Fassade erneuert, Dach gedeckt und mit einer Solaranlage ausgestattet und eine Wärmepumpe integriert, die Haus und Pool beheizt – wer ein großes Budget hat, kann sein Haus umfassend sanieren. Für alle anderen gilt: Genau überlegen, wie groß das Projekt werden soll und die Kosten dabei gut im Auge behalten.
Wärmepumpe einbauen oder lieber komplett sanieren?
Sechs Tipps für die energetische Immobilien-Sanierung
Sie wohnen im eigenen Häuschen, in einer Eigentumswohnung oder besitzen Immobilien, die Sie vermieten? Oder Sie planen, demnächst etwas Eigenes zu kaufen? Dann stehen Sie vermutlich vor der Herausforderung, ihr Gebäude fit für die Zukunft zu machen. Wärmepumpe, Solaranlage, Dachdämmung oder Fensteraustausch – womit fangen Sie bei der energetischen Sanierung an? Wie finden Sie heraus, welches Projekt mit Ihrem Budget zu stemmen ist und welche Einsparungen dadurch zu erwarten sind?
Wolfgang Pohl (310) ist in unserem Haus Experte für öffentliche Mittel. Im Gespräch mit Britta Volmerding (110) formuliert er sechs Tipps, wie man bei der Planung der energetischen Sanierung am besten vorgeht, die Finanzierung mit Zuschüssen und Fördermitteln stemmt und die gewonnenen Erfahrungen auch im Kundengespräch nutzen kann. Für Kolleginnen und Kollegen hat er stets ein offenes Ohr und bietet seine Unterstützung sehr gerne an.
Tipp 1:
Lassen Sie sich nicht vom Wesentlichen abbringen
Am Anfang steht Ihr Plan, den Sie umsetzen möchten. Überlegen Sie sich dazu genau, was Sie machen möchten. Die energetische Sanierung kann ein Fass ohne Boden sein, weil alles ineinander greift und das Projekt wie von alleine immer größer wird. Sie möchten eine Wärmepumpe einbauen? Dann bleiben Sie bei dem Plan. Dachdämmung, Fassadensanierung oder Fenster sind sinnvoll, können aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Tipp 2:
Überlegen Sie sich, was zu Ihrem Budget passt
Gerade weil die energetische Sanierung ein ganzheitliches Projekt für Gebäude ist, sollten Sie vorher wissen, was Sie im Rahmen Ihres Budgets umsetzen können. Es kann schnell passieren, dass Sie mehr planen, als Sie bezahlen wollen und können. Gerade professionelle Energieberater können dazu verleiten, sehr groß zu denken. Natürlich gibt es für viele öffentliche Fördermittel und es ist ein schönes Gefühl, diese genutzt zu haben. Wenn dabei jedoch die Kosten der Gesamtmaßnahme über ein vernünftiges Maß steigen, ist nichts gewonnen. Mein Tipp lautet daher: Wenn Sie wissen, was Sie wollen, lassen Sie sich von mehreren Handwerksbetrieben Angebote erstellen. So erhalten Sie einen Überblick über das, was Sie finanziell stemmen müssen. Fördermittel und Zuschüsse reduzieren dann idealerweise die Gesamtsumme und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens kann überprüft werden.
Wohnraumförderung des Landes NRW
Geld aus öffentlichen Töpfen wird wieder attraktiv
Lange Zeit lief das Immobiliengeschäft fast von alleine: Die Niedrigzinsphase sorgte für so günstige Kreditkonditionen, dass öffentliche Fördermittel kaum Vorteile boten. Diese Zeiten sind vorbei. Hohe Immobilienpreise und steigende Bauzinsen machen Zuschüsse und Förderungen der KfW und NRW-Bank heute wieder attraktiv. Gerade für das energetische Sanieren gibt es eine ganze Reihe von Programmen, die beim ökologischen Umbau unterstützen können. Leider sind die Förderprogramme so komplex und dynamisch, dass man sehr tief in die Materie einsteigen muss, um das Passende zu finden und Fördermittel korrekt zu beantragen.
Die Wohnraumförderung des Landes NRW ist eine attraktive Alternative zur KfW. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresbrutto von 83.000 Euro kann mit der Wohnraumförderung beispielsweise ein Förderdarlehen von bis zu 136.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,5 Prozent erhalten (zzgl. eines Verwaltungskostenbeitrags von 0,5 Prozent bei einem sofortigen Tilgungszuschuss von 10 Prozent).
Tipp 3
Registrieren Sie sich im Extranet der NRW.Bank
Hier können Sie sich einen schnellen Überblick über die verschiedenen Fördertöpfe verschaffen und erkennen, was für Sie gegebenenfalls in Frage kommt. Sie erhalten außerdem regelmäßig Informationen, was sich auf dem Fördermittelmarkt tut und ob ein für Sie attraktives Programm aufgelegt wird. Nach der Anmeldung schauen Sie unter „Extranet – Produktinformationen für Sparkassen – NRW.BANK“. Hier finden Sie Vertriebssteckbriefe mit den Eckdaten der möglichen Förderprogramme. NRW.BANK Anmeldung
Tipp 4
Nutzen Sie Expertenwissen bei der Sparkasse Bochum
Wenn Sie die energetische Sanierung Ihrer Immobilie planen, unterstütze ich Sie gerne. Dafür ist es wichtig, dass Sie die Tipps 1-3 bereits beherzigt haben. Wenn der Plan steht, nehme ich mir gerne Zeit und überlege mit Ihnen zusammen, ob Förderprogramme passen oder Zuschüsse beantragt werden können. Kolleginnen und Kollegen gehen für mich immer vor. Am besten erreichen Sie mich per E-Mail: wolfgang.pohl@sparkasse-bochum.de
Ein Effizienzhaus in Eppendorf: Wärmepumpe und Wallbox befinden sich neben dem Eingang. Fotos (4). Privat
Photovoltaik fängt die Sonnenenergie auf dem nach Süden geneigten Dach ein.
Das Klimasplitgerät auf der Terrasse nutzt den Strom der Photovoltaikanlage für die Klimaanlage.
Eine weitere Wärmepumpe komplettiert die Hausanlage auf der Gartenseite. Alles wurde finanziert von uns und mit öffentlichen Mitteln gefördert.
Tipp 5
Planen Sie den neuen Ergänzungskredit Plus ein
Seit Ende Februar 2024 gibt es den Ergänzungskredit der KfW, den ich sehr empfehle. Da Fördermittel erst nach Abschluss und Abnahme der Arbeiten ausgezahlt werden, müssen Sie für die volle benötigte Summe in Vorleistung treten. Diese Lücke füllt der neue Ergänzungskredit Plus der KfW. Schon ab 0,58 Prozent (Stand Juli 2024) finanzieren Sie mit ihm den geplanten Förderbetrag oder Zuschuss, bis die beantragten Mittel dann tatsächlich auf Ihrem Konto eingegangen sind.
Tipp 6
Werden Sie selbst Expertin oder Experte
Wer einmal den Schritt gewagt hat, sich für ein eigenes Projekt durch den Fördermitteldschungel zu schlagen und dabei erfolgreich war, dem nutzen diese Erfahrungen auch im Kundengespräch. Natürlich führt eine kleine Sanierung nicht zum Expertenwissen in dem großen und dynamischen Fördermittelmarkt, doch sie senkt die Hemmungen, das Thema aktiv anzugehen. Wichtig ist mir jedoch, dass wir die ersten Schritte zusammen gehen, um Fehler bei der Antragstellung zu vermeiden. Denn im Nachgang ist es immer sehr schwierig, das Ganze dann noch richtig hinzubiegen. Nehmen Sie bitte einfach Kontakt zu mir auf und wir gehen die Schritte gemeinsam.
