Blogparade: Zeigt her Eure Maschen

Zwei Wochen Zeit für eine Blogparade – und die Zeit vergeht doch zu schnell. Lutz vom Maleknitting.de-Blog hat zur Blogparade “Zeigt her Eure Maschen” aufgerufen und diesem Aufruf folge ich nur zu gern. Auch ihr könnt noch bis Sonntag Mitternacht (Schlag auf Montag, wie Lutz es so schön formuliert) mitmachen.

Seit Juli 2012 bin auch ich wieder leicht dem Stricken verfallen. In der dunklen Jahreszeit nun mehr als im Sommer, aber Juli 2012 war der Auslöser. Da war ich als Gast beim DLDwomen in München, auf dem Anke Domscheid-Berg, eine liebe Bekannte aus dem DLD-Umfeld zum Urban-Knitting aufrief. Wolle, Anleitung und Nadeln wurden auch gleich gestellt und wenig später, zurück in Hamburg, begann ich die Anleitung in die Tat umzusetzen.

DLDwomen12 - Urban-Knitting-work-in-progress

DLDwomen12 – Urban-Knitting-work-in-progress

Erst einmal musste ich mich aber mit meiner Mutti treffen, da ich nicht mehr so recht wusste, wie ich anfangen sollte. Maschen aufnehmen, linke, rechte, Maschen zusammenstricken, Maschen zunehmen, Nadelspiel – anfangs war ich völlig aufgeschmissen. Nur langsam kehrte das aus der Schule, in der 5. Klasse in Nadelarbeit erarbeitete Wissen zurück. Zwischendurch mit anderen Dingen beschäftigt, ist diese auf einem Nadelspiel angefangene Beanie immer noch nicht ganz fertig (aber hoffentlich bald…).

Dafür aber eine weitere Beanie. Meine allererste, eigens angefertigte Mütze! Dank AirBnB und Gidsy habe ich mir mal einen kompletten Tag Zeit genommen, bin zum AirBnB-Meetup in deren Büroräume gefahren, wo es in Zusammenarbeit mit Gidsy ans Stricken ging. Wolle (kuschelige Merinowolle, weinrot/grau) und Nadeln (Stärke 8) hatte ich im Vorfeld bei Mylys in der Weidenallee gekauft – eine Empfehlung von mehreren Seiten, tolles Café mit Wollladen, Strickkursen und Strickabenden – und schon konnte es losgehen. Bis ich den Anfang soweit hatte, dass die Mütze passen würde, ich keine Fehler drin hatte, vergingen 4-5 Versuche und ca. 2 Stunden, aber am Abend war die Mütze fertig! Bin immer noch ganz stolz auf meine kleinen Bommeln, die ich noch gemacht und vernäht habe.

Beanie weinrot/grau an mir

Beanie weinrot/grau an mir

Stolz ist das richtige Wort. Man ist einfach froh und glücklich – und halt mächtig stolz auf sich, wenn man es geschafft hat, mit den eigenen Händen etwas herzustellen, was man anfassen kann. Vor allem mir als digitalem Menschen fehlt oftmals dieses Gefühl der haptischen Wahrnehmung der eigenen Arbeit. Klar, man erreicht im Job “Milestones” und andere Dinge, aber es sind eben digitale Güter und nichts “Handfestes”.

Nun stricke ich immer wieder abends, im Café, einfach da, wo es sich anbietet und ich Zeit und Spaß habe. Bin ich immer noch nicht wirklich schnell im Stricken, kann ich doch schon nach kurzer Zeit den Fortschritt meiner Arbeit bewundern. Zur Zeit ist es ein “längeres Projekt”, ein Schal. ;)  Für den Schal verwende ich übrigens bunte Sockenwolle (Nadelstärke 4), so dass sich ein tolles Farbmuster ergibt.

Schal aus Sockenwolle - noch ganz am Anfang

Schal aus Sockenwolle – noch ganz am Anfang

Auch in München, wo ich gerade noch ein paar Tage ausspanne, konnte ich am Sendlinger Tor einen kleinen Wollladen entdecken, an dem ich nicht vorbei kam und für das nächste Projekt gleich mal Wolle und Nadeln einkaufte. So lange es noch kalt und dunkel draußen ist, wird Stricken mich also abends noch eine Weile begleiten. Es zieht sich etwas hin, aber es entspannt mich total, es macht glücklich. Für mich die Hauptsache.

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