Das #yarncamp aus Orgasicht

Das erste eigens organisierte BarCamp ist doch etwas Besonderes. Auch wenn ich schon auf zig BarCamps als Teilnehmer war, unzählige Sessions gehalten habe – wenn man ein eigenes BarCamp organisiert hat, schätzt man dieses Event noch einmal ganz anders. 

Die ganze Arbeit und der Stress, den man sich im Vorfeld macht, fällt schlagartig ab, wenn man in die glücklichen und erschöpften Gesichter der Teilnehmer am Ende eines BarCamps schaut und Tränen in die Augen schießen, weil der Applaus kein Ende nehmen will. Zuvor hält ein quasi das Adrenalin auf Trapp, egal wie viel oder wenig man geschlafen hat, danach ist man nur noch von Endorphinen durchdrungen und würde am Liebsten gleich das nächste Camp organisieren.

Doch damit lassen Sara, Rebekka, Lutz und ich erstmal ein bis zwei Wochen Zeit. Wir haben uns alle eine Pause verdient, nach dem wir in knapp sechs Monaten dieses wunderbare NischenBarCamp über Wolle, Garn, Stricken, Häkeln, DIY usw. organisiert haben. Aber das ist auch die positive Meldung: wir machen weiter und nächstes Jahr wird es ein weiteres YarnCamp geben.

BarCamp für Nicht-BarCamper

Knapp 70 Menschen hatten sich am 15.09. zum ersten YarnCamp im „Haus des Buches“ in Frankfurt/Main eingefunden und ein Großteil davon war weder bei einem BarCamp noch wussten sie vor dem YarnCamp, was das überhaupt ist. Mit den Erklärvideos von Jan & denkwerk sowie einem Hangout on Air und einer langen Seite in der mixxt-Community haben wir im Vorfeld versucht zu erklären, was die Teilnehmer erwarten könnte. Wir selbst waren baff, wie schnell unsere Idee Anklang fand und wie schnell wir ausverkauft waren. Darum werden wir nächstes Jahr das Camp auf zwei volle Tage ausweiten und noch ein paar Tickets drauf legen. Vor Ort wurde auch Frankfurt/Main wieder als Wunschort genannt, auch wenn manche Teilnehmer aus Schwerin, Basel, Bremen, Hamburg, Köln, Schwäbisch Hall, Augsburg, München, Fürth, Stuttgart und Berlin anreisten. Frankfurt ist gut zu erreichen und mit ausreichender Vorplanung sollten wir beim nächsten Jahr auch große Messen und somit teure Hotels irgendwie umgehen können. Dieses Jahr hatten wir leider die IAA nicht berücksichtigt – aber wann ist in Frankfurt mal nicht Messe!? Ein kleiner Wermutstropfen – aber es muss ja nicht für immer Frankfurt sein. ;)

"An die Nadeln, fertig, los!" - auch in der Twittersession

„An die Nadeln, fertig, los!“ – auch in der Twittersession

Kommunikation

Da kommen wir schon zum Problem der Kommunikation, welches wir auch für nächstes Jahr lösen müssen. Nicht jeder YarnCamper ist so onlineaffin wie normale BarCamper. Viele waren nicht auf Twitter vertreten, manche sind es jetzt dank uns. Doch Twitter ist trotzdem für Einige „High End“-Kommunikation, so dass Freundinnen für einander Tickets kauften, weil diese nicht online sind. Andere Teilnehmer möchten sich nicht noch neben Ravelry, dem augenscheinlichem Hauptnetzwerk unserer YarnCamper, in anderen Communitys wie mixxt anmelden (daher haben wir nun auch dort eine Gruppe).

Wie also kommunizieren?

Mixxt bietet viele Möglichkeiten, so auch, dass alle Informationen offen zugänglich sind, ohne sich anmelden zu müssen. Auch jeder Newsletter wird dort öffentlich abgelegt zum Nachlesen. Wir hoffen, dass viele also regelmäßig auf yarncamp.de reinschauen, um sich mit Informationen zu versorgen. Natürlich werden wir auch weiterhin ein Hauptaugenmerk auf Twitter und Facebook (sowie Google+) legen, werden aber über Alternativen (z.B. E-Mail-Newsletter unabhängig von mixxt/amiando) nachdenken.

Vor Ort

Die Räume im „Haus des Buches“ – welche wir Dank der Ticketgebühr und den Sponsorengeldern – angemietet hatten, boten für unser Nischencamp eine schöne Atmosphäre und mein Dank gilt den Verantwortlichen vor Ort, die uns mehr als nötig unterstützt haben und Vieles möglich machten. Auch für die Verantwortlichen vor Ort war das BarCamp mit der wohl höchsten Frauenquote (69 Teilnehmer vor Ort bei 79 Anmeldungen inkl. Sponsoren und Orgateam, 10 Teilnehmer entschuldigten sich aufgrund von Krankheit oder sind nicht erschienen – 64 Frauen auf 5 Männer = 92,75 %) ein ungewöhnlicher Anblick, als schon beim Frühstück vor der Sessionplanung die ersten Nadeln klapperten. Dies zog sich durch den gesamten Tag. Überall sah man die Teilnehmer mit Garn und Wolle bewaffnet, am Häkeln und Stricken, sich gegenseitig Techniken beibringend oder einfach nur am Unterhalten, während in einem atemberaubenden Tempo und ohne auch nur auf die Werkstücke zu schauen, diese wuchsen und wuchsen.

Zwischendurch wurde versucht, das Catering leer zu essen und auch da haben wir wohl ein gutes Händchen bewiesen. Das Lob für das ausgezeichnete Essen, die Smoothies von Innocent sowie den wunderbaren und einzigartigen YarnCamp-Kaffee von Sonntagmorgen.com kam von allen Seiten.

Der Sessionplan füllte sich schnell bis zum letzten Platz – zwei Sessions wurden dann aber noch zusammen gelegt.

Sponsoren

Für alle Annehmlichkeiten vor Ort – Goodiebags, Essen, Getränke, Räume, Wolle, Nadeln – sind wir unseren Sponsoren zu großem Dank verpflichtet! Besonders hat uns gefreut, dass auch von einigen Partnern Mitarbeiter vor Ort waren und miterlebt haben, wie wir „Wollwerker“ zu begeisterten BarCampern umgewandelt haben. ;)

Goodiebagswag #yarncamp

Goodiebag- und anderer Swag Dank unserer Sponsoren #yarncamp

Ohne die finanzielle und auch großartige materielle Unterstützung vor Ort durch die Sponsoren (wie z.B. OZ Verlag, Simply Stricken und TOPP/frechverlag – auch gleichzeitig die Raumnamensgeber aufgrund der größten finanziellen Zuwendung sowie Lana Grossa & MeinFilati für ganz viel Wolle und Nadeln) wäre das YarnCamp nicht zu dem Erfolg geworden, der uns innerhalb von einer Woche schon Sessionvorschläge für nächstes Jahr sowie eine nicht gerade geringe Anzahl an Blogbeiträgen einbrachte! Vielen Dank!

Dies alles macht uns vom Orgateam dankbar, denn so sehen auch wir, dass sich die Arbeit am Event, die unzähligen Postings in der Facebookorgagruppe, die zahlreichen Hangouts und das frühe Aufstehen an einem Sonntagmorgen gelohnt haben. Es macht uns glücklich und lässt uns nicht zweifeln, nächstes Jahr dies alles wieder auf uns zu nehmen und Sponsoren anzusprechen – oder auch uns ansprechen zu lassen. Wenn ihr jetzt schon Vorschläge habt und uns als Sponsor unterstützen wollt, schreibt uns: yarncamp@gmail.com.

Viele wunderbare visuelle Eindrücke findet man in unserem offiziellem Fotopool auf Flickr.

Wir freuen uns auf ein weiteres BarCamp rund um alles mit Wolle & Garnen und was sich daraus machen lässt! 

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P.S.: Besonders schön fand ich das informelle Vorabendtreffen im Schreiber-Heyne – endlich wieder Frankfurter Schnitzel mit grie Soß! Außerdem habe ich beim YarnCamp meine ersten Mützen gehäkelt! Danke an Rebekka für die Geduld, mir nach ca. 20 Jahren das Häkeln erneut beizubringen. Auch habe ich gelernt, ich stricke meine linken Maschen nicht „falsch“! Das, was ich da stricke, ist „nur“ eine Schnellstrickmethode.

Häkelmütze #yarncamp

Häkelmütze #yarncamp

Romy (*1981) hat ihre Heimatbasis in der Ruhrmetropole Dortmund, Deutschland und arbeitet als Blogger und Freelancer im Bereich Social Media und Community Management.

Sie ist Blogger seit 2006.
Sie bloggt auf Deutsch über Reisen seit 2013.
2016 startet sie auch einen englischen Reiseblog.

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