Das Magazin für Mitarbeitende der Sparkasse Bochum

Immer wieder fragen Fans (hier aus den Niederlanden) Christian Kley (320) nach einem gemeinsamen Foto. Fotos (8): Privat

Das größte Fußball-Event des Jahres

Christian Kley als Volunteer mittendrin

Live bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft dabei zu sein, die Atmosphäre im Stadion zu erleben und viele Einblicke hinter die Kulisse zu bekommen, das ist der Traum von vielen Fußball-Begeisterten. Unser Kollege Christian Kley (320) hat sich diesen Traum erfüllt. Er hat als Volunteer (Ehrenamtlicher) bei der EM gearbeitet und alle Spiele im Signal Iduna Park, der Heimat von Borussia Dortmund, begleitet.

Sechs EM-Spiele fanden im BVB-Stadion in Dortmund statt: vier Vorrundenspiele, das Achtelfinalspiel Deutschland gegen Dänemark und das Halbfinalspiel Niederlande gegen England. Christian Kley hatte das Glück, direkt im Stadion eingesetzt gewesen zu sein. „Die Stimmung bei den Fans war immer gut und es hat großen Spaß gemacht, mit Menschen aus so vielen Ländern in Kontakt zu kommen“, erzählt er begeistert. Vier Stunden vor jedem Spiel musste er gemeinsam mit den acht anderen Volunteers seines Teams im Stadion sein. Jeder Volunteer war für eine ganze Tribüne zuständig. Bevor die ersten Fans eintrafen, wurden Besonderheiten des jeweiligen Spieltages und der unterschiedlichen Fangruppierungen erläutert und letzte Absprachen getroffen.

 Anschließend war Christian Kley in seinem Tribünenabschnitt Problemlöser für die Besucherinnen und Besucher. „Da die Fans im Vorfeld nur Ticket-Kategorien kaufen konnten und keine konkreten Sitzplätze, sah sich mancher mit Höhenangst angesichts der sehr steilen Tribüne im Oberrang konfrontiert. Oder Menschen mit Handicap hatten Probleme mit steilen Stufen“, berichtet er von seinem Arbeitsalltag während der EM. Es passierte auch immer wieder, dass Fans Plätze im Fanbereich der gegnerischen Mannschaft hatten und sich dort nicht wohlfühlten. In all diesen Fällen hatten Christian Kley und seine Kolleginnen und Kollegen Reservetickets, die sie nach Augenmaß gegen die Originaltickets tauschen konnten, so dass sich alle Stadionbesucher wohl fühlen und das Stadionerlebnis uneingeschränkt genießen konnten.

Tolles Programm für alle Volunteers
Doch nicht nur mit Fans aus vielen Ländern hatte Christian Kley während der EM Kontakt, auch seine Volunteer-Kolleginnen und Kollegen kamen aus ganz Europa und eine Freiwillige sogar aus Kolumbien. Viele Aktivitäten und Programmpunkte wurden den Volunteers, die nicht nur im Stadion, sondern auch am Bahnhof, Flughafen und den Fanzonen im Westfalenpark und auf dem Friedensplatz eingesetzt waren, während der Zeit der Europameisterschaft geboten. „Bei Grillabenden, Stadttouren, einem Running Workshop, einer Führung durch das Landesstudio des WDR in Dortmund, einer Kneipentour, der Abschlussfeier im Deutschen Fußballmuseum und ganz vielen weiteren Events habe ich viele Menschen kennengelernt. Alle machen ihren Job hier bei der EM freiwillig und gerne und es herrschte einfach immer eine tolle Stimmung“, betonte er lachend.

Viel Erfahrung in der Freiwilligenarbeit
Als Volunteer zu arbeiten, war für Christian Kley nicht neu: „Ich habe 2006 die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und 2011 die Frauen-WM in Bochum als Volunteer unterstützt.“ Elf Jahre lang hat der VfL-Fan auch die Heimspiele seines Lieblingsverein an der Castroperstraße betreut und begleitet. Der Volunteer-Bewerbungsprozess für die Europameisterschaft begann ca. vor einem Jahr. „16.000 Freiwillige wurden für die Europa-Meisterschaft gesucht. 1.600 davon alleine für Dortmund, wo ich eingesetzt war. Insgesamt gab es über 130.000 Bewerbungen“, berichtet er. In mehreren Bewerbungsrunden, die digital und in Präsenz stattfanden, konnte er sich durchsetzen. Mit Hilfe von E-Learning-Plattformen bereitete er sich auf seinen Einsatz vor. Zwei Wochen vor der Fußball-Europameisterschaft startete sein Einsatz als Volunteer. So galt es das Stadion und auch die anderen Freiwilligen kennenzulernen. Sie glichen Sitz- und Reihennummern ab und stellten mögliche Sichteinschränkungen zum Beispiel durch zusätzliche Medienpodeste und Kameras fest. „Es war wirklich faszinierend, diesen Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Zu sehen, wieviel Aufwand in der Vorbereitung notwendig ist und welche Logistik dahintersteckt“, beschreibt Christian Kley den Zeitraum vor der EM. So wurden zum Beispiel zusätzliche Stuhlreihen montiert, die Banden abgeklebt und Podeste für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer gebaut.

Gesprächsthema in den USA
„Ich hatte eine herrliche und anstrengende Zeit bei der Fußball-EM 2024, die ich nicht missen möchte“, fasst Christian Kley zusammen. Zum Schluss erzählt er noch eine Anekdote vom Vorrundenspiel Italien gegen Albanien: „Ich kam mit einem albanischen Fan, der in den USA lebt, ins Gespräch über Fußball. Als ich erzählte, dass ich aus Bochum komme, berichtete er freudestrahlend, wie beeindruckend er das dramatische Relegationsspiel des VfL Bochum 1848 gegen Fortuna Düsseldorf fand. Anscheinend hatte sich dieser Erfolg sogar bis in die USA herumgesprochen.“

Margit Salzmann (110)

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