Ein Gemälde zeigt ein surrealistisches Reh mit großem Geweih und einem roten Fleck am Hals, umgeben von abstrakten, von der Natur inspirierten Formen, Grünpflanzen und gedämpften Farben, wodurch eine Mischung aus Tierwelt und fantasievollen, verträumten Elementen entsteht. Dezente architektonische Anspielungen sind in den Hintergrund eingewoben, der größtenteils hell und zurückhaltend bleibt.

Stuttgart zwischen Kunst und Weißenhofsiedlung

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Ein Hotel mit Kunstkonzept

Auf meiner Reise nach Stuttgart durfte ich im Waldhotel übernachten*. Ein wirklich tolles Hotel. Super Service, sehr schöne Zimmer, großartige Küche (ich habe das wohl beste Wiener Schnitzel meines Lebens gegessen) und ein so konsequent umgesetztes Kunstkonzept, wie ich es bis jetzt noch nirgendwo gesehen habe.

Ein schwach beleuchtetes Restaurant mit modernen, skulpturalen Kronleuchtern, ordentlich gedeckten Tischen mit weißen Tischdecken und Kerzen. Die Tische sind von sanften, beigen Stühlen umgeben. Die Decke weist ein quadratisches Holzmuster auf, und im Hintergrund sind einige Gäste und Mitarbeiter zu sehen.
Restaurant des Waldhotels

Waldhotel Stuttgart

Waldhotel Stuttgart GmbH
Guts-Muths-Weg 18D
70597 Stuttgart-Degerloch

Website

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Christa Winter

Die Künstlerin Christa Winter hat nahezu im gesamten Hotel Gemälde ihrer Serie “Waldrausch” ausgestellt. Jeder Besucher hat so die Gelegenheit, unter einem oder zwei ihrer Originale zu schlafen. Die Arbeiten Winters sind in den Zimmern allesamt auf Büttenpapier ausgeführt, jedoch mit unterschiedlichen Techniken. Die großen Formate in der Lobby sind in Öl auf Holz gemalt.

Immer wieder haben die Bilder Mensch, Flora und Fauna in fragilem Gleichgewicht als Motiv. Das Waldhotel zeigt gerne die Bilder, wenn ihr mich fragt.

Mit dem Panoramabus zur Weißenhofsiedlung

Da Stuttgart in einem Talkessel liegt, bietet sich eine Fahrt mit dem Panoramabus an. Wir fuhren zum Beispiel durch erstaunlich nah an der Stadt liegende Weinberge. Im Bus gab es natürlich einen Audioguide. Ich habe die schwäbische Tonspur nur ganz kurz ausprobiert – sonst hätte ich doch die ganzen Anekdoten, die so eine Fahrt ausmachen, nicht verstanden. ;)

Eine Grafik mit elf runden Symbolen für Sprachen, die jeweils mit einer Flagge oder einem Logo gekennzeichnet sind, verdeutlicht anschaulich die sprachliche Vielfalt, die an kulturellen Sehenswürdigkeiten wie der Weißenhofsiedlung anzutreffen ist. Zu den Bezeichnungen gehören: Deutsch, Kinderkanal, Schwäbisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Italienisch, Chinesisch und Türkisch.
Tonspuren im Hop-on/Hop-Off-Bus Stuttgart

Während wir an einer Waldorfschule vorbeikamen, erfuhr ich, dass sie eine Erfindung aus Stuttgart ist. Gegründet wurde sie von Rudolf Steiner, der damit der Bitte des Stuttgarters Emil Molts nachkam. Molts war Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik und wollte hier die Kinder der bei ihm beschäftigten Arbeiter betreut wissen. Steiner übernahm die Ausbildung und Beratung des Lehrerkollegiums und war bis zu seinem Tod im Jahr 1925 Spiritus Rector der Schule. Die Astoria-Betriebsschule auf der Uhlandshöhe wurde so zum Modell für alle späteren Waldorfschulen.

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Weiter ging es durch Stuttgart. Ich lernte, dass “Halt die Gosch – ich schaff beim Bosch” eine geflügelte Redensart in Stuttgart ist, um zu bekunden, wie wertschätzend der Umgang des Unternehmers Bosch mit seinen Angestellten war. Außerdem weiß ich jetzt, wie die Ritter-Sport-Schokolade zu ihrem Namen und ihrer Form kam. Die Eheleute Ritter aus Cannstatt besaßen schon einige Jahrzehnte eine Schokoladenfabrik, als Clara Ritter auf die Idee kam: “Machen wir doch eine Schokolade, die in jedes Sportjacket passt, ohne zu brechen, und das gleiche Gewicht hat wie die normale Langtafel!” – die Geburt der Ritter-Sport-Schokolade.

STUTTGART Citytour, Blaue Tour – Innenstadt & Neckar – Stuttgarts Museen, Ausblicke und Weinberge

Abfahrt direkt an der Tourist-Information Stuttgart/Hauptbahnhof Stuttgart
Königstraße 1a
70173 Stuttgart

Website

Preise
Das Hop-on/Hop-off-Einzelticket für die Blaue Tour ist 24 Stunden gültig und kostet pro Person 24 Euro, Kinder (4-14 Jahre) 5 Euro.
Blaue Tour: Hauptbahnhof, Schlossplatz, Schweinemuseum, Mercedes-Benz-Museum, Wilhelma, Travertinpark, Weinwanderung/Burgholzhofturm, Killesberg/Weißenhofsiedlung, Linden-Museum

Kombiticket Blaue & Grüne Tour bzw. Blaue & Weintour 36 Euro, KInder (4-14 Jahre) 10 Euro.
Grüne Tour: Fernsehturm, Degerloch, Standseilbahn/Marienplatz, Karlshöhe, Linden-Museum, Einzelticket: 24 Euro, Kinder (4-14 Jahre) 5 Euro
Weintour: Mercedes-Benz-Museum, Obertürkheim, Weinbaumuseum Uhlbach, Grabkapelle, Rotenberg, Aspen, Untertürkheim; Einzelticket: 16 Euro, Kinder (4-14 Jahre) 5 Euro

Fahrzeiten 2025/26 (Blaue Tour)
03.11.2025 bis 31.03.2026
Montag-Sonntag, Feiertage: 10-16 Uhr, jeweils zur vollen Stunde, letzte Fahrt 16 Uhr
01.04. bis 02.11.2026
Montag-Sonntag, Feiertag: 10-17 Uhr, jeweils zur vollen Stunde, letzte Fahrt 17 Uhr

Stand: Juli 2026

Als wir Mercedes und Porsche hinter uns gelassen hatten, sind wir endlich da, wo wir eigentlich hinwollten: die Weißenhofsiedlung.

Die Weißenhofsiedlung

Die Weißenhofsiedlung entstand 1927 im Rahmen der Bauausstellung “Die Wohnung”, die vom Deutschen Werkbund organisiert wurde. Die Stadt Stuttgart und der Werkbund suchten nach dem Ersten Weltkrieg neue Lösungen zur Bekämpfung der Wohnungsnot und legten die experimentelle Siedlung an.

Unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe präsentierten 17 internationale Architekten hier ihre Entwürfe für modernes, erschwingliches Wohnen. Darunter befinden sich Namen wie Walter Gropius, Hans Scharoun, Peter Behrens und Le Corbusier. Dadurch wurde die Weißenhofsiedlung zur Ikone der Architektur der Moderne.

Ein modernes, weißes, rechteckiges Gebäude mit langen, horizontalen Fenstern thront auf Säulen und greift damit den ikonischen Architekturstil der Weißenhofsiedlung auf. Es zeichnet sich durch klare Linien, einen oberen Balkon und eine zum Eingang führende Treppe aus und ist unter freiem Himmel von einer minimalistischen Landschaftsgestaltung umgeben.

Weißenhofmuseum im Doppelhaus von Le Corbusier/Jeanneret, Weißenhofsiedlung Stuttgart Foto/Copyright: González
Weißenhofmuseum im Doppelhaus von Le Corbusier/Jeanneret, Weißenhofsiedlung Stuttgart

Foto/Copyright: González

Das von Le Corbusier und Pierre Jeanneret gestaltete und miteinander verbundene Doppelhaus beherbergt heute in der einen Hälfte das Weißenhofmuseum (Museum für Architekturgeschichte, Rathenaustr. 1). Die seit den 1920ern vorgenommenen baulichen Veränderungen wurden zum Großteil beibehalten. Die andere Haushälfte (Rathenaustr. 3) wurde in den Originalzustand der Bauzeit zurückversetzt, sodass die Möblierung und Farbgebung ein gutes Gefühl des Originalhauses geben – ein begehbares Exponat.

Ein modernes, rechteckiges Gebäude in der Weißenhofsiedlung, das über große, horizontale Fenster verfügt, erstrahlt in der Abenddämmerung im Licht der Innenbeleuchtung. Kahle Bäume verdecken teilweise den unteren Teil des Gebäudes, und der Himmel wechselt von Blau zu Dunkel. Das Haus zeichnet sich durch klare Linien und ein minimalistisches Design aus.

Bei Nacht: Weißenhofmuseum im Doppelhaus von Le Corbusier/Jeanneret, Weißenhofsiedlung Stuttgart Foto/Copyright: González
Bei Nacht: Weißenhofmuseum im Doppelhaus von Le Corbusier/Jeanneret, Weißenhofsiedlung Stuttgart

Foto/Copyright: González

Im Juli 2016 wurden weltweit insgesamt 17 Bauten von Le Corbusier als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Dazu zählen auch das Doppelhaus sowie das Haus Citrohan (Bruckmannweg 2) in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart.

Weißenhofmuseum im Haus Le Corbusier

Rathenaustraße 1-3
70191 Stuttgart

Website

Öffnungszeiten
Dienstag-Freitag: 11-18 Uhr
Samstag/Sonntag/Feiertage (auch wenn Feiertag ein Montag ist!): 10-18 Uhr
Montag geschlossen
Außerdem 24.12., 01.01. und 4. Kalenderwoche geschlossen.

Preise
Erwachsene: 6,50 EUR
ermäßigt: 3 Euro
Kinder bis 11 Jahre: frei

Stand: Juli 2026

Fotos: Alle Fotos unterliegen, wenn nicht anders angegeben ist, dem Urheberrecht von Andrea Kessler.
Bearbeitung: Romy Mlinzk

Offenlegung: Der Beitrag entstand im Rahmen der Bloggerreise #kulturherbststuttgart, die von der Stuttgart-Marketing GmbH und ausgewählten Partnern initiiert und finanziert wurde. Meine Meinung blieb davon unbeeindruckt. 

Dieser Beitrag erschien zuerst am 18. Januar 2017 und wurde zuletzt am 27. Juli 2026 aktualisiert.


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Andrea

Andrea lebt in Dortmund und arbeitet nach vielen Irrungen und Wirrungen jetzt an der Kaffeefront.
Als Botschafterin des guten Filterkaffees liegt der (Kunst-)Historikerin die Liebe zur Oper, der Musik und den schönen Künsten immer noch im Blut.
So oft es ihr möglich ist reist und schreibt sie auch für snoopsmaus.

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