Eat Pray Love – Saskatchewan, Canada – #exploreCanada (1)

Eat Pray Love – die Kurzfassung meiner Kanadareise. Das tl;dr, das Wesen meiner Reise, die Quintessenz – leckeres Essen, Beten vor dem Überwinden meiner Ängste, Verlieben in ein unglaubliches Land (und auch der Film, der gerade im Hintergrund läuft und mir diese Inspiration bot).

Doch fangen wir von vorne an.

Tag 1

Kanada war schon lange einer meiner Sehnsüchte, ein Traum in weiter Ferne, der sehnliche Wunsch, die unendliche Freiheit am anderen Ende der Welt spüren zu können – und dann war der Moment endlich da, an dem ich fahren konnte. Ja, fahren durfte! Es gibt eine Person, der ich dazu zu großem Dank verpflichtet bin: Robert Basic. Du wirst dafür auf ewig einen Platzen in meinem Herzen haben.

Es war also nicht weiter verwunderlich, dass ich vor dem Start der Reise sichtlich nervös war. Außerdem bin ich ein Nachtmensch und Langschläfer und sollte gegen 06:30 Uhr aufstehen, um einen seeeeehr langen Tag Richtung Kanada anzutreten. Es kam alles zusammen, was mich sichtlich nervös machen sollte – wenig Schlaf, Angst den Flieger zu verpassen, langer Flug, Zeitverschiebung, Jetlag. Doch alles ging gut. Ich war pünktlich aus dem Bett, mein Koffer gepackt, meine Mutti rechtzeitig da, mich zum Flughafen zu bringen, kein Stress am Baggage Drop-off oder in der Security Line – alles lief entspannt, ich hatte noch einige Zeit bis zum Flug von Hamburg nach München, um dort in die Maschine nach Toronto zu steigen. Bis dahin hatte ich noch ein gutes Gefühl.

Und die Boardcrew war super! Der Purser hatte sehr viel Humor:

 Doch dann gingen die Probleme los. In München stand unser Flieger ewig auf einer Brücke, weil die Parkposition noch nicht frei war und so langsam wurde ich nervöser und nervöser. So viel Zeit hatte ich nicht bis zum Abflug nach Toronto. Doch auch die Air Canada Maschine nach Toronto hatte ca. eine halbe Stunde Verspätung. Dann gab es noch leichte Probleme mit meinen Tickets und dem System, aber alles noch ganz harmlos. Fand meinen Platz, war schon total erledigt, bevor es losgehen sollte und dann hatte ich eine alte Dame neben mir, die kein Wort Deutsch, Englisch oder Französisch sprach. Sie kam aus der Ukraine, ihrem Pass nach zu urteilen. Sie stand nie auf, ging nie zur Toilette und war auch sonst immer irgendwie seltsam – lag aber wohl wirklich an der Sprachbarriere. Bei den Declarationpapieren für die Einreise nach Kanada war ich dann aber doch behilflich, irgendwie. Danke an dieser Stelle noch mal an @svhennig für die Tipps mit der Uhrumstellung, die mir sehr geholfen haben. Glücklich war ich auch, Desinfektionstücher mit im Handgepäck gehabt zu haben, denn seien wir mal ehrlich, nach vielen Stunden Flug sind die Toiletten einfach … bääääh. Positiv fand ich aber das Rundumsorglospaket von Air Canada am Platz:

Und das Essen! Obwohl es komisch ist, um 07:30 Uhr Ortszeit Toronto Mittag zu essen und sich zwischen Hühnchen und Lachs entscheiden zu müssen. ;)

Mittagessen an Board

Mittagessen an Board

Mittagessen an Board

Mittagessen an Board

Mittagessen an Board

Mittagessen an Board

Snack

Snack

Warmer Snack

Warmer Snack

Auf dem Rückweg sah das dann leider ander aus, aber vielleicht habe ich auch nicht alle Snacks mitbekommen, da ich doch einige Zeit schlief. Zwischendurch  gab es normale Getränkerunden, aber ab und zu gingen die Stewardessen nur mit Wasserflaschen rum. Fühlte mich wohl, Filmprogramm war annehmbar und ich konnte Kanada kaum erwarten. Leider sah ich lange Zeit nicht viel vom Land, denn die Wolkendecke, über die wir flogen, war sehr, sehr dicht und erst kurz vor der Landung konnte ich einen Blick auf Toronto erhaschen. Doch der Flughafen in Toronto war für mich der reine Stress. In Toronto müssen alle ihr Gepäck abholen, vorher durch die “Immigration” und dann wieder das Gepäck aufgeben und erneut durch die Security, wenn man einen connection flight hat. Und wir hatten ja Verspätung. Es dauerte und dauerte und dauerte… Alles Rennen, alles Glück an der Immigration – ich hatte nur eine Person vor mir – dies alles reichte nicht. Mein Gepäck dauerte und offiziell war mein Flieger weg. Paul, der UK-Blogger unserer Tour, sollte die gleiche Maschine nach Saskatoon in Saskatchewan nehmen und hatte auch kein Glück. Ihm wurde aber gesagt, dass er die Maschine nicht mehr bekommt. Also ging er raus und man gab ihm für den nächsten Flug eine Boardingkarte – mich hingegen schleuste man durch. Man sagte mir, die Maschine warte, ich solle mich aber beeilen. Also, Gepäck schnell aufgegeben, durch den Terminal gehechtet, mich gefühlt ewig an der Security aufgehalten. Dann musste ich Schuhe ausziehen und nach langem Flug war es nicht so einfach, wieder in diese hineinzuschlüpfen. Also, Schuhe in die Hand, Jacken, Passport, Boarding Pass, Rucksack auf die Schulter und auf Socken zum Gate gerutscht. Flug bekommen und mit einer Stunde Verspätung erreichte ich Saskatoon in Saskatchewan – während Paul erst 4,5 Stunden später da war. :( Wie beschreibe ich Saskatchewan? Es ist der mittlere der drei Präriestaaten Kanadas (Manitoba, Saskatchewan, Alberta). Groß, weitläufig, flach, von oben unglaublich gelb zur Zeit, das Land der unendlich vielen Seen und die Sonnenuntergänge sind einfach traumhaft.

Saskatchewan from above

Saskatchewan from above

Und die Leute sind so unglaublich freundlich. Überall in Kanada. Absolut hilfsbereit, freundlich, offen, positiv, absolut zum Liebhaben. Angela (Tourism Saskatoon, @visitsaskatoon, #visitsaskatoon, #yxe) holte mich vom Flughafen ab und fuhr mich zum Restaurant, wo die restlichen Blogger (Candice, Fred und Yuichi) sowie unsere Betreuer von Tourism Saskatchewan bzw. Saskatoon (Carla, Alexandra und Shane; @Saskatchewan @Sasktravelmedia) schon auf uns warteten. Angela ist ein beeindruckendes Energiebündel, die auch ein Travelblogger sein könnte. Sie lebte gefühlt in halb Kanada, auf den Fidji, in Jeddah (Saudi-Arabien) und hat ganz viel von der Welt gesehen. Ihre zwei Kinder sprechen mehrere Sprachen, u.a. Mandarin und Arabisch und fühlen sich mittlerweile weniger als Kanadier. Nun arbeitet sie seit 4 Monaten für Tourism Saskatoon und kann es nicht fassen, welche Vielfalt dieser Teil von Kanada bietet. Allein das Wetter ist eine Extremerfahrung – tagsüber hatten wir teilweise um die 20 Grad und nachts fielen die Temperaturen auf um den Nullpunkt. Im Winter kann es durchaus -40 bis -50 °C werden. Keine Ahnung, was die Leute da anziehen und wie sie das überleben. Meinen Respekt haben sie. Back to the roots. Ich war hungrig. Auf dem Inlandsflug (3,5 Stunden) von Toronto nach Saskatoon hatte ich nichts mehr gegessen. In den Expressfliegern von Air Canada gibt es Essen nur gegen Kreditkartenzahlung und ich besitze nur eine Kreditkarte mit 100 Euro Limit und die war noch voll ausgeschöpft – also war ich sehr, sehr müde und sehr, sehr hungrig, als ich am John G. Diefenbaker Airport in Saskatoon ankam. Gott sei Dank ist der Flughafen sehr klein und alles geht schnell, die Wege sind kurz und die Fahrt in die Innenstadt dauerte nur ca. 10 Minuten. Angela fuhr mich in die 230 21st Street East ins Truffles Bistro & Pattisserie und ich lernte endlich all die anderen kennen und genoss ein sehr leckeres, europäisch angehauchtes Essen. Wir teilten uns ein paar Vorspeisen, bevor wir uns über Hauptgang und Dessert hermachten.

Vorspeisenplatte

Vorspeisenplatte

Steak

Steak

Dessert

Dessert

Was mich immer wieder und immer noch irritiert ist, dass man immer Wasser kostenlos bekommt. Leitungswasser. Was gut ist, aber sie haben immer gefühlt das halbe Glas voller Eiswürfel, was ich nicht leiden kann. Das hat hygienische Hintergründe bei mir. Aber egal. Es gab ja auch noch kanadisches Bier zu kosten! ;)

Bier

Bier

Was man bei solchen Restaurants zu beachten hat, immer und an jedem Ort in Kanada – ein Hauptgang kostet locker zwischen 20 und 30 kanadischen Dollar und bei allen angeschriebenen Preisen kommt noch die Steuer oben drauf! Die Umstellung musste ich auch immer wieder hart trainieren, dass die angeschriebenen Preise nicht die endgültigen sind. Totmüde aber glücklich erreichten wir gegen 22 Uhr Ortszeit unser Hotel, Saskatoons “Castle on the River”, das Delta Bessborough Hotel (601 Spadina Crescent East, @DeltaBess). Mehr zum Zimmer:

Um uns wurde sich vor Ort super gekümmert – im Hotelzimmer gab es dann auch noch ein paar Geschenke.

Selten habe ich mich so umhegt gefühlt, schon gar nicht auf einer professionellen Mediareise oder Mediatermin. Großes Lob an alle Verantwortlichkeiten! Kurz nach der Aufnahme der Videos fiel ich nur noch ins Bett. Über 24 Stunden auf den Beinen stecke ich einfach nicht mehr so leicht weg und eine Erkältung bahnte sich schon an. :(

Tag 2

Trotz aller Strapazen schlief ich relativ schlecht, wurde aller 2 Stunden wach, aber trotzdem schaffte ich es, mit dem Wecker um 6 Uhr aus den Federn, Duschen, Koffer packen, 7 Uhr Frühstück im Hotel und um 08:30 Uhr war Abfahrt zur Ranch mitten in der Prärie von Saskatchewan. Über 2 Stunden Autofahrt erwarteten uns, aber die großen Vans der Nordamerikaner sind sehr komfortabel.

Frühstück

Frühstück

Saskatchewan scheint wirklich unendlich weit und nachdem Saskatoon schon schachbrettartig aufgebaut ist, scheint es das ganze Land bei den Straßen auch zu sein. Man kann unendlich lange einfach geradeaus fahren. Ab und zu durchfährt man einen kleinen Ort, macht einen Zwischenstop an einer Tankstelle oder einem Co-op (Supermarkt/Grocery). Gegen 11 Uhr erreichten wir die Gästeranch der La Reata Ranch am Lake Diefenbaker (Saskatchewan River), die von George geführt wird, der ein waschechtes Cowboyleben führt – aber eigentlich Deutscher (Georg) ist. Er spricht selten Deutsch. Aus Höflichkeit redet er nur Deutsch, wenn keiner anwesend ist, der nicht der Sprache mächtig ist. George lebt aber den Cowboytraum voll aus. Über 20 Pferde, über 150 Rinder, 2 Hunde, meilenweit Land und ein gutgehender Tourismusbetrieb, für den er viel Werbung macht, nennt er sein Eigen. In der Saison beschäftigt er mehrere Leute, die auf der Guest Ranch mithelfen, u.a. Sebastian aus Deutschland, Liesbeth aus Belgien und Sonja, die als Köchin durch Kanada tingelt und dort arbeitet, wo man sie braucht.

mein Zimmer auf der Ranch

mein Zimmer auf der Ranch

Auf der Ranch kann man sich für mehrere Wochen einmieten und ein Rancherlebnis inklusive Ausritte genießen. Das taten auch einige Deutsche vor Ort – wir sind halt überall! ;) Es gibt einen Saloon, kein Netz (also, wenn man wie wir mit Rodgers SIM-Karten versorgt wird, was für alle ein Learning war und für das sich unendlich oft entschuldigt wurde), gutes Essen und Natur pur. Viele Bilder finden sich auf meinem Pinterestaccount.

La Reata Ranch

La Reata Ranch

Für uns war Horseback Riding durch die Prärie vorgesehen. Nach dem Mittagessen trieb George die Pferde runter zur Ranch und suchte für jeden von uns das passende Pferd aus. Für mich war JC vorgesehen. Ein sehr ruhiges, fast stoisches Pferd, nicht sehr hoch – doch vor dem Ausritt steht noch das Säubern an, also Striegeln, Pferd kennenlernen, Wasserflasche füllen, Satteln lassen und dann sollte ich aufsteigen. Ich saß genau 5 min auf JC. Panikattacke. Es ging einfach nicht. Pferde und ich werden einfach in diesem Leben keine Freunde mehr. Ging es mir eh schon nicht ganz so gut mit meinem Schnupfen, kam noch die Höhenangst auf dem Pferd hinzu und das Gefühl, keinen Halt zu haben. Es war wie seekrank werden, nur auf einem Tier. Es ging einfach nicht und so musste ich die ganze Truppe traurig ziehen lassen. Doch ich war nicht allein auf der Ranch und so verbrachte ich noch einige Zeit mit Sonja und einem Gast aus Deutschland, ließ mich von Sebastian mit dem Quad auf einen Hügel hoch über der Ranch fahren, um schöne Aufnahmen von der Umgebung zu machen und beschäftigte mich mit den Hunden, ging mit ihnen hinab zum Fluss und vertrieb mir so meine Zeit, bis der Trupp wieder zurückkehrte und Abendessen auf dem Plan stand sowie ein paar Bierchen im Saloon.

Ginger am Lake Diefenbaker

Ginger am Lake Diefenbaker

Das Essen dort werde ich wohl nie vergessen! Am Liebsten hätte ich die Köchin in den Koffer eingepackt. Denn nach einer sehr kalten und wieder sehr unruhigen Nacht auf der Ranch, gab es ein traditionelles, kanadisches Frühstück auf der Ranch und sie zauberte Banana Pancakes, normale Pancakes, Ahornsirup, Bacon und leckere Eier auf den Tisch – und noch so viel mehr! Bei all dem guten Essen tun mir auf Dauer die Pferde schon ein wenig leid. ;)

Frühstück

Frühstück

Yuichi nahm übrigens in der Nacht Nordlichter auf – gegen 3 Uhr konnte man sie erahnen, wenn man weiß, wie sie aussehen. Als professioneller Fotograf für Nordlichter u.a. für die NASA und National Geographic hatte er natürlich auch das passende Equipement dabei, um dieses Naturschauspiel aufzunehmen.

 

Tag 3

Leider war auch dieser Tag viel zu schnell rum und gegen 9 Uhr machten wir uns zurück auf den Weg nach Saskatoon, wo das nächste Abenteuer auf uns wartete. Nach einer Stärkung im “The Hollows” (@thehollowsltd) in Saskatoon – gelegen im historischen chinesischen Restaurant “Golden Dragon” – ging es dann mit Cliff Speer und seiner Kollegin Lori auf Kanutour auf dem Saskatchewan River. Beide lernten wir schon beim Mittagessen kennen und Cliff fragte uns neugierig aus, wie unsere Erfahrungen sind, was wir so zu Hause machen und erzählte uns auch stolz, dass er mit seinem Unternehmen nun auch auf Twitter und Facebook ist! Im Hollows hatte ich übrigens meine erste Poutine (Breakfast version).

Breakfast Poutine

Breakfast Poutine

Unsere Kanutour führte uns (4 Kanus à 2 Personen: Candice + Cliff, Paul + Yuichi, Fred + Shane, Lori + ich) drei Stunden und ca. 12 km vom schönen Meewasin Valley (@Meewasin) zurück nach Saskatoon, vorbei an großartiger Natur und einem überwältigenden Vogelvorkommen an den Stränden und Ufern des Flusses. Mir tat zwar alles weh, ich hatte danach blaue Flecke an Armen und Beinen, meine Nägel waren ruiniert – aber: ich liebe Kanufahren. Es war so unsagbar erholsam, ruhig und friedlich auf dem Wasser, und auch wenn es wiederum sehr wackelig war, fühlte ich mich auf dem Wasser so unendlich viel wohler. Wasser ist halt mein Element.

Carla erwartete uns schon am Ufer und nach einem kurzen, erholsamen Stopp im Hotel ging es dann zur Stärkung ins Wezceria Food & Wine Restaurant (@Weczeria) in der 820 Broadway Avenue. Wiederum wurde eines der besten Restaurants für uns ausgesucht und das Essen war vorzüglich. Auch hier teilten wir uns wieder diverse Vorspeisen. Da mir die Erkältung noch schwer zu schaffen machte, bestellte ich Tee und bekam eine ganze Auswahl. Schöner Service.

Tee

Tee

Vorspeise

Vorspeise

Hauptgang - Kanninchen

Hauptgang – Kanninchen

Dessert

Dessert

Wiederum fiel ich nur noch ins Bett und endlich konnte ich halbwegs vernünftig schlafen. Wachte nur einmal auf und der Jetlag war wie weggeblasen. Doch ich schlief schon fast im Restaurant ein. Die frische Luft, die Aktivitäten an dieser und die zwei nicht so guten Nächte zuvor forderten ihren Tribut. Ich war das einfach nicht gewohnt und trotz tollem Zimmer und WLAN kam ich partout nicht zum Bloggen. :(

Sonnenaufgang über Saskatoon

Sonnenaufgang über Saskatoon

Die Nacht war aber auch nicht die längste. 05:45 Uhr klingelte mein Wecker, 06:30 Uhr war Abfahrt zum Flughafen – Outdoor Adventure in Saskatchewan war leider schon vorbei und wir mussten uns von unseren tollen Betreuern verabschieden und in den Flieger nach Calgary steigen. Aber ein großartiger Sonnenaufgang entschädigte ein wenig für das zeitige Aufbrechen.

Es war eine sehr schöne Zeit im Herbst von Saskatchewan, in der Prärie, wo man die Weite des Landes zu begreifen beginnt. Gerne denke ich daran zurück.

Mehr zu unseren Erlebnissen:

 

Edit: Thanks to Yuichi for the beautiful picture of me. Really like it.

 

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