Berlin: Mein erstes Mal Formel E [Werbung]

Dank Renault habe ich mich in den letzten Wochen ein wenig mit Elektromobilität beschäftigt. Natürlich bin ich noch nicht in die letzten Tiefen der Materie eingedrungen und viele Fragen sind sicherlich offen geblieben – z.B. auch, wie dass eigentlich mit der Akkuherstellung und -entsorgung aussieht (Das hat aber Robert ausführlich getan). Doch positiv überzeugt hat mich die Formel E, die Motorsportserie der FIA für reine Elektroautos.

Motorsport und ich

Früher war ich großer Formel1-Fan. Vor allem Dank Michael Schumacher schaute ich wie fast jeder in meiner Generation am Wochenende die Rennen und stand dafür sogar extra auch zu den unmöglichsten Zeiten auf. Doch mittlerweile hat die Formel1 ihren Reiz verloren – vielleicht auch, weil Michael Schumacher fehlt.

Ich selbst bin außerdem ein Stückchen weit erwachsener geworden und frage mich, was für einen Sinn das im Kreis fahren hat. Aber jeder Sport hat so seine Berechtigung und Freunde. So können sicherlich einige Menschen dressierten Pferden in einem Quadrat etwas abgewinnen, während sie beim Eiskunstlaufen nur müde lächeln.

Formel E – der Umwelt zuliebe

Dennoch ist aber der Umweltaspekt bei der Formel1 und anderen Formel-Rennen nicht von der Hand zu weisen. Das sind ziemliche Umweltsünder, die da im Kreis fahren – just for fun. Da sind mir Elektroautos dann doch irgendwie lieber, auch wenn ich mich immer noch frage, warum das Ganze eigentlich? Aber hey, ehrlich gesagt zog mich das Rennen der Formel E, welches ich auf dem Tempelhofer Feld in Berlin gesehen habe, doch dann in seinen Bann. Als ich erstmal vor Ort war und auf der Tribüne saß, war es schon ein wenig um mich geschehen. Die Atmosphäre eines solchen Renntages war positiv speziell.

Formel E auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof
Formel E auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof

Was ist die Formel E?

Doch fangen wir von vorne an. Die Formel E wird seit 2014 auf verschiedenen Stadtkursen ausgetragen. Dabei kommt ihr zugute, dass die Elektroautos weniger Lärm erzeugen und (fast) emissionsfrei unterwegs sind. Insgesamt werden in der jetzt dritten Saison zwölf Rennen absolviert. In Berlin, New York und Montréal werden dabei am Rennwochenende sogar zwei Rennen absolviert – ich war beim Sonntagsrennen in Berlin dabei.

In der Boxengasse

Zusätzlich zu meinem normalen Ticket mit Sitzplatz auf einer Tribüne erhielt ich von Renault ein Ticket für einen Gang durch die Boxengasse am Morgen. Dies ist für alle Besucher möglich und kostete 20 Euro zusätzlich zum Eintrittspreis.

Es ist extrem spannend und faszinierend, einmal so nah am Geschehen und an den Autos zu sein. Der berühmte Blick hinter die Kulissen machte es auch möglich, dass ich den vierfachen Formel1-Weltmeister Alain Prost und seinen in der Formel E fahrenden Sohn Nicolas treffen konnte. Nicolas fährt beim e.dams Renault-Team und war der erste Fahrer der Formel E auf der Pole Position. Sein Teamkollege Sébastien Buemi ist der aktuelle Weltmeister.

In der Boxengasse bei Renault e.dams
In der Boxengasse bei Renault e.dams

In der Zwischenzeit…

Bis zum Rennen vergeht aber nach dem Spaziergang durch die Boxengasse viel Zeit. Zwar gibt es Trainingsfahrten und dann folgt das Qualifying in vier Runden, doch auch dazwischen hatte ich viel Freizeit. Die konnte ich auf dem Tempelhofer Feld in Berlin aber an jeder Ecke füllen – Kart fahren, Elektroautos von Nahem anschauen, Elektoscooter testen oder sich einfach nur durch den Food Court futtern oder Livemusik hören. Vor allem für Kinder wurde viel geboten.

Elektroscooter im Test
Elektroscooter im Test

Während es anfangs noch sehr leer war auf dem Tempelhofer Feld, so füllte sich nachmittags das Gelände zusehends. Wohl auch, weil es vor dem Rennen noch eine halbe Stunde die Möglichkeit gab, Autogramme aller Fahrer zu ergattern. Die Schlangen waren lang und nicht jeder junge Fan konnte all seine Idole treffen. Doch die Organisatoren sammelten Autogrammkarten ein und versuchten diese an die umsonst Wartenden zu verteilen. Ich selbst habe so Autogramme der “Generation Söhne” bekommen – von Nicolas Prost und Nelson Piquet, Jr.

Andrang bei der Autogrammstunde
Andrang bei der Autogrammstunde

Formel E – der 2. ePrix von Berlin

Dann ging es auch schon fast los mit dem Rennen – bei über 30 °C und auf den Tribünen gab es keinen Schatten. Nach der Fahrerparade lief alles so, wie ich es auch von der Formel1 kenne. Safety Car, Rennleitung und die Rennwagen fuhren nach und nach auf die Rennstrecke. Die Rennwagen nahmen ihren Startplatz ein, letzte Handgriffe und einige Promis auf dem “Grid”. Dann konnte es losgehen.

Ein spannendes, aber kurzes Rennen lag vor mir. Maximal 60 Minuten dauert solch ein Formel E-Rennen. Dieses Mal gab es viele Überholmannöver, vor allem durch den ehemaligen Deutschen Formel1-Fahrer Nick Heidfeld, der “Dank” einer Panne beim Qualifying vom letzten Platz starten musste. Dabei stehen bei jedem Rennen jedem Fahrer zwei Wagen zur Verfügung – denn beim Boxenstopp wird nicht nachgetankt und Reifen gewechselt, sondern das komplette Auto getauscht. Dabei müssen die Fahrer eine Mindeststandzeit in der Box absolvieren.

Beim indischen Team Mahindra, zu dem der bis dahin Führende Felix Rosenqvist und Heidfeld gehören, kam es dabei zu einem Problem beim Boxenstopp. Die Rennleitung bestrafte Rosenqvist mit einer 10-sekündigen Zeitstrafe und so verlor er den Sieg, obwohl er als Erster nach 46 Runden die Ziellinie überquerte. Sieger wurde so der Weltmeister Buemi. Dritter wurde Lucas di Grassi aus dem Abt-Team.

Das Führungsduo - Rosenqvist und Buemi
Das Führungsduo – Rosenqvist und Buemi

Fazit

Eine rauschende Siegerehrung mit einem traurigen Rosenqvist später war der Spuk schon vorbei. Mein erstes Motorsportrennen. Es hat Spaß gemacht, ich habe etwas Farbe im Glutofen Berlin bekommen und ein Renntag gleicht mehr einem großen Familienwochenendspektakel. Zu einem Formel E-Rennen würde ich jederzeit wiederkommen.

Siegerehrung
Siegerehrung
ein trauriger Rosenqvist
ein trauriger Rosenqvist

Diese und weitere Fotos sind unter CC-Lizenz auf Flickr zu finden.

Mit dem Renault ZOE, den ich vorab getestet habe, bin ich nach Berlin gefahren und wurde von Renault Deutschland zu dem Formel E-Prix auf dem Tempelhofer Feld eingeladen. Meine Meinung blieb davon unbeeindruckt. 

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund, Deutschland und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Sie bloggt auf Deutsch und über Reisen seit 2013.
2017 startete sie auch ein englisches Reiseblog.