Ein hoher Glockenturm mit grüner Turmspitze ragt über rot-weiße Backsteinmauern empor und wird teilweise von üppigen Baumzweigen verdeckt. Der Himmel ist hell und größtenteils klar und bringt die kunstvollen Details des Turms sowie die klassische Architektur der umliegenden Gebäude besonders gut zur Geltung.

Venedig, die überschätzte Stadt

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Karneval in Venedig. Da bekommen viele Menschen einen Glanz in den Augen. Menschen mit kunstvollen Masken, die durch die Palazzi der Stadt schlendern und feiern. Venedig gilt bei vielen als einer der romantischsten Städte der Welt. Mit all den Kanälen und Palästen, dem berühmten Markusplatz und den Bildern der Promis bei Hochzeiten und Filmfestspielen hatte ich auch lange diesen verklärten Blick auf die Stadt – von den Sissi-Filmen mal ganz zu schweigen.

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Auf einem großen, offenen Platz neben dem prunkvollen Dogenpalast in Venedig schlendern Menschenmengen umher. Zu sehen sind Laternenpfähle und eine Statue eines geflügelten Löwen. Im Hintergrund erheben sich der Campanile und historische Gebäude vor einem strahlenden, teilweise bewölkten Himmel.
Am Markusplatz mit Blick auf den Dogenpalast

Doch dann sah ich Venedig mit eigenen Augen…

Venedig sehen und sterben? Für mich nicht!

Viele Menschen werden nicht verstehen, wie ich Venedig nur für überschätzt und hässlich halten kann. Denn eigentlich darf ich mir kein Urteil erlauben, denn ich war spontan nur für wenige Stunden in Venedig auf dem Rückweg eines Trips nach Padua (2014). Andere Blogger können da bestimmt auch ausführlicher sein und vor allem mit mehr Tipps zur Stadt dienen, da sie häufiger mal in der Stadt sind.

Ein hoher Glockenturm aus rotem Backstein mit weißen Zierleisten und grüner Spitze ragt vor einem blassen Himmel empor, direkt neben historischen, kunstvoll verzierten Steingebäuden. Die Architektur mit aufwendig gestalteten Fenstern und dekorativen Elementen.
Campanile di San Marco (Glockenturm)

Anreise

Mir hat aber diese Zeit gereicht, die ich in der Stadt verbracht habe. Doch fangen wir mal mit der Anreise an. Vom Flughafen Venedig aus braucht man mindestens eine Stunde, um mit den öffentlichen und erschwinglichen Booten zu den Hauptinseln der Stadt zu gelangen. Wenn man Pech hat auch länger und dann mit Stopps auf den äußeren Inseln. Spontan konnte ich keine eindeutigen Informationen finden. Vielleicht gab es die auch nur auf Italienisch, das könnte ich jetzt nicht beschwören. Dafür ist die Reise schon zu lange her.

Für mehrere Leute lohnt sich sicherlich ein teures Wassertaxi, welches dann geteilt werden kann. Doch als Alleinreisende sind über 100 Euro pro Strecke dann doch zu viel Geld für mich. Aber Venedig ist generell teuer. Auch Gondelfahrten sind für mich reine Touriabzocken. Sicherlich gibt es aber mit der nötigen Recherche für alles preiswerte Alternativen, z.B. würde ich das nächste Mal wohl eher den Zug nutzen, um in die Stadt zu kommen. Aber dazu war das alles zu spontan.

Ein Gondoliere rudert mit sechs Passagieren auf einem Kanal in Venedig. Die Gondel fährt an einem Motorboot vorbei, während historische Gebäude am Ufer und eine Baumreihe den Kanal säumen – unter einem bewölkten Himmel. Das Wasser ist grünlich und leicht gekräuselt.
Touristenfalle Gondel

Altstadt

Grundsätzlich hat Venedig die Substanz für eine schöne Stadt. Der Markusplatz mit Dogenpalast, Campanile und Bibliothek (Biblioteca Marciana) am Beginn des Canale Grande ist wirklich ein architektonischer Glanzpunkt. Doch die Italiener verstehen es, diese Stadt sterben zu lassen. Es wimmelt von Touristen, die doch eigentlich genügend Geld da lassen müssten – es ist ja auch nicht gerade preiswert in der Stadt. Dennoch habe ich selbst zu DDR-Zeiten nicht so viele heruntergekommene Häuser und Palazzi gesehen wie hier.

Eine schmale, menschenleere Straße, gesäumt von alten, verwitterten Gebäuden, versprüht den stillen Charme Venedigs. Eine Person in dunkler Kleidung schreitet über das Kopfsteinpflaster, während verblasste Wände, Balkone und Fensterläden unter dem bewölkten Himmel zur historischen Atmosphäre beitragen.
Heruntergekommene Häuser in Venedig

Des Weiteren kennen wir doch sicherlich alle die Berichte über die versinkende Stadt, die Umweltprobleme in der Lagune und den Zwiespalt mit den Kreuzfahrtschiffen. Das alles trägt sicherlich nicht dazu bei, die Stadt zu erhalten und könnte sogar den UNESCO-Status kosten.

Im Laufe der Jahre ist mir aber auch klar geworden, dass vor allem der Kreuzfahrttourismus zwar Leute, aber kaum Geld in die Stadt spülte. Daher bin ich pro Tagestouristensteuer und kann die Venezianer:innen sehr gut verstehen, gegen den Overtourismus, der die Stadt weiter kaputt macht, vorzugehen.

Ein schmaler Kanal in Venedig, gesäumt von hohen Gebäuden und grünen Fensterläden, auf dem eine Gondel mit Passagieren zu sehen ist; im Hintergrund ist eine Fußgängerbrücke zu erkennen, und links steht eine Person vor einem Café am Wasser. Im Wasser spiegelt sich die umliegende Architektur wider.
Wasserweg mit Brücke

Dabei gibt es wirklich zauberhafte Gässchen, dazwischen immer wieder kleine Plätze mit Wasserwegen und darüber spannen sich kleine Brücken.

Wäre der Zerfall der schönen Bauten nicht schon schlimm genug, hatte ich aller paar Meter mit sehr aufdringlichen fliegenden Händlern zu kämpfen, die mir immer und immer wieder versuchten, Handtaschen und Co. jeglicher Art zu verkaufen. Abschütteln war sehr schwer. Trotz Kopfhörer und schneller Schritte klebten sie wie Kletten an mir. Genervt hoch 10 hat das zu meiner Enttäuschung wahrscheinlich viel beigetragen. Von den Tauben fange ich lieber nicht an…

Zum Abschluss aber noch ein paar Fotos, die zeigen, dass Venedig durchaus schöne Seiten hat:

Bist du dennoch einem Besuch in Venedig nicht abgeneigt? ;) Dann kann ich Dir noch den Beitrag von Daniel empfehlen, in dem er Fehler aufzeigt, die Du in Venedig vermeiden solltest. Das Veneto ist auch eine ausgesprochen gute Weinregion. Entdecke bei einem Weintasting auch kulinarisch die Region*.

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Übernachten in Venedig

Die Tagestouristenpauschale wird nicht fällig, wenn Du in Venedig übernachtest. Finde hier Deine passende Unterkunft für Deine Zeit in Venedig oder in der Umgebung im Veneto*:

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Fotos: Diese und weitere Fotos findest Du zur Inspiration auf Flickr. Sie unterliegen meinem Urheberrecht.

Offenlegung: Im Anschluss an meine Pressereise nach Padua hatte ich noch einige Zeit bis zu meinem Rückflug. Daher habe ich privat, auf eigene Kosten und spontan diesen Ausflug nach Venedig unternommen.

Dieser Beitrag erschien zuerst am 17. Februar 2017 und wurde zuletzt am 27. Juli 2026 aktualisiert.


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Romy

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund und arbeitet als Bloggerin und Freelancerin im Bereich Social Media, Content Strategie und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Übers Reisen regelmäßiger seit 2013. Wenn sie Zeit dazu findet.

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