Eine Neuentdeckung, die eigentlich keine ist

Wie oft geht man eine Straße lang und entdeckt nach Wochen und Monaten doch immer noch etwas Neues? Mir ging das diese Woche so, als ich mit einem Freund zum Mittag verabredet war und in der Seitenstraße zur Dammtorstraße das alte neue Metropolis Kino entdeckte. So oft gehe ich vom Dammtor runter zum Gänsemarkt und noch nie ist mir aufgefallen, dass in dem neuen Gebäudekomplex neben der Staatsoper, dem sogenannten “Metropolis-Haus” wieder das Metropolis Kino eingezogen ist. Der Eingang versteckt sich auch gut in der Kleinen Theaterstraße – wenn man also den Jim Block mal rechts liegen lässt…

Kommunales Kino, kleine Kinosäle, alte Filme – hier vereinigt sich einiges, was mir gut gefällt, wenn es sich um Bewegtbild auf Zelluloid dreht. ;)

Also, Programmheft geschnappt und festgestellt, ich komme diesen Monat mehrfach wieder, wenn sich der erste Eindruck bestätigen sollte.
Heute war es dann soweit. Es läuft diesen Monat einiges an Alfred Hitchcock Filmen, die ich noch nie auf Leinwand gesehen habe und jeder Cineast weiß, dass man manche Filme einfach auf großer Leinwand sehen sollte. So auch “Über den Dächern von Nizza”. Cary Grant, der braungebrannte, grau-melierte Beau der 50er Jahre, immer bestens angezogen, Eleganz pur in jeder Bewegung; Grace Kelly, kühle Blonde, Muse des Meisters und stets sehr aristokratisch und die Kulisse der Côte d’Azur dazu – einfach perfekt.

Kommunales Kino unterstützen!

Kommunales Kino unterstützen!

Für 6 Euro Eintritt konnte man auch nicht viel falsch machen. Aber, wem das Knistern einer alten Filmrolle, die Aussetzer, das Rauschen des Bildes etwas aus macht, der ist hier falsch! Das Kino zeigt zwar durchaus auch neue Filme, vor allem Arthouse, Nischenkino, ist fähig, HD-Filme zu zeigen, aber es ist spezialisiert auf alte Filme und deshalb auch dem geneigten Publikum dafür bekannt und seit 1979 in Hamburg etabliert. Man sollte sich auch nicht abschrecken lassen von dem etwas kalten Charme des Betonbaus, der Kinosaal im 2. Untergeschoss entschädigt! Unter Denkmalschutz stehend wurde der Saal vor dem Abriss und Neubau demontiert und eingelagert und im neuen Gebäude wieder aufgebaut (aber man hat als Internetjunkie schlechte Karten! Beton und 2. Untergeschoss = kein Netz!).

Wer vom Programm und dem Kino so überzeugt ist wie ich, der leistet sich die einjährige Mitgliedschaft im Verein Kinemathek Hamburg e.V. für 21,- Euro (es gibt Ermäßigungen für Studenten, Rentner, Arbeitslose, Wehrdienst- und Zivildienstleistende, Jahresbeitrag dann nur 13 Euro), bei der man bei jedem Kinobesuch nur noch 4 Euro Eintritt bezahlt (natürlich gibt es Zuschläge bei Überlänge und/oder Musikbegleitung) – günstiger kann man alte Klassiker und neueres Arthousekino einfach nicht genießen – und das Kino ist Genuss für jede Filmliebhaberseele.

Weitere Links:

Ein weiteres, sehr empfehlenswertes, kleines Kino ist das Studio-Kino in der Bernstorffstraße (Facebookseite).

flattr this!