Postcard of the Week: Saint-Malo, Frankreich

Vor Kurzem erreichte mich eine weitere wunderbare Postkarte für meine Sammlung. Eine sehr kreative Karte aus Saint-Malo, graphisch gestaltet und auf der Rückseite mit Buntstiften verziert. Dabei hat der Sender der Postkarte das Motiv auf der Vorderseite wieder aufgegriffen. Eine liebevolle Gestaltung, die mich sehr freut. Leider ist es etwas kontraproduktiv für die Lesbarkeit – aber nur ein bisschen. ;)

Doch das größere Problem, vor dem ich dabei stand: von wem ist die Karte. Sie ist mit Lena unterschrieben. Doch wen ich kenne mit diesem Namen? Es kamen mehrere Follower, Bekannte, Kooperationspartner und natürlich auch Leser in Frage. Also habe ich das erste getan, was mir so einfällt – twittern.

Die Person hinter der Karte

Nach ein paar Tagen hat sich dann tatsächlich Lena gemeldet. Wir kennen uns aus meiner Hamburger Zeit. Damals arbeitete sie für PAGE und WEAVE, wenn ich mich nicht stark täusche. Jetzt war sie in Frankreich, genauer gesagt in der Bretagne unterwegs. In Saint-Malo hat sie sich entschieden, dieses Exemplar den Postcards of the Week hinzuzufügen. Danke dafür vielmals! Wirklich eine schöne Überraschung.

Der Hintergrund der Karte aus Saint-Malo

Laut Lena ist Saint-Malo gut mit St. Pauli zu vergleichen, aber zwei level up. Vor allem, was den Regen angeht. Die Möwen schreien hier wohl auch lauter als die Kinder. Ich kann mich da nicht mehr so gut dran erinnern. Mein einziger Aufenthalt in der Stadt war 1993. Woran ich mich aber gut erinnern kann, ist das Gezeitenkraftwerk. Das haben wir uns auf jeden Fall angesehen. Die Gezeiten an der Flussmündung des Flusses Rance sind eine der höchsten in Europa. Die bis zu 12 Meter hohen Gezeitenunterschiede macht sich das Kraftwerk zu Nutzen. Es war einst das erste Kraftwerk und lange Zeit auch das größte Gezeitenkraftwerk der Welt.

Für Touristen ist sicherlich die historische Altstadt der rund 46.000 Einwohner zählenden Stadt von Interesse. Saint-Malo geht auf die gallo-römische Siedlung Aleth zurück, vorgelagert auf einer Halbinsel – vielleicht daher der Hinweis von Lena auf Asterix & Obelix? Im 6. Jahrhundert breitete sich der Ort auch auf dem Festland aus. Im 12. Jahrhundert auch noch auf eine weitere Insel, die mehr Schutz vor Angriffen bot. Zu dieser Zeit wurde auch eine mächtige Wehrmauer errichtet. Im 16. Jahrhundert dann blühte die Schifffahrt, der Fischfang und somit auch der Handel auf und verhalf Saint-Malo vor allem wegen wilder Kosaren (Renard, der Fuchs) zu einem Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Die Stadt wurde stark im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstört, aber anschließend originalgetreu wieder aufgebaut. Daher ist es auch eine der beliebtesten Städtereiseziele in Frankreich. Es kommt nun also auch wieder auf meine Liste der Orte, die ich mir vielleicht noch einmal ansehen sollte. Danke, Lena!

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund, Deutschland und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media und Community Management.Sie bloggt seit 2006. Sie bloggt auf Deutsch und über Reisen seit 2013. 2017 startete sie auch ein englisches Reiseblog.