Diagnose: Brustkrebs

Brustkrebs. Eine harte Diagnose für jede Frau. Mich beschäftigt das Thema auch seit einigen Jahren. In dieser Woche wieder besonders, als Sängerin Anastacia bekannt gab, erneut an der heimtückischen Krankheit zu leiden und nun alle Konzerte absagen muss, um den Kampf dagegen aufzunehmen.

Symbolbild

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Anastacia war und ist lange eine meiner Lieblingsmusikerinnen und im Januar feierte sie noch den 10-jährigen Jahrestag ihrer Heilung. 10 Jahre ohne Krebs. Man gilt schon nach 5 Jahren ohne Krebsdiagnose als vollständig geheilt und dann bekommt sie wieder diese Diagnose? Der Schock sitzt auch bei mir tief. Warum? Auch meine Mutter erkrankte 2007 am sogenannten Mammakarzinom. Ihre Erkrankung hatte einen sehr großen Anteil daran, dass ich 2007 aus dem schönen Hessenländle in die Hansestadt zog. Welche Tochter möchte schon 450 km weit entfernt sein, während die eigene Mutter auf der Intensivstation mit eingefallener Lunge liegt und mit dem Leben ringt.

Brustkrebs ist keine Kleinigkeit. Es ist die häufigste Krebsart bei Frauen in der westlichen Zivilisation, die häufigste Todesursache für Frauen zwischen 30 und 60 und genetisch oftmals schon vorprogrammiert. Durch die Erkrankung meiner Mutter bin auch ich schwer vorbelastet und werde anders beim Gynäkologen behandelt und bekomme andere Behandlungen bezahlt. So versucht man, auch bei mir frühzeitig Krebs zu erkennen, wenn ich denn welchen hätte.

Aber mit der Angst zu leben, dass man Krebs hat oder haben könnte, die habe ich nicht erst seit der Erkrankung meiner Mutter in 2007. Schon mit 21 hatte ich meinen ersten Verdachtsfall. Ich ertastete einen Knoten im inneren oberen Quadranten meiner linken Brust. Zuerst wollte mir meine Gynäkologin nicht glauben. Sie meinte, sie würde nichts fühlen und ich sei doch eh noch viel zu jung für Krebs. Nach einem halben Jahr und der nächsten Untersuchung sah sie das anders. Der Knoten war mittlerweile ca. 2,3 cm groß und eine kleine Odyssee begann. In Gießen gab es damals wohl keinen Arzt mit Mammosonographiegeräten (Mammosonographie ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung der Brust), spezialisiert auf Brustkrebs junger Frauen, so dass ich zu einem Spezialisten nach Marburg musste. Termine waren schwer zu bekommen, es zog sich alles zeitlich hin. Das erlösende Gefühl, als man mir in Marburg sagte, dass es sich zu 99%-iger Wahrscheinlichkeit um eine gutartige Zyste handelt, war überwältigend. Doch die lange Wartezeit, bis man solch eine erlösende Nachricht erhält, nagt schwer an der eigenen Konstitution. Keiner möchte mit 21 schon an Krebs erkrankt sein, keiner möchte irgendwann an Krebs erkranken.

Heute erinnert nur noch eine kleine Narbe an das Ganze. Doch die Angst schwingt immer mit. Vor allem aber auch die Angst um meine Mutti. Ende 2010 erkrankte sie erneut, diesmal an Gebärmutterhalskrebs. Durch die intensive Behandlung, die sie aber nach der Brustkrebstherapie erhielt, wurde das alles zeitig erkannt. Es ist aber ein weiterer Faktor, der mein Leben belastet. Man denkt nicht jeden Tag dran, man lebt sein Leben weiter, geht zu den Vorsorgeterminen. Doch wenn dann solche Rückfallnachrichten einer 44-jährigen Sängerin aufploppen, dann holen einen die Sorgen ganz schnell ein…

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