Venedig, die überschätzte Stadt

Karneval in Venedig. Da bekommen viele Menschen einen Glanz in den Augen. Menschen mit kunstvollen Masken, die durch die Palazzi der Stadt schlendern und feiern. Venedig gilt bei vielen als einer der romantischsten Städte der Welt. Mit all den Kanälen und Palästen, dem berühmten Markusplatz und den Bildern der Promis bei Hochzeiten und Filmfestspielen hatte ich auch lange diesen verklärten Blick auf die Stadt – von den Sissi-Filmen mal ganz zu schweigen.

Am Markusplatz mit Blick auf den Dogenpalast
Am Markusplatz mit Blick auf den Dogenpalast

Doch dann sah ich Venedig mit eigenen Augen…

Venedig sehen und sterben? Für mich nicht!

Viele Menschen werden das nicht verstehen, wie ich Venedig nur für überschätzt und hässlich halten kann. Denn eigentlich darf ich mir kein Urteil erlauben, denn ich war spontan nur wenige Stunden in Venedig auf dem Rückweg eines Trips nach Padua (2014). Blogger wie Wolfgang können da bestimmt auch ausführlicher und vor allem mit mehr Tipps über die Stadt dienen, da sie häufiger mal in der Stadt sind.

Campanile di San Marco Venedig
Campanile di San Marco (Glockenturm)

Anreise

Mir hat aber diese Zeit gereicht, die ich in der Stadt verbracht habe. Doch fangen wir mal mit der Anreise an. Vom Flughafen Venedig aus braucht man mindestens eine Stunde, um mit den öffentlichen und erschwinglichen Booten zu den Hauptinseln der Stadt zu gelangen. Wenn man Pech hat auch länger und dann mit Stops auf den äußeren Inseln. Spontan konnte ich keine eindeutigen Informationen finden. Vielleicht gab es die auch nur auf Italienisch, das könnte ich jetzt nicht beschwören. Dafür ist die Reise schon zu lange her.

Zu mehreren Leuten lohnt sich sicherlich ein teures Wassertaxi, welches dann geteilt werden kann. Doch als Alleinreisende sind über 100 Euro für eine Strecke was das dann doch zu viel Geld für mich. Venedig ist generell teuer. Auch Gondelfahrten sind für mich reine Touriabzocken. Sicherlich gibt es aber mit der nötigen Recherche für alles preiswerte Alternativen, z.B. würde ich das nächste Mal wohl eher den Zug nutzen, um in die Stadt zu kommen.

Touristenfalle Gondel
Touristenfalle Gondel

Altstadt

Grundsätzlich hat Venedig die Substanz zu einer schönen Stadt. Der Markusplatz mit Dogenpalast, Campanile und Bibliothek (Biblioteca Marciana) am Beginn des Canale Grande ist wirklich ein architektonischer Glanzpunkt. Doch die Italiener verstehen es, diese Stadt sterben zu lassen. Es wimmelt von Touristen, die doch eigentlich genügend Geld da lassen müssten – es ist ja auch nicht gerade preiswert in der Stadt. Dennoch habe ich selbst zu DDR-Zeiten nicht so viele heruntergekommene Häuser und Palazzi gesehen wie hier.

Heruntergekommene Häuser in Venedig
Heruntergekommene Häuser in Venedig

Des weiteren kennen wir doch sicherlich alle die Berichte über die versinkende Stadt, die Umweltprobleme in der Lagune und über den Zwiespalt mit den Kreuzfahrtschiffen. Das alles trägt sicherlich nicht dazu bei, die Stadt zu erhalten und könnte sogar den UNESCO-Status kosten. Dabei gibt es wirklich zauberhafte Gässchen, dazwischen immer wieder kleine Plätze mit Wasserwegen und darüber spannen sich kleine Brücken.

Wasserweg mit Brücke in Venedig
Wasserweg mit Brücke

Wäre der Zerfall der schönen Bauten nicht schon schlimm genug, hatte ich aller paar Meter mit sehr aufdringlichen fliegenden Händlern zu kämpfen, die mir immer und immer wieder versuchten, Handtaschen und Co. jeglicher Art zu verkaufen. Abschütteln war sehr schwer. Trotz Kopfhörer und schneller Schritte klebten sie wie Kletten an mir. Genervt hoch 10 hat das zu meiner Enttäuschung wahrscheinlich viel beigetragen. Von den Tauben fange ich lieber nicht an…

Zum Abschluss aber noch ein paar Fotos, die zeigen, dass Venedig durchaus schöne Seiten hat:

Diese und weitere Fotos findest Du auch unter CC-Lizenz auf Flickr.

Warst Du schon mal in Venedig? Wie waren Deine Erfahrungen?
Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund, Deutschland und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media und Community Management.

Sie bloggt seit 2006.
Sie bloggt auf Deutsch und über Reisen seit 2013.
2017 startete sie auch ein englisches Reiseblog.