Abenteuer Zipline – Calgary Olympic Park

Erste Male sind etwas Besonderes, die keiner so leicht vergisst. Auch ich nicht. Diese Woche habe ich darauf einen kleinen Schwerpunkt gelegt. Heute geht es also um meine erste Zipline (Seilrutsche).

Ziplines – Wie alle began

Auf meiner ersten Bloggerreise, noch bevor ich mich überhaupt bewusst dafür entschied, aus snoopsmaus.de einen Reiseblog zu machen, stand ich das erste Mal vor der Herausforderung Zipline. Im Olympiapark in Calgary. Und ich hatte keine Ahnung, was eine Zipline überhaupt ist und auf die in Calgary war ich schon gar nicht vorbereitet.

Ich bin ja ein Schisser vor dem Herrn. Mich muss man quasi zwingen, solche Dinge zu tun. Auch wenn ich Ziplines mittlerweile sehr mag, kostet es mich jedes Mal wieder extrem viel Überwindung. Manchmal mache ich auch einen Rückzieher, wie im Schwarzwald oder in St. John in New Brunswick, wo Start und Landung auf Metallgittern stattfindet. Also so mit Durchgucken bis auf den Boden. 😱 Dennoch ist das Gefühl beim Fliegen durch die Lüfte unbeschreiblich, auch wenn kalter Regen wie kleine Nadeln auf meinem Gesicht auftrifft.

Irgendwie könnte ich ja mal wieder… aber ich weiß, ich brauche quasi einen Schubbser, um es wirklich zu tun. Den Adrenalinspiegel kannst Du Dir sicherlich vorstellen – und dann sicherlich auch die Endorphine, die während und nach der Zipline in mir aufsteigen. Wirklich cool hätte ich es gefunden, wenn ich bei dieser Werbeaktion in Paris hätte dabei sein können – eine Zipline vom Eiffelturm! 😍

Meine erste Zipline

Zuerst konnte ich mir allein schon unter dem Begriff “Zipline” nicht viel vorstellen. Zur Reise nach Kanada bin ich ja auch ein wenig wie die Jungfrau zum Kinde gekommen und mein Englisch war noch wirklich in einem schlechten Zustand. Mittlerweile hat sich das auch Dank des Reisens stark geändert.

Olympic Park, Calgary
Olympic Park, Calgary

Nun stand ich da im Olympischen Wintersportpark in Calgary und bekam eine Sicherheitsunterweisung und wie ich in das “Geschirr” einzusteigen habe. Dann gab es an einer kleinen Teststrecke eine Einweisung in den Mechanismus des Ausklinkens und wie ich zu bremsen habe. Die Teststrecke war Kinderkram und ich war eigentlich positiv gestimmt, dass ich die anderen zwei Ziplines auch packen werde. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, ich hatte es auch gar nicht auf dem Zettel, dass es noch eine weitere Zipline nach der Hauptzipline geben wird. Vielleicht war das auch gut so…

Zuvor hatte ich ein Video dazu gesehen und mir rutschte schon ein wenig das Herz in die Hose. Da war die Rede von der schnellsten Zipline Nordamerikas und Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h.

Die Hauptzipline

Du hast sicherlich das Video gesehen und weißt jetzt vielleicht schon, von wo die zweite, die Hauptzipline startete. Wenn nicht, dann sage ich es Dir: die große, olympische Skisprungschanze. Die einen gläsernen Aufzug hat.

Blick auf die Skisprungschanzen
Blick auf die Skisprungschanzen

Damals hatte ich noch extreme Höhenangst. Heute ist diese so gut wie weg, auch Dank dieser Zipline. Nur mit diesen Metallgittern, durch die man direkt nach unten schauen kann, habe ich immer noch meine Probleme.

Große Skisprungschanze in Calgary
Große Skisprungschanze in Calgary

Zur Schanze wurden wir mit einem Transporter gefahren und dann ging es hinauf. Mit dem besagten gläsernen Aufzug. Da hatte ich ja schon fast genug. Wenn Du dann dort oben stehst, weißt Du, wie verrückt Skispringer sein müssen. Die springen von dieser auch liebevoll “Monster” genannten Schanze ohne Hilfs- und Rettungsleine, ohne Fallschirm und ohne Bremspuffer. Einfach so. Die spinnen doch alle. Das dachte ich, als ich an der Sprungluke 11 stand und einer nach dem anderen meiner Mitreisenden sich freudestrahlend die Zipline herunter stürzte. Die schöne Aussicht über Calgary konnte ich gar nicht genießen. Ich zögerte, aber ich wusste nicht, ob ich jemals wieder zurück nach Kanada kommen würde. Es war dieser Moment, in dem mir klar wurde, das ist ein “Once in a Lifetime”-Moment. Das passiert mir jetzt und vielleicht nie wieder. Und ich tat es.

Ausblick von der Zipline auf Calgary
Ausblick von der Zipline auf Calgary

Erst wurde ich mit der Halterung, an der mein Sitzgurt hing, eingehangen. Der Boden wurde mir im wahrsten Sinne des Wortes weggezogen, so dass ich schon frei schwebte, bevor ich ausgeklinkt wurde – und dann sauste ich davon.

Die ersten 100 m hatte ich noch die Augen zu und hatte Probleme mit dem Atmen – das geht mir heute noch so bei den ersten Metern. Erst dann konnte ich die letzten 400 m genießen. Unbeschreiblich – aber es gibt immerhin ein Video, wie ich unten ankomme.

Die Letzte ist immer die Härteste

Doch dann ging es noch weiter. Parallel zu Yuichi ging es noch die letzte Zipline durch die Bäume hinunter zum Ausgangspunkt. Ich dachte noch so naiv, wenn ich die Skisprungschanze schaffe, dann ist das doch ein Kinderspiel. Aber Pustekuche. Ich prallte mit solch einer Wucht und Geschwindigkeit am Ende auf die Bremsböcke, dass ich noch gut 1/4 der Strecke wieder die Zipline zurück rutschte. Das scheint aber völlig normal zu sein… aber es war hart und traf mich ziemlich unvorbereitet. Die Geschwindigkeiten beider Ziplines sind Wahnsinn – machen aber süchtig und jede weitere Zipline wird seitdem mit dieser komfortablen und schnellen Seilrutsche verglichen.

Hier noch ein paar Eindrücke von Deb & Dave (The Planet D), die das zwei Jahre später testeten:

Würdest Du Dich trauen?

Details

WinSport Olympic Park Calgary
88 Canada Olympic Road SW
Calgary, AB T3B 5R5

Website

Ziplines Übersicht und was Du vorher wissen solltest (Englisch)

Die Zipline ist eine Sommersportaktivität und 2017 ab Juli buchbar. Eine Reservierung (online) ist sinnvoll. Zur Zeit kann ich keine Preise finden, aber um die 80 CAD kann man pro Person sicherlich rechnen. Bei Viator* sind es zur Zeit rund 50 Euro, was diesem Preis in etwa entspricht.

Die Zipline gehörte zu meinem Programm meiner allerersten Bloggerreise, die mich Dank Destination Canada insgesamt sechs Tage nach Saskatchewan und Alberta in Kanada führte. Meine Meinung blieb davon unbeeindruckt. 

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Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund, Deutschland und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Sie bloggt auf Deutsch und über Reisen seit 2013.
2017 startete sie auch ein englisches Reiseblog.