtvollen Verzierungen und der gewaltigen Akustik spürst Du eine ungebrochene Resilienz. Im angrenzenden Rabbinerhaus kannst Du zudem das kühle Mauerwerk der freigelegten historischen Mikwe bestaunen.

Das kunstvoll gestaltete Innere einer Synagoge besticht durch eine hohe Gewölbedecke, zwei Reihen von Kronleuchtern und verzierte Säulen. Unterhalb des zentralen Fensters ist auf einer behauenen Steintafel über einer dunklen Nische eine hebräische Inschrift zu sehen.
im Inneren der Pilsen Synagoge

Ein weiterer Ort in Pilsen ist die versteckte Alte Synagoge im stillen Innenhof an den Smetana-Parkanlagen. Hier weicht die monumentale Wucht einer tiefgründigen Intimität. Eine bemalte Kassettendecke aus Holz, das Knarren alten Gebälks und der bewegende „Garten der Erinnerungen“ machen die Begegnung schmerzhaft authentisch.

Wenn Du tiefer eintauchen willst, nimm an einem geführten Rundgang teil. Die Touren führen Dich hinauf in die Türme oder tief in das Rabbinerhaus samt ritueller Mikwe. Termine und Tickets buchst Du direkt über die offizielle Informations- und Buchungsseite von Visit Plzeň.

Lust, die Stadt noch tiefer zu erkunden? Wenn Du hinter die industriellen Fassaden blicken und die ganze Bandbreite westböhmischer Geschichte erleben willst: von der Aussicht vom höchsten Kirchturm Tschechiens bis zu den geheimnisvollen historischen Kellern unter dem Pflaster: Nicolos Kulturtipps und Highlights findest Du in seinem Guide zu den schönsten Pilsen Sehenswürdigkeiten.

Prag: Zwischen jüdischem Friedhof, prachtvollen Synagogen und einem kleinen Golem

2018 habe ich in der Prager Josefsstadt, Josefov, fast alles besucht, was damals zugänglich war – und das war beeindruckend viel. Besonders der Alte Jüdische Friedhof ist mir im Gedächtnis geblieben.

Der Alte Jüdische Friedhof in Prag, ein Ort mit bedeutenden jüdischen Spuren, besticht durch Reihen verwitterter, dicht beieinander stehender Grabsteine unter hoch aufragenden Bäumen, während im Hintergrund ein weißes historisches Gebäude zu sehen ist.
Alter Jüdischer Friedhof in Prag

Ich glaube, es war der erste jüdische Friedhof, den ich ganz bewusst besichtigte. Die Enge und die unglaubliche Menge dicht an dicht stehender Grabsteine überwältigten mich. Wegen des begrenzten Platzes fanden Bestattungen hier über Jahrhunderte in mehreren Schichten übereinander statt. Auch Rabbi Löw, mit dem die berühmte Golem-Legende verbunden ist, liegt hier begraben.

Ein verwitterter, aufrecht stehender roter Grabstein auf einem historischen Friedhof, dessen Spitze mit einer geschnitzten Tannenzapfenverzierung gekrönt ist. Auf seinen Leisten liegen kleine Steine und Zettel, umgeben von vielen anderen antiken Grabsteinen in einer sonnendurchfluteten, von Bäumen gesäumten Anlage.
Grab von Rabbi Löw

Beeindruckend und bedrückend zugleich war der Besuch der Pinkas-Synagoge. Ihre Innenwände tragen die Namen Zehntausender jüdischer Menschen aus den böhmischen Ländern, die während der Shoah ermordet wurden. Diese Namen machen den Verlust auf eine Weise sichtbar, die mich sehr berührt hat.

Andere Synagogen hinterließen wiederum überwältigendes Staunen über ihre Schönheit und die Fülle ihrer Gestaltung. Das galt auch für die Jerusalem-Synagoge außerhalb der Josefstadt, die ich ebenfalls von innen besuchte: Ihre Architektur verbindet maurische Formen mit Jugendstil und einer reichen, farbigen Ausstattung. Nimm Dir Zeit, wenn Du solche Räume betrittst – mein Blick wusste manchmal gar nicht, wo er zuerst hängen bleiben sollte.

Die kunstvoll gestaltete Fassade der Synagoge besticht durch gelb-rot gestreifte Steine, blaue Bögen und einen großen Davidstern. Darunter erkundet eine kleine Gruppe die Synagoge, während sie sich darauf vorbereitet, durch das verzierte Metalltor einzutreten.
Jerusalem Synagoge Prag

Die Geschichte vom Golem, dem der Legende nach von Rabbi Löw erschaffenen Wesen aus Lehm, begegnete mir schließlich auch in gebackener Form. In der Straße zur Zeremonienhalle der jüdischen Beerdigungsbruderschaft, zwischen kleinen Souvenirständen, entdeckte ich eine Bäckerei mit einem Verkaufsstand, an dem kleine Golems angeboten wurden. Natürlich durfte einer mit nach Hause. Neben all den großen und schweren Eindrücken ist mir auch diese kleine Begegnung mit der Prager Erzähltradition in Erinnerung geblieben.

Der Eingang zur Golem-Bäckerei besticht durch dunkle Türen, auf denen eine Kreidezeichnung eines Golems und eine historische Legende zu sehen sind. Im Inneren reihen sich Regale mit verpackten Waren aneinander, während draußen ein großer beiger Sonnenschirm Schatten auf die Kopfsteinpflasterstraße wirft.
Golem Bäckerei in der Josefsstadt

Třebíč, Tschechien (böhmisch-mährisches Hochland)

Třebíč ist ein Ort, an dem man jüdisches Leben von einst nicht nur erklärt bekommt, sondern auch bis heute hautnah erleben und selbst auf einem Pfad durchwandern kann.

Das jüdische Viertel dort ist eines der am besten erhaltenen weltweit, hat seinen ursprünglichen Grundriss behalten aus dem 17. Jahrhundert behalten. Damals wie heute war das Siedlungsgebiet mit 120 Häusern auf der linken Seite der Iglau stark begrenzt und so war und ist das Viertel sehr eng bebaut. Oft lebten mehrere Familien in einem Haus zusammen.

Eine schmale europäische Straße ist mit Kopfsteinpflaster gepflastert und von farbenfrohen historischen Gebäuden gesäumt. Im Vordergrund ist der Eingang einer Holzwirtstube zu sehen, vor der Bänke stehen und über dem Türsturz ein Schild mit der Aufschrift „Trumpetky“ hängt.
Jüdisches Viertel

1723 wurde das Viertel als geschlossenes Ghetto besiedelt, die Synagogen entstanden schon zuvor. Seit 2003 ist es UNESCO-Welterbe, gemeinsam mit dem jüdischen Friedhof und der Basilika des hl. Prokop – eine Kombination, die auf das Miteinander der beiden Glaubensrichtungen abzielt.

Das Innere einer alten Synagoge weist durch Bogenfenster, dekorative Deckenfresken und hebräische Inschriften jüdische Spuren auf. Unten hängt ein zentraler Kronleuchter über Reihen leerer Stühle und gerahmten Fotografien an den blassen Wänden.
ehemalige Synagoge

Bei unserer Campingtour durch die Vysočina waren wir über drei Stunden hier unterwegs. Neben der Synagoge, in der die empfehlenswerte Führung startet, steht das Haus Seligmann Bauer, heute ein jüdisches Museum. Darin kann man Zimmer für Zimmer nachvollziehen, wie eine jüdische Familie um 1900 gelebt hat. In einem der größeren Häuser des Viertels stiegen wir ein paar Stufen hinab in eine Grotte zu einer echten, historischen Mikwe, dem rituellen Tauchbad. Zum Schluss ging es noch steil bergauf zum jüdischen Friedhof, der über 3.000 Grabsteine hat.

An einem weißen Türrahmen ist ein Metallgehäuse für eine Mesusa angebracht. Im sanft unscharfen Hintergrund ist ein Raum zu sehen, in dem neben einem Fenster ein kleiner Esstisch mit Stühlen steht.
Eingang in ein jüdisches Haus mit Mesusa

Von etwa jüdischen BürgerInnen kehrten nach dem Nazi-Terror nur wenige zurück. Das Viertel ist heute frei zugänglich und man besucht es am besten mit einem Guide.

Mehr Details zu meinem Besuch in Třebíč in meinem Artikel zum jüdischen Viertel in Třebíč.

Jüdische Spuren in Polen

Warschau, die ehemals größte jüdische Gemeinde Europas

Vor dem Zweiten Weltkrieg besaß die polnische Hauptstadt die größte jüdische Gemeinde in Europa. Die rund 350.000 Juden machten ein Drittel der Gesamtbevölkerung Warschaus aus.

Nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen im September 1939 begann eine systematische Hetzjagd, und ein Jahr später ordneten die Besatzer die Einrichtung eines Ghettos an. Auf engstem Raum wurde die jüdische Bevölkerung zusammengepfercht, von der übrigen Stadt abgeriegelt und systematisch ihrer Lebensgrundlagen beraubt. Ab Juli 1942 begannen von hier aus die Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka.

Vom Ghetto selbst ist heute kaum noch etwas zu sehen. Markierungen auf den Gehwegen zeigen, wo einst die Mauern verliefen. Umso wichtiger sind die Orte, die die Erinnerung bewahren.

Auf einer in einen Steinbürgersteig eingelassenen Gedenktafel stehen die Aufschriften „MUR GETTA 1940“ und „GHETTO WALL 1943“, die auf „Jüdische Spuren“ hinweisen. Der Text besteht aus dunklen Metallbuchstaben, die in einen Streifen aus bräunlich-roten Fliesen zwischen den grauen Betonpflastersteinen eingelassen sind.
Markierung Grenze des Warschauer Ghettos

Mit dem Mut der Verzweiflung erhoben sich die Juden im Ghetto im April 1943 gegen die Nationalsozialisten. Daran erinnert die bewegende Ausstellung im Museum des Warschauer Aufstands – untergebracht im Gebäude eines stillgelegten Straßenbahn-Elektrizitätswerks – mit Foto-, Audio- und Videodokumenten. 

Die Besucher schlendern an großen schwarz-weißen historischen Fotografien von Soldaten und Informationstafeln vorbei, in einem schwach beleuchteten Museum mit Kopfsteinpflasterboden, hohen Decken und großen Fenstern.
Museum des Warschauer Aufstands

POLIN, das zweite große Museum im Viertel, erzählt die tausendjährige Geschichte jüdischen Lebens in Polen bis zur Shoah. Dem Eingang gegenüber steht das Denkmal der Helden des Ghettos. Hier kniete am 7. Dezember 1970 während seines Staatsbesuchs Bundeskanzler Willy Brandt nieder – eine Geste der Demut mit Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg.

Eine an einer roten Backsteinmauer angebrachte Bronzetafel erinnert an Willy Brandts Kniebeuge im Jahr 1970. Dieses Denkmal zeigt eine kniende Gestalt neben einem Kranz und einer Menora vor dem Hintergrund von Bäumen und einem Parkplatz.
Denkmal Willy Brandt in Warschau

Die Nożyk-Synagoge schließlich überstand als einzige Warschauer Synagoge den Krieg. Sie ist heute wieder ein aktives jüdisches Gotteshaus und Kulturzentrum und kann besichtigt werden.

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Das jüdische Erbe von Łódź

Im 19. Jahrhundert verwandelten jüdische Einwanderer ein unscheinbares Dorf in das boomende „Manchester des Ostens“. Die Stadt war geprägt von den prächtigen Villen steinreicher Textilbarone auf der einen und einer riesigen Arbeiterklasse auf der anderen Seite.

Dieser goldene Glanz zerbrach 1939 mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten. Łódź wurde zu „Litzmannstadt“, und über 160.000 jüdische Menschen sowie Sinti und Roma wurden in ein völlig abgeriegeltes Ghetto gesperrt. In der verzweifelten Hoffnung auf eine „Rettung durch Arbeit“ schufteten sie bis zur Erschöpfung für die deutsche Kriegsmaschinerie. Es war eine grausame Illusion: Ab 1942 rollten die Züge vom Bahnhof Radegast ohne Wiederkehr in Vernichtungslager wie Kulmhof und Auschwitz. Auch nach dem Krieg blieb das rettende Aufatmen aus. Der grassierende Antisemitismus im kommunistischen Polen erstickte den Neuanfang und gipfelte 1968 in der massenhaften Vertreibung der wenigen Überlebenden.

Das dunkle, aus Holz erbaute Bahnhofsgebäude von Radegast steht auf einem Kopfsteinpflasterhof unter bewölktem Himmel. Links auf den Gleisen steht ein roter Güterwagen, und im Hintergrund ist der Eingang zu einem weißen, gewölbten Tunnel zu sehen.
Bahnhof Radegast

Heute jedoch blickt Łódź seiner Geschichte ins Gesicht. Wer die Stadt heute besucht, spürt die Vergangenheit auf Schritt und Tritt: am historischen Bahnhof Radegast, im grünen Park der Überlebenden oder auf dem gewaltigen jüdischen Friedhof, wo monumentale Familiengrüfte und stumme, anonyme Massengräber des Ghettos einen beklemmenden Kontrast bilden. Doch die Erinnerung findet in Łódź nicht nur im Museum statt. Wenn beim jährlichen „Festival der Vier Kulturen“ Klezmer-Musik durch die Straßen hallt feiert die Stadt ein lebendiges, selbstbewusstes jüdisches Leben.

Auf einem mit hohem grünem Gras überwucherten Friedhof steht eine Reihe verwitterter jüdischer Grabsteine. Die rechteckigen Grabsteine mit gewölbten Oberkanten und eingravierten hebräischen Inschriften stehen vor dem Hintergrund dichter, blättriger Bäume.
Jüdischer Friedhof Łódź
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Jüdische Spuren in Krakau: Kazimierz

Wer sich in Krakau auf die Spuren jüdischen Lebens begeben möchte, geht ins jüdische Viertel Kazimierz. Es war über Jahrhunderte eines der bedeutendsten Zentren jüdischer Kultur in Polen, und seine Geschichte ist dort heute wieder überall sichtbar.

Kopfsteingepflasterte Gasse im Krakauer Viertel Kazimierz mit historischen Gebäuden, efeubewachsener Fassade und einem bunten Mural einer Frau an einer Hauswand.
Historische Backsteinmauern, efeubewachsene Häuser und moderne Streetart: Im ehemaligen jüdischen Viertel Kazimierz in Krakau treffen Geschichte und alternative Kunst aufeinander.

Wir haben mitten in Kazimierz an der Ulica Szeroka gewohnt. Sie ist ein langgezogener Platz und das Herz des wiederbelebten jüdischen Viertels. Unsere Unterkunft, das Klezmer-Hois, beherbergte einst die Große Mikwe, ein bereits im 16. Jahrhundert erwähntes jüdisches Ritualbad. Heute verbindet das historische Haus urige Gästezimmer, ein jüdisches Restaurant, allabendliche Klezmer-Live-Musik und einen auf jüdische Themen spezialisierten Verlag mit Buchladen.

Historische Backsteinfassade am Plac Bawół in Krakau-Kazimierz mit einem großflächigen, verwittert wirkenden Mural von Broken Fingaz. Zu sehen sind ornamentale Illustrationen, hebräische Schriftzeichen und mehrere Porträts.
Das israelische Streetart-Kollektiv Broken Fingaz schuf 2014 dieses Mural als Hommage an den jüdischen Jugendstilkünstler Ephraim Moses Lilien. Das Gebäude gehörte einst der jüdischen Familie Bosak.

Nur wenige Schritte entfernt steht die Remuh-Synagoge, die heute wieder religiös genutzt wird. Gleich daneben liegt der historische jüdische Friedhof. Gegenüber beherbergt die ehemalige Popper-Synagoge einen Buchladen.

Als Streetart-Enthusiastin fand ich spannend, wie jüdische Geschichte im öffentlichen Raum erzählt wird. Einige Murals entstanden im Rahmen des Jüdischen Kultur-Festivals (Festiwal Kultury Żydowskiej), das seit 1988 jüdische Kultur in der Stadt sichtbar macht.

Großflächiges Schwarz-Weiß-Mural „Yehuda the Lion“ von Pilpeled an einer Hausfassade in Krakau-Kazimierz. Es zeigt das Gesicht eines Jungen mit Löwenkopfschmuck, teilweise verdeckt durch Marktstände.
Das Mural „Yehuda the Lion“ des israelischen Künstlers Pilpeled entstand 2013 im Rahmen des Jüdischen Kulturfestivals und symbolisiert jüdische Identität und Stärke.

Wer tiefer in die Gegenwart und Vergangenheit des polnischen Judentums eintauchen möchte, kann außerdem ins Galicia Jewish Museum gehen.

Großflächiges schwarz-goldenes Mural am Galicia Jewish Museum in Krakau-Kazimierz. Im Mittelpunkt steht eine siebenarmige Menora, umgeben von stilisierten Gebäuden und jüdischen Symbolen. Davor stehen Tische und Stühle eines Cafés.
Das Mural von Marcin Wierzchowski am Galicia Jewish Museum verbindet jüdische Geschichte und Gegenwart. Im Mittelpunkt steht eine goldfarbene Menora, umgeben von stilisierten Stadtansichten.

Auf der anderen Seite der Weichsel führt die Spurensuche nach Podgórze zum ehemaligen Krakauer Ghetto. Reste der Ghettomauer und der Platz der Ghettohelden erinnern an die Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Hier steht auch Oskar Schindlers ehemalige Emaillewarenfabrik (siehe unten). Drehorte von Spielbergs „Schindlers Liste“ findest du wiederum in Kazimierz, etwa den Hof in der Ulica Józefa 12 und den Platz “Ulica Szeroka”, wo mehrere Ghetto-Szenen gedreht wurden.

Wenn du noch mehr über alternative Orte und jüdisches Leben in Krakau erfahren möchtest, schau gern in meinem Artikel “Krakau alternativ: 11 Geheimtipps für die besten Streetart-Spots, Soulfood & ungewöhnliche Orte” vorbei.

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Oskar Schindlers Fabrik in Krakau

Mein Nachname ist Schindler. Viele verbinden diesen Namen unweigerlich mit Oskar Schindler, dem deutschen Unternehmer, der während des Zweiten Weltkriegs mehr als tausend jüdischen Menschen das Leben rettete. Auch für mich war dieser Name immer mehr als nur ein Familienname. Als ich das erste Mal Schindlers Liste sah, war mir klar: Irgendwann geht es mal nach Krakau…

Und dann, 2015 war es soweit. Und mit dem Besuch in Krakau war ich an einen der bekanntesten jüdischen Erinnerungsorte Europas. Klar, das ich auch die ehemalige Emaillefabrik Oskar Schindlers besuchen werde. Was ursprünglich als meine persönliche Spurensuche begann, entwickelte sich für mich schnell zu einer Begegnung mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung Krakaus während der nationalsozialistischen Besatzung.

Eine Hand streckt sich auf einen rostigen Stacheldrahtzaun zu, der vor einem verblassten Wandgemälde steht, sowie eine verschwommene historische Szene mit Menschen in einer Lagerumgebung zeigt.
Janetts persönliche Spurensuche in Krakau

Das Museum Fabryka Emalia Oskara Schindlera vermittelt die Zeit von 1939 bis 1945 auf außergewöhnlich eindringliche Weise. Statt trockener Fakten erleben Besucher auf einem Rundgang durch die Geschichte zahlreiche authentische Berichte, Zeitungsartikel und detailreich gestaltete Ausstellungsräume.

Ein schwach beleuchteter Durchgang führt zu einem hellen, runden Raum mit Steinwänden, in die Inschriften eingraviert sind. Schmale, vertikale Fenster lassen Licht herein, während auf einer Gedenktafel die Mitwirkenden der Installation „Raum der Namen“ aufgeführt sind.
Schindlers Fabrik in Krakau – Raum der Namen

Die Schicksale der Menschen, die nicht nur während der NS-Zeit Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung erfahren mussten, werden dabei greifbar und emotional nachvollziehbar. So intensiv hab ich noch nie ein Museum erlebt – in den letzten Räumen konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Für mich wurde dieser Besuch zu weit mehr als einer historischen Besichtigung, es war eine emotionale Erinnerung, das so eine Ausgrenzung nie wieder passieren darf.

Jüdische Spuren in Litauen

Auf Spurensuche in Vilnius

Vilnius galt lange als das „Jerusalem des Nordens“. Wer verstehen möchte, warum, kommt am heutigen Glaserviertel rund um die Straßen Švarco, Stiklių und Gaono nicht vorbei. Hier lebten Rabbiner, Gelehrte, Goldschmiede, Glasmacher und Händler Tür an Tür. Vor dem Zweiten Weltkrieg war mehr als jeder vierte Einwohner der Stadt jüdisch (rund 29 Prozent). In den engen, verwinkelten Gassen wurde gehandelt, gefeilscht und diskutiert. Das Viertel war ein Ort des Wissens und des Handwerks, an dem Glaube und Alltag untrennbar zusammengehörten.

Zwei Frauen gehen eine historische Kopfsteinpflasterstraße entlang, vorbei an einem Eckhaus mit der Aufschrift „Żydų g. 2“. Vor der weißen Fassade steht eine schwarze Metallbank während die Frau im Vordergrund eine Tasche trägt.
im Glaserviertel von Vilnius

Und dann kam der Zweite Weltkrieg und die Besatzungszeit hat tiefe Spuren hinterlassen. Im September 1941 entstanden zwei Ghettos: Im Kleinen lebten etwa 12.000 Menschen, im Großen rund 29.000. Die meisten von ihnen wurden in Paneriai ermordet. In der Rūdninkų-Straße 18 erinnert eine Gedenktafel mit einem Plan des Ghettos daran. Du stehst dort auf denselben Straßen, auf denen sich all das abgespielt hat, und genau das macht die Geschichte so greifbar.

An einer Wand neben roten Ziegelsteinen ist eine Informationstafel zum Ghetto von Vilnius angebracht, die „Jüdische Spuren“ dokumentiert. Die dunkel gerahmte Tafel zeigt ein historisches Foto, eine Karte und einen Text, der die Jahre 1941 bis 1943 beschreibt.
Vilnius Ghetto

Gleichzeitig ist das Viertel lebendig geblieben. Heute findest du hier Ateliers, Galerien, Juweliere, kleine Werkstätten und Cafés, sogar ein Kammerorchester ist hier zu Hause. So wird dein Spaziergang zu einer Mischung aus Geschichtsstunde und Stadtbummel, bei der Erinnerung und Gegenwart nebeneinander stehen.

Wer in Europa jüdischen Spuren folgen möchte, findet im Glaserviertel von Vilnius einen besonderen Ort: Hier erlebst du jüdische Geschichte nicht im Museum, sondern auf denselben Straßen, auf denen sie geschrieben wurde.

Jüdische Spuren in der Ukraine

Holocaust in Lemberg: das kaum bekannte Verbrechen

Wer an den Holocaust denkt, denkt meist an Auschwitz. Dass allein in der heutigen Ukraine mehr als 1,5 Millionen Juden ermordet wurden, oft erschossen in Wäldern, Schluchten und Sandgruben, ist dagegen kaum im deutschen Bewusstsein.

Lemberg (Lwiw) ist dafür ein besonders erschütterndes Beispiel. Als die Wehrmacht im Juni 1941 einmarschierte, lebten hier rund 160.000 Juden, darunter Zehntausende Geflüchtete aus dem zuvor bereits deutsch besetzten Westen Polens. Schon in den ersten Tagen kam es zu Pogromen mit Tausenden Toten.

Ab November 1941 wurden die Juden in ein Ghetto gepfercht. Von dort fuhren Züge direkt ins Vernichtungslager Belzec, das nur eine Handvoll Menschen überlebte. Im Lager Janowska am Stadtrand wurden Zehntausende ausgebeutet und erschossen. Als die Rote Armee im Juli 1944 Lemberg erreichte, hatten in der Stadt nur wenige Hundert Juden überlebt.

Auf einem gepflasterten Gedenkplatz steht eine Metall-Menora auf einem Steinsockel, in den ein ukrainischer Text eingraviert ist. Im Hintergrund erhebt sich unter einem blassen Himmel ein skulpturales Denkmal zwischen kahlen Bäumen und städtischen Gebäuden.
Das Mahnmal erinnert an das Ghetto Lemberg und seine Opfer. Es wurde gegen Ende der Sowjetunion errichtet.

Hinter den Zahlen stehen Schicksale wie das der jiddischen Dichterin Debora Vogel, einer Freundin des polnischen Schriftstellers Bruno Schulz, der selbst ein Opfer der Shoah ist. Vogel wurde im August 1942 mit ihrer Familie im Ghetto Lemberg ermordet.

Heute erinnern mehrere Orte an diese Geschichte: das Ghetto-Mahnmal von 1992, die Ruine der Goldene-Rose-Synagoge in der Altstadt mit einem 2016 eröffneten Gedenkort und das Museum Territory of Terror.

Auf einer Gedenktafel auf einem öffentlichen Platz ist ein Schwarz-Weiß-Foto von Menschen mit gelben Armbinden zu sehen. Im unscharfen Hintergrund gehen Passanten an der Tafel vorbei, auf der „Jüdische Spuren“ in Ukrainisch, Englisch, Hebräisch und Polnisch zu lesen ist.
Besucher betrachten das Mahnmal an der zerstörten Goldene-Rose-Synagoge in Lwiw. Es wurde im Jahr 2016 eröffnet.

In der Jakob-Glanzer-Schul, einer der wenigen erhaltenen Synagogen, kümmern sich Freiwillige um das jüdische Erbe der Stadt und der Region. Auf dem Gelände des Lagers Janowska fehlt dagegen bis heute eine würdige Gedenkstätte, denn Teile davon nutzt noch immer ein Gefängnis.

Ob die Erinnerung an die jüdische Vergangenheit weiter frei erforscht und ohne Propaganda aufgearbeitet werden kann, hängt auch damit zusammen, ob die Ukraine den russischen Angriffskrieg als unabhängiger Staat überstehen wird.

Jüdische Spuren in Österreich

Wien: Auf den Spuren des verschwundenen jüdischen Wien

Wenn ich mich in Wien auf jüdische Spurensuche begebe, denke ich vor allem daran, wie viel verschwunden ist. Wien war eine Weltstadt mit einer großen jüdischen Bevölkerung, die das kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben entscheidend mitprägte, man denke nur an die Palais entlang der Ringstraße. Durch Verfolgung, Vertreibung und Mord wurde dieses Leben fast ausgelöscht.

Natürlich gibt es noch Orte, an denen jüdische Geschichte sichtbar ist: den Stadttempel in der Seitenstettengasse, die jüdischen Friedhöfe in der Seegasse und in Währing sowie den jüdischen Teil des Zentralfriedhofs. Auch im Jüdischen Museum, in der Leopoldstadt oder bei Führungen durch die Stadt bin ich immer wieder auf jüdische Geschichten gestoßen.

Besonders berühren mich aber jene Orte, die an das erinnern, was nicht mehr da ist. In der Servitengasse liegen in einer Glasvitrine im Boden 462 Schlüssel mit den Namen von Menschen, die hier lebten und während der NS-Zeit vertrieben oder ermordet wurden. In meinem Beitrag über das Servitenviertel habe ich mich ausführlicher mit diesen Spuren beschäftigt.

Eine in einen Kopfsteinpflasterplatz eingelassene Glasbodenplatte zeigt „Jüdische Spuren“ anhand einer Sammlung kleiner, rechteckiger weißer Plaketten. Metallgeländer umgeben die Ausstellung, im Hintergrund sind auf dem Steinboden Parkbänke zu sehen.
Schlüssel in der Servitengasse in Wien

Über ganz Wien verteilt erinnern außerdem leuchtende Sternstelen an 25 Standorte ehemaliger Synagogen und Bethäuser, die 1938 zerstört wurden. Steht man in der Dunkelheit unter ihnen, formen sich die Linien zu einem Davidstern.

Ein leuchtender Davidstern, der für „Jüdische Spuren“ steht, thront auf einer Stange vor einem dämmerigen Himmel. Dunkle Gebäudesilhouetten rahmen die Szene ein, während aus einem Fenster im Obergeschoss ein warmes Licht strahlt.
Lichtzeichen in Wien

Gerade diese Zeichen machen für mich sichtbar, wie groß die Lücken sind, die geblieben sind.

Jüdische Spuren in Ungarn

Budapest: Zwischen Großer Synagoge, jüdischem Viertel und stillem Gedenken

Bei meinem Budapest-Besuch 2017 gehörte das jüdische Viertel in Pest zu den Orten, an denen ich besonders gerne unterwegs war. Zwischen Cafés, Street Art und Ruinenbars begegnet Dir hier auch die Geschichte der jüdischen Gemeinde. Besonders beeindruckte mich die Große Synagoge in der Dohány-Straße mit ihrer maurisch geprägten Architektur.

An einer Straßenecke steht eine große Synagoge mit gestreiftem Mauerwerk und zwei Türmen mit Zwiebelkuppeln. Bäume verdecken das Gebäude teilweise. Auf dem Gehweg darunter gehen Menschen vorbei, und im Vordergrund sind Straßenschilder und Metallbarrieren zu sehen.
Die große Synagoge in der Dohany-Straße

Im Garten berührte mich der „Baum des Lebens“: eine metallene Trauerweide, deren Blätter Namen von Opfern der Shoah tragen. Die Schönheit des Gebäudes und das Gedenken an die Ermordeten liegen hier unmittelbar nebeneinander.

Eine große Metallskulptur, die einer Trauerweide ähnelt, steht auf einem Steinsockel in einem Innenhof, in der Nähe eines gestreiften Backsteingebäudes mit Bogenfenstern und einem runden Buntglasfenster. In der Nähe gehen Menschen vorbei, und im Hintergrund sind Bäume zu sehen.
Baum des Lebens-Denkmal im Raoul Wallenberg Park hinter der Synagoge

Ein weiterer Erinnerungsort, der mir Gänsehaut bereitete, sind die „Schuhe am Donauufer“ nahe dem Parlament. Die eisernen Männer-, Frauen- und Kinderschuhe erinnern an Menschen, vor allem Jüdinnen und Juden, die 1944/45 von ungarischen Pfeilkreuzlern am Fluss erschossen wurden. Vor ihrer Ermordung mussten sie ihre Schuhe ausziehen. Wenn Du hier am Wasser stehst, wird aus dem schönen Spazierweg ein Ort, an dem Du unwillkürlich innehältst. Mehr über meine besuchten Orte liest Du in meinem Budapest-Beitrag.

Dutzende Bronzeschuhe säumen den Rand einer steinernen Promenade am Ufer eines Flusses in Budapest. Menschen in Mänteln und mit Rucksäcken spazieren den Weg entlang. Im Hintergrund sind unter einem bewölkten Himmel Gebäude, Hügel und eine Brücke zu sehen.
DIe Schuhe am Donauufer

Für eine ausführlichere Spurensuche gibt es weitere Möglichkeiten, die ich selbst bislang nicht besucht habe: Die von Otto Wagner entworfene Rumbach-Synagoge wurde nach umfassender Restaurierung 2021 wiedereröffnet und bietet neben Besichtigungen auch Ausstellungen und Kulturveranstaltungen. Im Holocaust-Gedenkzentrum in der Páva-Straße zeichnet die Dauerausstellung den Weg von der Entrechtung bis zum Völkermord nach; zum Ensemble gehört auch eine restaurierte Synagoge. Beide Orte ergänzen den Rundgang um weitere Perspektiven auf jüdische Geschichte und Kultur in Budapest.

Jüdische Spuren in Italien

Triest und der unwiderufliche Verlust der jüdischen Identität

Bei meinem Besuch in Triest habe ich die Stadt nicht nur als Kaffeehaus- und Hafenstadt kennengelernt. Ich habe mich auch auf die Spuren des jüdischen Triest begeben – und dabei eine Seite der Stadt entdeckt, über die ich vorher nur wenig wusste.

Die jüdische Gemeinde prägte über Jahrhunderte das wirtschaftliche und kulturelle Leben Triests. Davon erzählt heute unter anderem die große Synagoge, die 1912 eröffnet wurde. Im Museo della Comunità Ebraica di Trieste „Carlo e Vera Wagner“ lässt sich die Geschichte der Gemeinde vom Mittelalter bis in die Gegenwart nachvollziehen.

Zur jüdischen Geschichte Triests gehört aber auch die Zeit des Nationalsozialismus. Besonders eindrücklich ist die Risiera di San Sabba, ein ehemaliges Reismühlengebäude, das während der deutschen Besatzung als Haft- und Konzentrationslager genutzt wurde.

Ein großes, mehrstöckiges Gebäude aus verwitterten roten Ziegeln und Stein steht in einem offenen Innenhof und zeugt mit seinen Reihen dunkler, leerer Fenster und gewölbter Türöffnungen unter einem strahlend blauen Himmel von jüdischer Vergangenheit.
Risiera die San Sabba, Triest

Von den Orten, die ich besucht habe, ist mir jedoch der jüdische Friedhof am stärksten in Erinnerung geblieben. Zwischen den alten Grabsteinen spürte man besonders intensiv, wie lange jüdisches Leben zu Triest gehörte – und gleichzeitig, wie viel davon unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Ein kunstvoll verziertes Steinmausoleum mit einer bronzenen Menora in einer vertieften Nische. Das verwitterte Denkmal, auf dem „ABRAMO SALTO“ eingraviert ist, ist von überwuchertem Efeu und Bäumen inmitten einer Friedhofslandschaft umgeben.
Jüdischer Friedhof in Triest

Venedig: Das jüdische Ghetto

Wenn ich in Venedig bin, zieht es mich fast immer ins jüdische Viertel in Cannaregio. Ich nehme nicht jedes Mal an einer Führung teil, aber ich überquere den Campo del Ghetto Nuovo, bleibe stehen und blicke zu den Fenstern hinauf. Denn die Synagogen sind von außen kaum als solche zu erkennen.

1516 bestimmte die Republik Venedig, dass die jüdische Bevölkerung in einem abgeschlossenen Viertel leben musste. Das heute verwendete Wort „Ghetto“ hat seinen Ursprung vermutlich in Venedig.

Besonders beeindruckt hat mich bei einer Führung die Spanische Synagoge, die Scola Spagnola im Ghetto Vecchio. Hinter der unscheinbaren Fassade verbirgt sich ein prachtvoller Innenraum. Die Synagoge ist eng mit den sephardischen Juden verbunden, die nach ihrer Vertreibung aus Spanien und Portugal nach Venedig kamen.

Das kunstvoll gestaltete Innere der Synagoge inmitten von Reihen dunkler Holzbänke, die auf eine zentrale Bima mit roten Vorhängen ausgerichtet sind. Hohe Bogenfenster mit roten Vorhängen säumen die Wände und werden von Messingkronleuchtern unter einer holzgetäfelten Decke beleuchtet.
Spanische Synagoge Venedig

Gerade dieser Gegensatz fasziniert mich: Von außen ist kaum zu erahnen, welche Geschichte sich hinter den Mauern verbirgt. Gleichzeitig ist das Viertel kein reiner Erinnerungsort, denn in Venedig gibt es bis heute eine jüdische Gemeinde, eine jüdische Buchhandlung und auch koschere Restaurants.

Jüdische Spuren in der Türkei

Juden in İstanbul

In İstanbul leben heute noch ca. 13.000 Juden. Sie sind Nachfahren der im späten 15. Jahrhunderts nach dem Ende der Reconquista aus Spanien geflüchteten Sepharden. Bis heute druckt die Zeitung „Şalom“, die jüdische Zeitung İstanbuls, eine von 20 Seiten in Ladino, der auf dem Altspanischen beruhenden sephardischen Sprache der İstanbuler Juden. Gesprochen wird sie aber kaum noch.

Das alles und noch viel mehr erfährt man bei einem Besuch des Museums der türkischen Juden im Stadtteil Galata (Büyük Hendek Cad. 39, Reisepass mitbringen!). Es liegt in Nachbarschaft der Neve-Shalom-Synagoge, deren Betsaal vom Museum aus begehbar ist. Die größte Synagoge der Türkei mit Platz für bis zu 2000 Besucher wurde schon mehrmals Ziel von islamistischen Terroranschlägen, zuletzt 2003 (über 20 Tote). Aus Furcht vor Attentaten sind die aktiven İstanbuler Synagogen heute leider nur noch nach Anmeldung zugänglich. Der so genannte Schneidertempel (Schneidertempel Sanat Merkezi, Felek Sok. 5) dient heute als Kunstgalerie und kann besichtigt werden. Der deutsche Name der ehemaligen Synagoge erinnert daran, dass viele in İstanbul lebende Juden dem Schneiderberuf nachgingen.

Das Innere einer Synagoge mit einer erhöhten hölzernen Bima in der Mitte. Über dem Schrein befindet sich ein großes Fenster in Form eines Davidsterns, und von der hohen Decke hängen elegante Kristallkronleuchter, flankiert von Reihen gerahmter Bilder an den Wänden.
Schneidertempel Istanbul

Ein anderer Anlaufpunkt auf der Suche nach jüdischen Spuren am Bosporus ist der atmosphärische Stadtteil Balat am Goldenen Horn, wo ebenfalls viele Juden lebten. Die dortige Ahrida-Synagoge aus dem 15. Jahrhundert (Kürkçü Çeşme Sok. 7) ist allerdings ebenfalls nicht zugänglich.

Übrigens fanden während der Nazi-Diktatur auch viele deutsch-jüdische Akademiker und Künstler Zuflucht in der Türkei. Darunter befanden sich der Politiker und Städteplaner Ernst Reuter (der spätere Bürgermeister von Berlin) und der Komponist Paul Hindemith.

Mit offenen Augen weiterreisen

Von den Synagogen Prags über die Erinnerungsorte in Krakau und Budapest bis zum sichtbaren jüdischen Alltag in Antwerpen: Unsere Reisen zeigen unterschiedliche Ausschnitte jüdischer Geschichte und Gegenwart in Europa. Die persönlichen Beiträge meiner Mitbloggenden haben dabei auch meinen Blick erweitert und mich auf Orte aufmerksam gemacht, die ich selbst noch kennenlernen möchte. Besonders bleiben mir jene Besuche, bei denen aus einem Gebäude, einem Namen oder einer überlieferten Geschichte eine Verbindung zu den Menschen dahinter entsteht.

Vielleicht führt Dich Deine nächste Reise zu einem der vorgestellten Orte. Nimm Dir Zeit, höre zu und lass auch Fragen zu – längst nicht alles erschließt sich beim ersten Besuch. Welche jüdischen Orte in Europa haben Dich berührt oder Dir neue Einblicke gegeben? Erzähle mir gerne davon in den Kommentaren. Auch diese Sammlung darf weiterwachsen.

Ein großer Davidstern, der eigentlich ein Zoiglstern ist, aus dunklen Steinen ist in einen Kopfsteinpflasterweg eingelassen, der zu einem offenen Eingang führt. In der Nähe der Tür stehen Schilder, darunter eine Kreidetafel und ein schwarzes Plakat. Rechts vom Eingang stehen Blumentöpfe.

Was haben wir vergessen?

Das Roundup ist offen für weitere Orte in Europa. Du hast eine Idee oder konkreten Vorschlag, um den Beitrag zu ergänzen? Dann schick mir gerne eine E-Mail.

Glossar

  • Chanukka: Ein achttägiges jüdisches Lichterfest. An jedem Abend wird ein weiteres Licht angezündet.
  • Chanukkia: Der meist neunarmige Leuchter, der zu Chanukka verwendet wird. Sie ist von der siebenarmigen Menora zu unterscheiden.
  • Menora: Der siebenarmige Leuchter, ein Symbol des Judentums mit Bezug zum Tempel in Jerusalem.
  • Mesusa: Eine Kapsel am Türrahmen, in der sich ein Pergament mit Abschnitten aus der Tora befindet.
  • Mikwe: Ein jüdisches Ritualbad, das für rituelle Tauchbäder genutzt wird. Es dient nicht der Körperhygiene.
  • Shoah: Hebräisch für „Katastrophe“ oder „Untergang“; die Bezeichnung für den Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden, der von Nazi-Deutschland und seinen Helfern verübt wurde.
  • T(h)ora: Die zentrale heilige Schrift des Judentums. Eine Torarolle enthält den Text der fünf Bücher Mose.
  • Aschkenasische Jüdinnen und Juden: Menschen, deren familiäre und kulturelle Wurzeln auf jüdische Gemeinden in Mittel- und Osteuropa zurückgehen. Jiddisch entwickelte sich in vielen dieser Gemeinden zur Alltagssprache.
  • Chassidische Jüdinnen und Juden: Anhänger:innen einer religiösen Bewegung innerhalb des orthodoxen Judentums, die im 18. Jahrhundert in Osteuropa entstand. Chassidische Gemeinschaften verbinden jüdische Religionspraxis mit eigenen spirituellen Traditionen.
  • Sephardische Jüdinnen und Juden: Menschen, deren Tradition auf die jüdischen Gemeinden der Iberischen Halbinsel zurückgeht. Nach den Vertreibungen aus Spanien und Portugal im späten 15. Jahrhundert entstanden sephardische Gemeinden unter anderem im Osmanischen Reich und in Nordafrika; Ladino ist eine traditionelle sephardische Sprache.
  • Kryptojuden: Menschen, die nach außen hin eine andere Religion annehmen und praktizieren mussten oder wollten, ihren jüdischen Glauben und die damit verbundenen Bräuche jedoch geheim weiter auslebten.
  • Koscher/koscheres Essen: „Koscher“ bedeutet „geeignet“ und bezeichnet Lebensmittel, die den jüdischen Speisegesetzen entsprechen. Dabei spielen unter anderem die erlaubten Zutaten, die Zubereitung sowie die Trennung von Fleisch und Milch eine Rolle. Koscher bedeutet also nicht einfach nur „ohne Schweinefleisch“.

Fotos: Die gezeigten Fotos unterliegen dem Urheberrecht des/der jeweiligen Mitbloggenden, der/die unter dem jeweiligen Abschnitt als Reisetippgeber:in angegeben ist.


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Schwarzweißfoto einer Frau (Romy Mlinzk, Foto: Niels Rohrweber), die in die Kamera lächelt. Sie hat schulterlanges Haar und trägt einen gemusterten Schal und einen karierten Mantel. Im Hintergrund ist ein Teil des Eingangs eines Gebäudes mit einigen Glastüren zu sehen. Die Beleuchtung hebt ihren fröhlichen Gesichtsausdruck hervor.
Romy

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund und arbeitet als Bloggerin und Freelancerin im Bereich Social Media, Content Strategie und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Übers Reisen regelmäßiger seit 2013. Wenn sie Zeit dazu findet.

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