Fototools und -tipps für Community Manager – Session beim #ccb13

Zurück von einem schönen Wochenende in Berlin beim Lieblingscamp, dem CommunityCamp – ein BarCamp speziell für Community und Social Media Manager. Bei meinem 4. CommunityCamp habe ich mich nur zu einer Session durchringen können und die auch eher aus einer spontanen Laune heraus, weil noch ein Slot frei war. In meiner Session wollte ich mich auf Fotocontent und ein paar kleine Tools beschränken, die für Community Manager auf diversen Plattformen vielleicht hilfreich sein könnten.

Da alles etwas spontan war, hatte ich nicht groß etwas vorbereitet. Die besten Sessions entstehen doch immer in einer Schnapslaune am Tag vorher. ;)

Mir war aufgefallen, dass in einigen Sessions immer wieder die Wörter iStock, Fotolia und Getty Images fielen, d.h. einige Community und Social Media Manager kaufen sich Lizenzen für sogenannte Stockfotos in diesen einschlägigen Portalen.

Vor- und Nachteile von Stockfotos

Vorteile von solchen Portalen ist ganz klar, dass man zu so gut wie jedem Thema einige Fotos findet. Leider finden das die Konkurrenten oder Communitys mit ähnlichen Contentstrategien diese Fotos genauso leicht. So kann es passieren, dass das gleiche Foto auf unterschiedlichen Communitys kurz hintereinander veröffentlicht wird – bei ähnlichen und sogar überschneidenden Zielgruppen kann das zu Irritationen bei den Community Mitgliedern sowie der Chefetage führen, wenn diese z.B. Konkurrenz- und eigene Aktivitäten im Monitoring/Reporting vergleichen.

Außerdem ist bei solchen Stockfotoportalen darauf zu achten, ob die angebotenen Lizenzen auch für Social Media Plattformen zugelassen sind, wenn man das Foto z.B. für Facebook nutzen möchte. Nicht jede Lizenz fürs Internet beinhaltet auch zwangsläufig Social Media Plattformen und Netzwerke (so komisch das auch klingen mag).

CC-Lizenzen

Eine Alternative zu gekauften Fotos können auch Fotos aus den diversen Fotoplattformen wie Flickr, Picasa oder 500px darstellen. Dort ist es möglich nach sogenannten CC-Lizenzen (Creative Commons) zu suchen. Das sind simple Lizenzen, die zumindest in der einfachsten Form den Verweis auf den Urheber beinhalten (Namensnennung). Weitere CC-Lizenzen unterscheiden zwischen kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung, Veränderbarkeit des Fotos und andere Bedingungen für die Weitergabe des Fotos.

Doch auch solche Lizenzen müssen wie jede normale Urhebernennung angegeben werden! Am Besten verlinkt man auf einen Account des Urhebers bei der Namensgebung, verlinkt die Bildquelle und auch die explizite Lizenz mit angegeben, die am Besten verlinkt wird. Nur „ unter CC-Lizenz“ ohne genaue Angabe, um welche Lizenz es sich handelt, ist nicht zulässig. Diese Lizenz ist daher auch in Facebook & Co. anzugeben. Mehr dazu aber in den einschlägigen Rechtsblogs (die das bestimmt auch gut begründen, warum, wieso, weshalb – ich bin kein Rechtsanwalt und kann da auch nur Wissen aus dritter Hand an dieser Stelle teilen).

Vor allem Veranstalter, die Blogger und andere Influencer zu ihren Events einladen, bitten immer häufiger, dass man die gemachten Fotos doch bitte in Flickr und Co. unter CC-Lizenzen stellen möge. So kann man dem Veranstalter auch etwas zurückgeben, da er das Bildmaterial verwenden kann. Events, wie z.B. #SocialSpace der ESA und des DLR (Helmoltz-Gesellschaft) sowie das #ScienceTweetup der Helmholtz-Gesellschaft sind dort als positive Beispiele und Vorreiter der Creative Commons-Bewegung zu nennen.

Meine Fotos sind unter CC BY-SA 2.0-Lizenzen bei Flickr eingestellt (alle anderen grundsätzlich: CC BY-SA 3.0) – eine kommerziell nutzbare Lizenz, aber bei Veränderung muss das Werk unter der gleichen Lizenz veröffentlicht werden. Etwas, was viele „Contentdiebe“ wohl eher nicht machen werden und womit man sich ein wenig gegen unerwünschte kommerzielle Nutzung absichern kann. Ansonsten stelle ich meine Fotos gerne für andere CMs zur Verfügung, denn auch hier gilt „Sharing is Caring!“ – suche und verwende ich für meine Communitys oft genug Fotos auf/von Flickr und Co.

Eigene Fotos, Apps und die professionelle Lösung

Rechtlich am sichersten ist man aber immer noch mit eigenen Fotos. Auch da gilt es, bestimmte Regeln zu beachten. Vor allem Persönlichkeitsrechte von Personen sowie Urheberrechte, z.B. der Beleuchtung des Eifelturms oder das Atomium in Brüssel, sind dabei nicht außen vor zu lassen. Auch gehören (kleine) Kinder von Kollegen nicht unbedingt ins Netz, da diese noch nicht selber über die Tragweite entscheiden können und man da besser auf seinen gesunden Menschenverstand hören sollte.

Für eigene Fotos im Community Management benötigt man nicht mal professionelles Equipement. Seien wir ehrlich, im Internet sind 300 dpi und Auflösungen von 3000px x 3000px und mehr einfach nicht nötig, schon gar nicht bei Facebook. Dort werden zumeist die Fotos auch noch stark runter gerechnet. Diese Mühe kann man sich dann auch sparen. Denn: Smartphones haben heute schon sehr gute Kameras und Technik für gute, internetkompatible Fotos.

Doch ein kleiner Appell: spart euch die Filter bei Instagram oder anderen Apps. Meist reicht nur eine kleine Bildkorrektur, vielleicht noch Anpassungen, dass das Wasser nicht optisch aus dem Bild heraus fließt (Horizontlinie) und etwas Kontrast und schon strahlen die meisten Fotos in neuem Glanz. Doch auch hier entscheidet oftmals der die Bildkomposition über den Erfolg eines Fotos. Probiert da ruhig mal verschiedene Perspektiven aus, mal näher, mal weiter weg und warum nicht auf von alltäglichen Dingen wie einer Zimmerpflanze. Wer weiß, wann ihr die mal als Content gebrauchen könnt. So entwickelt sich auch für einen selbst ein kleines Stockportfoli0, aus dem man schöpfen kann.

Gute Apps für einfache Anpassungen und etwas Nachbearbeitung sind trotz alledem Instagram und Camera+ für mich. In Instagram ist es mittlerweile möglich, die Horizontlinie anzupassen, falls man doch mal etwas gewackelt hat und das Wasser den Berg hinauf fließt. ;) Doch das Nonplusultra, will man auf dem Smartphone schnell Fotos bearbeiten, ist Adobes Photoshop Express (gibt es zumindest für iPhone). Sehr empfehlenswert, mit den Grundfunktionen guter Fotobearbeitungsprogramme.

Auch Plattformen wie Google+ (bzw. Picasa) haben oft schon sinnvolle Fotoeditingtools integriert. Google+ fügt z.B. mehrere Fotos zu einem Foto zusammen, wenn es bemerkt, dass es sich um das gleiche Motiv handelt. Das muss man nicht beim Hochladen akzeptieren, ergibt aber manchmal ein komplexeres Bild eines Ortes oder einer Situation. Danke für den Hinweis an Torsten.

Soll es nur mal ein Screenshot sein mit einigen Anmerkungen z.B. für den Vorgesetzten, so bietet sich Skitch an. Dies gibt es sowohl für Rechner als auch für Smartphones (zumindest iPhone). Seit dem Kauf durch Evernote werden die Screenshots auch direkt in einem Evernote Notizbuch gespeichert und stehen dank Cloud überall nach Login in Evernote zur Verfügung.

Möchte man Geolocations oder das Wetter noch zu seinem Foto hinzufügen, so gibt es auch da mittlerweile zahlreiche Apps, von denen z.B. InstaWeather, InstaFood und Over zu nennen sind. Gerne benutze ich auch Diptic, um Fotos zu einer Collage zusammen zu fügen.

Soll es schon mal etwas ausgefallener und professioneller sein, so bietet Adobe mit Lightroom eine reine Fotolösung für – je nach Lizenz – 75 bis 130 Euro an. Im Gegensatz zum sehr umfangreichen und komplexen sowie teuren Photoshop eine Lösung, die man auch seinen Vorgesetzten noch gut argumentativ verkaufen kann. Die Einarbeitung geht relativ schnell und es gibt viele wunderbare Tutorials auf Youtube, oftmals von Adobe selbst (ab und zu sogar Hangouts mit Fotografen). Die Bildbearbeitung eines einzelnen Bildes für eine Community dauert dann nach kurzer Zeit maximal 1-2 Minuten. Die wichtigsten Regler sind dabei Belichtung, Kontrast, Lichter, Schatten, Dynamik und Klarheit. Man kann auch etwas Farbe hinzugeben, um den Bildern noch etwas „Knack“ zu verleihen (knackige Farben ist etwas, was ich bevorzuge – jeder Fotograf hat aber andere Vorlieben). Eigentlich das, was man mit Instagram auch macht, nur dass das Foto immer noch natürlich und aktuell aussieht und nicht, als ob man aus Versehen Urin darüber verschüttet hätte. ;)

die wichtigsten Regler bei Lightroom 5

die wichtigsten Regler bei Lightroom 5

Auch gibt es mit der Lightroom 5 die wunderbare Funktion „Upright“, mit der man die natürlichen Verzerrungen aufgrund der Linsenoptik beheben kann. Benötigt man nur diese Funktion gibt es wohl laut Publikum auf ein einfacheres Tool, glaube namens „StrgN“? Beim Namen bin ich mir nicht sicher. Vielleicht kann da noch einer helfen?

Nach wenigen Handgriffen kann dann ein Foto so im Vergleich zum Original aussehen:

Fotobearbeitung mit Lightroom - Schloss Nymphenburg (München), vorher und nachher (Screenshot/Text: Skitch)

Fotobearbeitung mit Lightroom – Schloss Nymphenburg (München), vorher und nachher (Screenshot/Text: Skitch)

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Habt ihr noch nützliche Tipps, um mit eigenen Bildern schnell schönen und ansprechenden Content für Communitys zu produzieren? Bin gespannt auf eure Helferchen.

P.S.: Besten Dank an das Orgateam sowie die zahlreichen Sponsoren des CommunityCamps in Berlin – auch in 2013 war es wieder ein rundum gelungenes Camp!

Einige Ergänzungen, wie ich mich und den „Fotokram“ auf Reisen und danach organisiere, habe ich für tripsta.de verbloggt.

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