Die heutige Karte schlummert schon eine Weile auf meinem Postcard-of-the-Week-Stapel wunderschöner Postkarten. Sie erreichte mich Ende Januar aus Südafrika und zeigt die Hout Bay und Chapman’s Peak in der Nähe von Kapstadt.

Der Mensch hinter der Postkarte

Carsten, mein ehemaliger Kollege beim Versicherungskonzern, hat mir diese Postkarte von seinem Rundtrip durch Südafrika und Namibia geschickt. Er ist auch eigentlich ein Auslöser gewesen, überhaupt mit Postcard of the Week anzufangen. Die erste Postkarte in der Kategorie stammte auch von ihm, als er im schweizerischen Tessin unterwegs war. Carsten reiste zum zweiten Mal nach Südafrika, da seine Freundin Südafrikanerin ist. Ihre Familie lebt noch dort und was bietet sich da mehr an, als das Nützliche (Familienbesuch) mit dem Angenehmen (Rundreise) zu verbinden.

Postcard of the Week Hout Bay & Chapman's Peak, Kapstadt
Hout Bay & Chapman’s Peak, Kapstadt

Hintergrund der Karte aus Hout Bay & Chapman’s Peak

Hout Bay ist ein Stadtteil von Kapstadt und wurde 1652 vom Niederländer Jan van Riebeeck als Hout-Bajken (kleine Holzbucht) im Auftrag der Vereenigde Oostindische Compagnie (VOT) gegründet. Als Zwischenstation für ihre Seefahrer von Europa nach Indien konnte hier der Holzbedarf gedeckt werden. Zahlreiche Fischvorkommen (Hummer, Hecht) machten Hout Bay später zu einem wichtigen Fischerdorf in Südafrika. Die schöne Lage – wie gut auf der Postkarte zu sehen ist – half sicherlich auch, den Ort bei Touristen bekannter zu machen.

Um nach Hout Bay zu kommen, verläuft zwischen dem Ort und Noordhoek der rund 9 km lange malerische Chapman’s Peak Drive – eine der bekanntesten und schönsten Küstenstraßen, die sich in 114 Kurven um die Kaphalbinsel südlich von Kapstadt schlängelt. Er führt auch an dem 160 m hoch gelegenen Aussichtspunkt Chapman’s Peak vorbei. Der Drive wurde nach sieben Jahren Bauzeit 1922 fertiggestellt. Die Fahrten sind aber nicht immer ungefährlich gewesen: da die Straße zwischen Felsen und Meer erbaut wurde. Steinschläge und Abstürze an den Steinhängen sind nichts Ungewöhnliches. Das Panorama und die Touristen, die das Linksfahren nicht gewohnt sind, führen ebenfalls zu zahlreichen Unfällen.

Als 2000 über 30 Prozent der Strecke durch Steinschläge verschüttet wurde, musste der Drive gesperrt werden. Die Sanierung war kostenintensiv und daher ist die Straße nun für 30 Jahre verpachtet und somit kostenpflichtig für alle Nutzer. Seit dem gibt es aber auch riesige Fangnetze gegen Steinschlag, die direkt aus der Schweiz importiert wurden sowie Lawinentunnel an den gefährlichsten Stellen. Im Dezember 2003 wurde der Chapman’s Peak Drive wieder eröffnet. Die Maut beträgt rund 3 Euro (ca. 40 Rand), Radfahrer dürfen kostenlos fahren. Für “frequent users” gibt es eine Art Dauerkarte.

Um sowohl auf Hout Bay als auch Chapman’s Peak Drive einen Blick zu werfen, lohnt es sich, an der Straße nach Kapstadt zum Mount Rhodes abzubiegen. Die Aussicht soll umwerfend sein.

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund, Deutschland und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media, Content Strategie und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Sie bloggt auf Deutsch und über Reisen seit 2013.
2017 startete sie auch ein englisches Reiseblog.

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