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Lütticher Waffeln.

Lüttich (Liège) –
36 Stunden auf Genusstour in der Wallonie

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An welche Stadt denkst Du, wenn Du Belgien hörst? Sicherlich an Brüssel, Antwerpen und Brügge, vielleicht noch Gent. An Lüttich (Liège) denke ich zumindest nicht direkt und wenn, dann meist nur in Verbindung von Waffeln. Dabei ist die Stadt in der Wallonie, im südlichen Belgien einen Ausflug wert! Eine aufstrebende Stadt, die neben Lütticher Waffeln viel Genuss zu bieten hat und sich perfekt für einen Kurztripp eignet. Ich habe Anfang Juni 2019 das für Dich getestet. 36 Stunden haben ich mich durch Lüttich geschlemmt und auch beim Foodfestival „Les Epicuriales“ am Museum La Boverie vorbei geschaut.

Wie kommst Du am Besten nach Lüttich?

Ganz bequem und umweltfreundlich kommst Du am Besten mit dem Zug nach Lüttich. Ich selbst bin mit dem Thalys ab Dortmund gefahren. Seit nun bereits drei Jahren ist Dortmund der Start- und Endhaltepunkt der Thalys-Strecke nach Paris, die auch in Belgiens Hauptstadt Brüssel, aber auch in Lüttich hält – sowie auf deutscher Seite in Essen, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Aachen.

Thalys am Bahnsteig in Lüttich.
Thalys am Bahnsteig in Lüttich

In etwa 2,5 Stunden bin ich so bequem frühmorgens in einem roten Plüschsessel nach Lüttich gefahren, um eine Nacht in der Wallonie zu verbringen und die Stadt zu erkunden. Von Köln aus ist es übrigens nur etwa eine Stunde, von Aachen sogar nur 20 Minuten – da lohnt sich fast das Frühstück nicht, welches kurz hinter Köln in der 1. Klasse/Premium ausgegeben wird.

Es lohnt sich übrigens, ab und zu mal auf der Website oder Social-Media-Kanälen bei Thalys Deutschland vorbeizuschauen. Der belgische Eisenbahnkonzern hat öfters lohnende Angebote, wie z.B. im August 2019 für maximal 34 Euro nach Belgien zu fahren. Doch auch internationale ICEs fahren Lüttich an und mit den Europa-Sparpreisen kannst Du auch hier ab und zu ein Schnäppchen machen. Mit dem Auto sind es rund 40 min. bis Aachen und ca. 1,5-2 Stunden aus dem Großraum Köln.

Bahnhof Liège-Guillemins – Lüttichs architektonisches Meisterwerk

Wenn Du mit dem Zug nach Lüttich fährst, kommst Du im 2009 eröffneten Bahnhof Liège-Guillemins im Lütticher Stadtteil Guillemins an, der nach einem alten Orden benannt wurde. Der Bahnhof ist ein Highlight und allein für Eisenbahnliebhaber eine Reise wert. Der spanische Architekt Santiago Calatrava schuf diese helle Perle der Architektur, die kathedralenartig Züge und ihre Reisenden begrüßt. Der Neubau wurde nötig, um an das Netz der Hochgeschwindigkeitszüge, wie Thalys und ICE, angebunden werden zu können.

Schnellzug Thalys im Bahnhof Liège-Guillemins
Schnellzug Thalys im Bahnhof Liège-Guillemins

Strahlend erheben sich 10.000 Tonnen Stahl, weißer Beton und Glas wie eine Welle bis zu 40 Meter über den Gleisen. Aus jedem Winkel eröffnen sich neue spannende Perspektiven auf die neun Gleise. Ich komme schon wieder ins Schwärmen. Der Gare Liège-Guillemins ist beeindruckend und diente schon in einigen Filmen, wie Inside Wikileaks mit Benedict Cumberbatch und Daniel Brühl oder Guardians of the Galaxy aus dem Marvel-Universum, als Kulisse.

Wartende am Gleis des Bahnhofs in Lüttich.
Wartende am Gleis

Darüber hinaus bietet der Bahnhof im Untergeschoss auch schon das erste kulinarische Highlight: Das Grand Café de la Gare. Die Brasserie ist eine gute Möglichkeit, seine Wartezeit bis zur Abfahrt des Zuges zu verbringen. Mit der modernen Einrichtung, unzähligen Weinflaschen an der Wand und viel Glas passt sich die Brasserie gut in den Bahnhof ein.

Grand Café de la Gare
Grand Café de la Gare

Kleiner Nachteil: Der Bahnhof liegt nicht direkt in der Innenstadt der ehemals von Kohle und Stahl geprägten Stadt, sondern etwas außerhalb. Doch Busse und Taxen halten direkt vor dem Bahnhof und wenige hunderte Meter entfernt fließt die Maas, an der sich auch eine Haltestelle für den Wasserbus (Navette Fluviale) befindet. Unweit davon – und vom Bahnhof auch gut sichtbar – steht der Ende 2014 eingeweihte Tour Paradis (ein Finanzgebäude), ein weiteres architektonisches Highlight und Landmarke der Stadt, entworfen von den Jaspers-Eyers Architects.

Tour Paradis vom Bahnhof aus gesehen
Tour Paradis vom Bahnhof aus gesehen

Wo kannst Du gut in Lüttich übernachten?

Guter Schlaf ist mir wichtig und bei schönen Hotels geht mir das Herz auf. Darum sind liebevoll eingerichtete Boutique-Hotels meine Lieblingshotels. In der Altstadt von Lüttich bin ich im Hotel Neuvice fündig geworden. Die enge Altstadtgasse En Neuvice, die zu den ältesten Gassen Lüttichs zählt, mit den vielen altersschiefen Häusern beherbergt fast unscheinbar das kleine Hotel.

Schild an einer Backsteinmauer vom Hotel Neuvice, En Neuvice, Lüttich.
Hotel Neuvice in Lüttich

Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.
– Immanuel Kant

Im Innenhof vereint das Hotel mehrere historische Häuser, in dem sich die verschiedenen Zimmer befinden, die über zum Teil historisch-knarzende Treppen erreicht werden. Doch die Zimmer sind modern eingerichtet, überaus großzügig geschnitten und verfügen über ein ausgeklügeltes Licht- und Belüftungssystem.

Lobbybereich des Hotel Neuivce mit Blick in den Innenhof.
Lobbybereich des Hotel Neuivce mit Blick in den Innenhof

Das Hotel kannst Du bequem bei booking.com buchen.*

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Shoppen, Schlemmen & Sightseeing in Lüttich

Lüttich ist nicht sehr groß. Rund 200.000 Einwohner wohnen in der wallonischen Stadt, die bunt gemischt ist. Vieles ist bequem zu Fuß zu erreichen. Mein Hotel stellte sich da als ideal heraus. Die kleine Gasse En Neuvice bietet schon allerhand kleine Geschäfte, die es zu entdecken gilt, z.B. eine Metzgerei, ein Käseladen und eine Chocolaterie (Carré Noir), die in Belgien nie fehlen darf.

En Neuvice, eine der ältesten Gassen in Lüttich.
En Neuvice, eine der ältesten Gassen in Lüttich.

Eine Karte von Lüttich mit allen genannten Orten:

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Place du Marché – Marktplatz

Direkt um die Ecke befindet sich der Place du Marché (der älteste Platz Lüttichs) mit seinen vielen Cafés und Restaurants, an dem sich abends perfekt der Tag ausklingen lässt und wo Du auf jeden Fall einen echten Café Liégeois bekommst. Außerdem befindet sich der Brunnen mit der Perron-Säule, das Wahrzeichen der Stadt für die Freiheit der Lütticher Bürger sowie das Rathaus „La Violette“ (das Veilchen) auf dem Marktplatz von Lüttich.

Place du Marché mit vielen Restaurants und Cafés, Lüttich
Place du Marché

Mein Favorit hier ist die Friterie du Perron, die die besten Pommes Frites der Stadt anbieten sollen. Dazu ein belgisches Bier im BeerLovers, ein Café und Shop in der Rue de la Violette und die im Mai/Juni auf dem Marktplatz das BeerLovers‘ Festival veranstalten.

Ebenfalls in der Rue de la Violette befindet sich der Reisebuchladen Toutes Directions, der neben zahlreichen Reiseführern, Karten und Büchern über Lüttich auch ein kleines Café beinhaltet. Tauche ein in Bücher in Englisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch, lies in Kochbüchern, während Du einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen genießt.

Reisebuchladen Toutes Directions, Eingang mit Café-Bestuhlung im Außenbereich.
Reisebuchladen Toutes Directions

Place Saint-Lambert & Le Palais des Princes-Évêques – der Geburtsort Lüttichs

Lüttich wirkt auf mich ein wenig wie ein Gemischtwarenladen. Von jeder baulichen Epoche gibt es etwas zu entdecken. Manches ist heruntergekommen, anderes schön bunt heraus geputzt. Anderes wird gerade wieder erst aufwendig restauriert.

Der Place Saint-Lambert ist ein typisches Beispiel dafür. Hier, wo die Maas und Légia zusammenflossen, haben sich in der Vorgeschichte bereits Menschen niedergelassen – Geschichte, der Du im Archéoforum auf den Grund gehen kannst. Im 2. Jahrhundert stand hier eine römische Villa und dann eine Kirche. Diese wurde zum Wallfahrtsort durch den Tod von Lambertus, dem Bischof von Tongeren-Maastricht um das Jahr 705. Dadurch wurde Lüttich zum Fürstbistum und Fürstbischofssitz, dessen rund tausendjährige Geschichte erst mit der Zerstörung der Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Lambert und der Rebellion gegen den Fürstbischof während der Französischen Revolution im 18. Jahrhundert endete. Heute erinnern Metallsäulen an den Standort der Kathedrale.

Place Saint Lambert - Stahlsäulen für den Standort der alten Kathedrale von Lüttich
Place Saint Lambert mit den Stahlsäulen

Nur der fürstbischöfliche Palais „Le Palais des Princes-Évêques“ erinnert heute noch an diese Zeit. Ihm schließt sich als Westflügel der Palais Provincial an. Beides beeindruckend-verzierte und architektonisch bedeutende Gebäude in unscheinbarem Grau, die heute als Regierungsgebäude dienen. Es ist das größte gotische Gebäude Europas mit ziviler Nutzung.

Eingangsportal des fürstbischöfliche Palais "Le Palais des Princes-Évêques" in Lüttich.
Eingangsportal des fürstbischöfliche Palais „Le Palais des Princes-Évêques“ in Lüttich
Palais Provincial, Lüttich.
Palais Provincial

Das historische Viertel Hors-Château

Direkt hinter dem Palais befindet sich die Rue du Palais, die in die schöne, alte Rue Hors-Château übergeht, die diesem Viertel der Altstadt ihren Namen gibt. In diesem Viertel stehen eine der bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten von Lüttich. Die Kirchen und Museen des Viertels, wie das Museum des wallonischen Lebens (Musée de la vie wallonne), begeistern jährlich zahlreiche Besucher. Die Straße Féronstrée lädt zum Schoppen ein.

Rue du Palais mit alten schmalen Fachwerkhäusern
Rue du Palais mit alten schmalen Fachwerkhäusern

Musée de la vie wallonne

Das wallonische Volkskundemuseum stellt das Alltagsleben in der Wallonie vom 19. Jahrhundert bis jetzt in all seinen Facetten da. Untergebracht ist es in einem ehemaligen Minoritenkloster, welches 2008 vollständig restauriert und umgebaut wurde. Vor allem der Kreuzgang beeindruckte mich und im kleinen Café lässt sich gut eine Pause einlegen. Die Klosterkirche Saint-Antoine mit dem beeindruckenden Portal ist leider nur im Rahmen von Sonderausstellungen zu besichtigen.

Das beeindruckend verzierte Klosterkirche Saint-Antoine in Lüttich.
Das beeindruckend verzierte Klosterkirche Saint-Antoine in Lüttich.

Montagne de Bueren – die schönste Aussicht von Lüttich

Die Rue Hors-Château ist außerdem für ihre vielen Sackgassen (Impasse) und die unterschiedlichsten Wohnhäuser und Stadtpalästen aus dem 17. und 18. Jahrhundert bekannt. Doch nicht alle Sackgassen enden wirklich. Das Hors-Château liegt zu Füßen der Hügel der Zitadelle. Viele Treppen und Wege führen auf diese Hügel, die einen wunderbaren Ausblick auf Lüttich bieten sollen und mit 86 Hektar die grüne Oase der Stadt ist.

Rue Hors-Château, Lüttich.
Rue Hors-Château

Die bekannteste Treppe ist sicherlich die auf der Montagne de Bueren. Sie ist der direkte Zugang zwischen Altstadt und Zitadelle. 374 Stufen trennen beide. Naheliegende Schulen nutzen die Treppe mit ihrem Gefälle von 30% gerne auch als „Sportgerät“. Wäre nach den 36 Stunden und der Vielzahl Lütticher Waffeln auch für meine Kondition gut gewesen, doch die Waffeln lagen schwer im Magen. ;) Für den Ausblick muss ich wohl noch einmal wiederkommen.

Montagne de Bueren, die imposante Treppe rauf zum Hügel der Zitadelle in Lüttich.
Montagne de Bueren

Une Gaufrette Saperlipopette

Apropos Lütticher Waffeln. Unweit des Marktplatzes und dem Musée de la vie wallonie befindet sich die Bäckerei Une Gaufrette Saperlipopette. Innerhalb der Altstadt bekommst Du hier die besten Lütticher Waffeln und allerlei leckeres Gebäck sowie gutes Brot. Der Laden ist klein, aber fein und für jeden Gebäckliebhaber ein wahres Paradis.

Schaufenster von Une Gaufrette Saperlipopette
Schaufenster von Une Gaufrette Saperlipopette

Schräg gegenüber der Bäckerei haben die Inhaber noch einen größeren Laden. Nebenan eine Backstube, in der Du beim Backen zusehen kannst. Zusätzlich kannst Du Dir ein Eis kaufen, um am Eis schleckend weiter durch das Viertel zu schlendern. Denn es gibt u.a. einige kleine Lädchen, wie in der Rue de Palais einen Unverpacktladen (L’Entre-Pot) oder in der Rue Hors-Château einen Laden für vegane Produkte (Goveg) zu entdecken.

Une Gaufrette Saperlipopette - La Glacerie - Backstube und Eisladen in Lüttich.
Une Gaufrette Saperlipopette – La Glacerie – Backstube und Eisladen

Terra Terrae

In diesem mediterranen Restaurant, welches erst vor Kurzem in die Rue Hors-Château gezogen ist, geht Qualität vor Quantität. Daher steht auf der Karte nur ein Gourmet-Menü, dem Du bei der Entstehung direkt durch die offene Küche zusehen kannst. Vier Gänge (ohne den Zwischengang) kosteten an dem Abend 38 Euro und zzgl. 20 Euro für die Weinauswahl. Bei allen fünf Gängen standen 46 Euro zzgl. 24 Euro für die Weinauswahl auf der Karte.

Dazu ein Pairing mit ausgezeichneten Weinen. Das Restaurant ist perfekt für ein schönes Abendessen in eleganter Atmosphäre und um einen langen Tag in Lüttich gebührend ausklingen zu lassen. Dabei geht die Küche auch gut auf Allergien, Unverträglichkeiten und Sonderwünsche ein und zaubert eine entsprechende Alternative. Veganer und Vegetarier – kein Problem!

Das Kathedralenviertel

Das Kathedralenviertel, welches sich ebenfalls im „Cœur Historique“ (Altstadt) befindet, war bis ins 19. Jahrhundert eine Insel, die nur über Brücken, Stege und andere Überwege mit dem restlichen Lüttich verbunden war. Heute ist es das Shoppingviertel der Stadt und mit dem Carré auch das Viertel fürs Nachtleben.

Ma Ferme en Ville

Auf dem Weg vom Place Saint-Lambert ins Herzen des Kathedralenviertels bin ich in der Rue Souverain Pont auf einen Kaffee im Ma Ferme en Ville (Der Bauernhof in der Stadt) eingekehrt, der das „Farm to Table“-Prinzip (vom Bauernhof direkt auf den Teller) lebt und nur regionale Produkte von Erzeugern aus der direkten Umgebung (50 km Umgebung) verarbeitet.

Wattitude Food – Fashion – Design Made in Wallonia

Ebenfalls in der Rue Souverain Pont befindet sich der Designershop Wattitude, der über 250 lokalen, wallonischen Designern, Künstlern und lokale Produzenten ein gemeinsames Zuhause für ihre Produkte bietet. Vergiss die Souvenirshops und kauf hier ein echtes Stück Wallonie!

Wattitude - Made in Wallonia - Laden für wallonische Produkte von außen
Wattitude – Made in Wallonia

Stiftskirche St. Dionysius – Collégiale Saint-Denis

Unweit des Cafés steht die Stiftskirche St. Dionysius, die 987 von Fürstbischof Notker errichtet wurde. Notker verdankt Lüttich eine Vielzahl an Kirchen. Die Kirche wurde 1003 bereits durch einen Blitzschlag zerstört, aber direkt wieder aufgebaut. Der Turm kam im 11./12. Jahrhundert hinzu und steht bis heute.

Lüttich, Notker verdankst du Christus; den Rest verdankst du Notker. – Bischof Notker (980)

Über die Jahrhunderte wurden viele bauliche Veränderungen vorgenommen und heute existiert noch ein Langhaus im romantischen Stil, einem gotischen Chorraum und einer Innenausstattung im Barock- und Rokokostil.

Université Liège – Universität Lüttich

Die 1817 gegründete Lütticher Universität ist nur 2-3 Straßen von Saint-Denis entfernt. In den 1950er zogen fast alle Fakultäten nach und nach an den Stadtrand. Nur noch die philosophische Fakultät, das Rektorat und die Verwaltung sitzen noch im Kathedralenviertel. Das Hauptgebäude am Place du 20-Août im neoklassizistischem Stil wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Über den Säulen thronen vier Statuen – Philosophie, Recht, Mathematik und Medizin. In den Nischen daneben stehen Statuen, die Kunst und das Studium versinnbildlichen.

Hauptgebäude der Université Liège/Universität Lüttich
Hauptgebäude der Université Liège

Cathédrale Saint-Paul de Liège – St. Pauls-Kathedrale

Wie auch die Grand Poste, die 1901 fertiggestellte alte Hauptpost und gefühlt alle weiteren Kirchen, war auch die Cathédrale Saint-Paul de Liège (St. Pauls-Kathedrale) bei meinem Kurztripp eingehüllt. Lüttich hübscht sich auf. Daher wird auch die ehemalige Stiftskirche, die dem Viertel ihren Namen gibt und 1803 nach der Zerstörung von Notre-Dame-et-Saint-Lambert den Status einer Kathedrale erhielt, aufwendig renoviert.

Cathédrale Saint-Paul de Liège - St. Pauls-Kathedrale in Lüttich, die gerade renoviert wird
Cathédrale Saint-Paul de Liège – St. Pauls-Kathedrale von Lüttich, die gerade renoviert wird

Die heute gotische Kirche wurde zwischen dem 13. und dem frühen 15. Jahrhundert erbaut, der Turm im 19. Jahrhundert ergänzt. Das Glockenspiel aus 49 Glocken stammt zum Großteil aus Notre-Dame-et-Saint-Lambert und kann jeden Mittwoch zwischen 12:30 und 13:30 Uhr (April-September) bewundert werden. Ansonsten lohnt sich die Schatzkammer, die auch während der Renovierung geöffnet ist, und eine beeindruckende Sammlung von Kunstwerken beinhaltet.

Fragrances by Tram, Al Limone & The Dock

Zwischen der Altstadtgasse En Neuice und der alten Post sowie der Kathedrale gibt es weitere hervorragende Adressen für Genuss. Unweit des Hotel Neuvice liegt der kleine Teeladen Fragrances by Tram, in dem Du alles von der Teekanne bis zu bestem Ceylontee kaufen, aber auch in Ruhe ein Tasse Tee genießen kannst.

Teeladen Fragrances in der Gasse En Neuvice, Lüttich
Fragrances-Teeladen

In der Rue de la Cathédrale kommst Du im Al Limone in den Genuss von italienischer Feinkost in Bioqualität. Im Al Limone trifft italienische Handwerkskunst auf lokale Produzenten. Aber auch frische Pasta aus Turin kannst Du hier kaufen und viele andere Spezialitäten verkosten. Dazu genüsslich einen Cappuccino schlürfen – ein perfekter Start in den Tag.

Italienische Feinkostladen Al Limone, Lüttich
Italienische Feinkostladen Al Limone

Street Food der besten Qualität – Pastrami, Burger und Hot Dogs – Biowein und Cocktails gibt es einige Meter weiter im The Dock. Zwischen Industriestil mit orientalischem Einfluss eignet sich der Laden sowohl für ein Mittagessen als auch für den Apéro.

Restaurant The Dock von außen.
Restaurant The Dock

Passage Lemonnier – Burger im The Huggy’s & Schokolade bei Benoît Nihant

Nach so viel Sightseeing ist es Zeit für eine Stärkung. In Lüttichs wunderschönen Passage Lemonnier, die 1839 erbaut und 1938 im Art-Déco-Stil renoviert wurde, finden rund 50 Geschäfte Platz inklusive Restaurants und Cafés.

Leuchtschrift über dem Eingang zur Passage Lemonnier, Lüttich
Passage Lemonnier

In der The Huggy’s Bar gönne ich mir zum Mittag einen der zahlreichen Burger, die auch immer mit dem passenden Bier auf der Karte präsentiert werden.

Eingang zur Huggy's Bar in der Passage Lemonnier mit Baugerüst, da gerade renoviert wird.
Huggy’s Bar in der Passage Lemonnier

Ein Stückchen weiter befindet sich die Chocolaterie und Café von Benoît Nihant – und ohne belgische Schokolade ist kein Besuch in Belgien vollkommen! Benoît Nihant arbeitet dabei nicht mit fertigem Schokoladenrohmaterial, sondern deckt den kompletten Fertigungsprozess von der Kakaobohne bis zur fertigen Praline ab – feinstes Handwerk „from bean to bar“. Das schmeckt man in jeder Pralinie und jedem Schokoladentäfelchen.

Eingang zum Café des Chocolatiers Benoit Nihant in der Passage Lemonnier, Lüttich
Café des Chocolatiers Benoit Nihant in der Passage Lemonnier

Fontaine de la Vierge – Marienbrunnen

Ein beliebter Treffpunkt ist der Marienbrunnen, den die Lütticher Bevölkerung auch den Fontaine aux Lions (Löwenbrunnen) nennt. Der Brunnen mit der „Jungfrau mit Kind“ des Lütticher Bildhauers Jean Del Cour steht auf einem kleinen Platz kurz bevor Du von der Passage Lemonnier auf den Place de la Cathédrale kommst. Doch hier stand der Brunnen nicht immer. Der ursprüngliche Brunnen (spätes 17. Jahrhundert) befand sich auf dem Place de la Cathédrale. 1854 baute Julien-Étienne Rémont den Brunnen am jetzigen Standort aus Granit neu auf.

Fontaine de la Vierge - Marienbrunnen in Lüttich
Fontaine de la Vierge – Marienbrunnen

Bar Brutàl

Meinen Abend habe ich sehr französisch mit einem Apéro begonnen, den ich am Abend unweit der Kathedrale im Brutàl genieße. Die Bar ist in einem beeindruckenden Palais in einem Hinterhof untergebracht. Stuck an der Decke, alte Gemälde an den Wänden, Plüschsesseln und doch modern. Spektakulär schräg mit ausgefallenen Cocktails und einer guten Gin-Karte zu humanen Preisen. Besser kann ein Abend im Zeichen des Genusses nicht beginnen. Der perfekte Ausgangspunkt für einen Abend im Carré oder für ein gediegenes Abendessen.

Eingangsbereich Bar Brutàl im Kathedralenviertel, bemaltes Klavier und Lounge
Eingangsbereich Bar Brutàl

Le Carré – Nachtleben in Lüttich

Das Carré befindet sich kurz hinter der Kathedrale und der Passage Lemonnier. Das alte Stadtviertel mit den kleinen, engen Gassen und den alten Fachwerkhäusern ist für sein Nachtleben berühmt. Es reihen sich Kneipe an Kneipe und Restaurant and Restaurant. Zur Kathedrale hin säumen auch viele Geschäfte die Straßen.