Das Magazin für Mitarbeitende der Sparkasse Bochum
Claudia Müller zeigt eine Tischdecke. Im Hintergrund sieht man eine große Auswahl an weiteren Tischdecken.
Christina Krolik (v. li.) und Dana Höller teilen sich die Leitung der Geschäftsstelle 436. Stephanie Hagemeister ist eine von zwei stellvertretenden Geschäftsstellenleiterinnen in 428. Für s-inteam diskutieren die drei über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Führungspositionen. Fotos (4): Britta Volmerding

Karriere mit Kind – aber wie?

Stephanie Hagemeister stellt als Gast der s-inteam-Redaktion das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Mittelpunkt

 

Mein persönlicher Horror: als modernes Paar in den Kreißsaal und als „traditionelles“ wieder raus. Warum das häufig doch so ist und wie die Sparkasse Bochum die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – besonders in Hinblick auf „Frauen in der Führung“ – unterstützt, diskutiere ich mit meinen Kolleginnen Dana Höller, Mama von Livia (2 Jahre) und Elias (6 Jahre), sowie mit Christina Krolik, Mama von Emma (6 Jahre). Zusammen leiten die beiden die Geschäftstelle 436. 

Was bedeutet die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Unternehmen?

Christina Krolik: Die Außenwirkung der Sparkasse Bochum als Arbeitgeberin verbessert sich, ich wurde von vielen Freunden und Bekannten, sogar im Kindergarten, auf meine neue Leitungsposition angesprochen. Alle waren begeistert.

Dana Höller: Ich habe auch durchweg positive Erfahrungen gesammelt, sowohl im Kundenstamm als auch innerhalb der Vertriebsgemeinschaft begrüßen die Kolleginnen und Kollegen unser Führungstandem.

Stephanie Hagemeister: Natürlich bedeutet das aber einen Mehraufwand für die Sparkasse, die berühmte „extra Meile“, um insbesondere Frauen in der Führung zu fördern.

Dana Höller: Genau, manchmal sind es ganz banale Dinge, die auf einmal eine technische Herausforderung darstellen – aber ich denke umso mehr Angestellte in Teilzeit bzw. in Tandemmodelle arbeiten, desto selbstverständlicher werden diese Dinge mit der Zeit werden.

Stephanie Hagemeister: Also kann man zusammenfassend sagen, die Sparkasse Bochum gewinnt auf der einen Seite an Imagepunkten und bindet auf der anderen Seite Mitarbeitende an das Haus, die so möglicherweise früher aus der Elternzeit zurückkehren.

 

Wie schafft ihr es, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen?

Christina Krolik: Ein Hoch auf unsere Großeltern…

Dana Höller: …auf Ehemänner und Tanten und alle, die sonst noch helfen.

Stephanie Hagemeister: Unser Konstrukt stützt sich auch sehr stark auf die Familie, es fühlt sich manchmal an wie ein Kartenhaus, dass jederzeit zusammenbrechen könnte, wenn etwas Ungeplantes dazwischen kommt – wie zum Beispiel Krankheit der Großeltern. Da ist es wichtig, dass der Partner mit anfasst.

Christina Krolik: Dem stimme ich zu, man darf nicht vergessen, dass das oftmals Mehraufwand erfordert. Weil Dana und ich uns die Führungsaufgabe teilen, sprechen wir häufig an freien Tagen miteinander, um die andere „up-to date“ zu halten.

„Unser Schlüssel ist eine geregelte Tagesstruktur. Berufliche Termine außerhalb meiner Arbeitszeit werden bei uns von langer Hand geplant und organisiert.“

Dana Höller

Mobiles Arbeiten ist ein wichtiges Instrument für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie sieht denn hier die Realität aus?

Dana Höller: Homeoffice ist schön für die Vorbereitung und Sachbearbeitung oder auch gegebenenfalls für das Personalmanagement, ansonsten ist es im Markt eher schwierig.

Christina Krolik: Sehe ich auch so, wenn meine Tochter krank ist, ermöglicht mir das mobile Office, die Geschäftsstelle von zu Hause aus zu unterstützen.

Stephanie Hagemeister: Ich sehe viele Vorteile im Homeoffice, zum Bespiel die Zeitersparnis für Arbeitswege. Ich finde, es ist ein tolles Instrument, Familie und Beruf miteinander zu vereinen. Gerade im Vertrieb muss das natürlich mit der Führungskraft im Einzelfall abgestimmt werden.

 

75 Prozent der Väter hätten gerne mehr Zeit für Ihre Kinder, wie könnte die Sparkasse Bochum noch familienfreundlicher werden?

Dana Höller: Nach der Geburt eines Kindes haben Väter bei der Sparkasse Bochum Anspruch auf zwei Sonderurlaubstage. Mittlerweile gibt es sogar Unternehmen, die freiwillig nachrüsten und Vätern bis zu einem Monat Urlaub bei vollen Bezügen gewähren. Schön wäre es, wenn auch wir dies künftig anbieten könnten.

 

Gab es schon mal konkrete Situationen, in denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gescheitert ist?

Christina Krolik: Es gibt immer Herausforderungen, insbesondere dann, wenn ein Kind krank wird. Corona war natürlich für uns alle eine große Sache, aber hier gab es dann innerhalb des Hauses tolle Lösungen.

Dana Höller: Genau, ich habe die Corona-Zeit auch als sehr arbeitnehmerfreundlich wahrgenommen, denn unser Haus ist immer gesprächsbereit.

Stephanie Hagemeister: Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe im Jahr 2022 von jetzt auf gleich meinen Kitaplatz verloren, kurz nachdem ich aus meiner zweiten Elternzeit zurückgekehrt bin. Hier wurde ich ganz prima seitens der Personalabteilung unterstützt. Für mich persönlich scheitert die Vereinbarung von Familie und Beruf bei fixen Terminen außerhalb meiner üblichen Arbeitszeit, wie zum Beispiel bei Meetings oder ungeplanten Überstunden. Unsere Meetings in der VG finden häufig nachmittags statt, das bedeutet für mich, eine zusätzliche Betreuung für meine Kinder zu organisieren.

„Ein Stammtisch von Eltern wäre doch auch eine schöne Idee, dort könnten Mütter und Väter sich zum Beispiel zum Wiedereinstieg austauschen.“

Christina Krolik

Welchen Ratschlag habt ihr für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit?

Dana Höller: Mir wurde der Start nach meiner Elternzeit durch situatives mobiles Arbeiten erheblich erleichtert, so konnte ich in Ruhe alle notwendigen Webinare erledigen.

Christina Krolik: Ich hatte zunächst eine Beraterinnenstelle für anderthalb Jahre, dort hatte ich die Möglichkeit, mich mit allen Neuerungen in der Kundenberatung vertraut zu machen.

 

Welche Ideen habt ihr, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern?

Stephanie Hagemeister: Ich befürworte die Einrichtung von „Lebenszeit-Arbeitskonten“. Hier könnten Mitarbeitende Überstunden sammeln und diese dann flexibel für längere Auszeiten wie zum Beispiel für die Eingewöhnung in die Kita oder ein Sabbatical nutzen.

Dana Höller: Eltern-Kind-Büros werden immer beliebter und besonders für Ferienzeiten finde ich das eine tolle Lösung.

 

Last but not least. Wie viele Punkte bekommt die Sparkasse von euch zum „Status Quo“?

Christina Krolik: Ich bin sehr dankbar und finde, dass wir vieles bereits richtig machen. Besser geht es natürlich immer. Ich denke, ich würde bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Sparkasse Bochum acht von zehn möglichen Punkten geben.

Dana Höller: Ich sehe das ähnlich wie Christina. Über die weitere Zukunft habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Aktuell bin ich zufrieden, wie gut wir die Situation meistern und was wir hier in 436 bereits geschafft haben. Ich gebe sieben Punkte.

Stephanie Hagemeister: Ich stimme euch zu. Ich denke, man macht sich egal ob als Mama oder Papa in Teilzeit immer ein bisschen von seinem Partner abhängig, wenn man für die Familie beruflich kürzer tritt. Häufig geben beide 120 Prozent, damit alles funktioniert. Man verzichtet auf mehr, als eben nur auf Rentenpunkte, aber ich persönlich profitiere sehr von der gemeinsamen Zeit mit meinen Kindern und kann mich zeitgleich beruflich verwirklichen. Ich würde es immer wieder so machen.

Vereinbarkeit ist auch ein Männerthema

Nicht nur Frauen schaffen den Spagat zwischen Beruf und Familie. Auch Väter sind damit konfrontiert. Stellvertretend kommen hier Patrick Büker und Markus Weinzettel zu Wort. 

„In der heutigen Arbeitswelt ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentrales Thema. Ich habe bisher das große Glück, auf eine unterstützende Geschäftsstellenleiterin und eine engagierte Personalabteilung zählen zu können. Nach meiner Elternzeit von 15 Monaten wurde auf meine individuellen Bedürfnisse und Wünsche eingegangen. Meine Arbeitszeit wurde mehrfach angepasst und verändert. Kritische Rückfragen zu meinen Entscheidungen und Wünsche habe ich bisher nicht erlebt. Durch die Kontingenzplätze der Sparkasse Bochum hätte ich sogar jederzeit die Möglichkeit gehabt, auf einen Kitaplatz der AWO zurückzugreifen.

Wie könnte man es Vätern künftig leichter machen, die Familie und den Beruf zu vereinbaren?

Die voranschreitende Digitalisierung im Bereich der Kundenberatung sollte weiter verfolgt werden, um auch Mitarbeitenden im Markt einen besseren Zugang ins Homeoffice zu ermöglichen. Die daraus resultierende Flexibilität ist sehr wichtig in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zusätzlich begrüße ich die zahlreichen personellen Neueinstellungen im Markt. Hierdurch entsteht noch einfacher die Möglichkeit, kurzfristig Überstunden abzubauen.“

Patrick Büker (423/442) ist Kundenberater in Teilzeit und Vater von Sophia (3 Jahre alt). 

Jeder Tag und jede Stunde ist es wert

„Ich nehme die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in meiner Führungsaufgabe seit über drei Jahren sehr dankbar als wertschätzend und vor allem als sehr flexibel wahr. Die Abholung meines Kleinen aus der Kita kann ich somit gut bewerkstelligen und dies verschafft mir wertvolle Zeit mit ihm. Gerade in der jetzigen Wachstumsphase meines vierjährigen Sohnes ist jeder Tag und jede Stunde in der Begleitung seiner Entwicklung Gold wert.

Wie könnte man es Vätern künftig leichter machen, die Familie und den Beruf zu vereinbaren?

Die Sparkasse Bochum ist als Arbeitgeberin schon sehr flexibel und entgegenkommend, wenn es um die Anpassung der Arbeitszeit und um die vielfältigen Wünsche in der Betreuung von Angehörigen geht. Ich denke, man muss es nur ausreichend kommunizieren, um so die Motivation bei (werdenden) Vätern zu steigern, das Gespräch mit unserer Personalabteilung zu suchen und eine gemeinsame, maßgeschneiderte Lösung zu finden.“

Markus Weinzettel (290) ist Gruppenleiter in Teilzeit in der Abteilung Bauen und Instandhalten und Vater von Valentin (4 Jahre alt). 

Gast der s-inteam-Redaktion

Mein Name ist Stephanie Hagemeister, ich bin Mama von zwei Kindern. Mein Sohn Henry ist 6 Jahre und meine Tochter Ava ist 4 Jahre alt. Ich bin seit Oktober 2024 stellvertretende Geschäftsstellenleiterin in der Geschäftsstelle Oberdahlhausen. Und ich bin die Mama, die versucht, täglich den Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern – was mir übrigens mal mehr und mal weniger gut gelingt. Ich bin super gerne Mama und gleichzeitig wollte ich nie meine Karriere hinten an stellen. 

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