Play with me – Sonos Play:3 im Test

Krank zu Hause macht nur bedingt Spaß. Irgendwie liegt man nur den ganzen Tag im Bett oder auf der Couch rum, leidet still und leise vor sich hin und der Rest ist Langeweile in Reinstform. Da ich dies letzte Woche hatte, war ich dann doch sehr froh, mein iPhone immer griffbereit neben eben diesem Bett oder der Couch zu haben. So musste ich für meinen Hörgenuss noch nicht einmal aufstehen. Denn seit geraumer Zeit bin ich im Besitz einer Sonos Play:3-Anlage im Wohn- wie auch Schlafzimmer. Ein Träumchen. Nicht aufstehen, aber über das iPhone schnell auf meine Musik zugreifen können und Musik abzuspielen. Mit Sonos kein Problem und das mag ich so. Früh komme ich eh schon immer so schlecht aus dem Bett und warum nicht erstmal smooth und easy mit Musik aufwachen, in Schwung kommen und dann erst aufstehen – den Tag also mit guter Musik beginnen.

Die Sonos-Anlage habe ich auch noch nicht so lange, aber ich will sie nie, nie wieder hergeben! Seit Anfang März ist sie Bestandteil meiner Wohnung und obwohl ich relativ wenig Zeit zu Hause verbringe, habe ich mich erwischt, wie mein Musikhörverhalten zu Hause wieder stark anstieg. Natürlich musste ich erst die Anlage aufstellen und installieren, aber die Sonos Play:3-Boxen sind relativ platzsparend konzipiert und sowohl längs als auch hochkant aufstellbar. Mit der beiliegenden CD installierte ich die Sonos-Software auf meinem Rechner, das Benennen und Konfigurieren der einzelnen Boxen ging auch flott – auch für weniger technisch begabte Menschen ein Kinderspiel – die eine Box ans eigene LAN anstöpseln, dann generiert man eine WLAN-Verbindung zu den übrigens Sonos-Komponenten, die man nur in die Steckdose zu stöpseln braucht, fertig. Zudem sehen die Boxen auch noch designtechnisch gesehen gut aus, auch wenn weiße Boxen sich in meine weiße Wohnumgebung wohl noch besser integrieren würden (es gibt sie übrigens auch in weiß zu kaufen!). Aber auch so sind sie ein Hingucker. Selbst meine Mutter war begeistert, aber auch zeitgleich irritiert, dass es keinen An- oder Ausschalter gab und man das System nur mit dem iPhone steuert. Aber sie war zufrieden, als sie bei mir zu Gast war und ich schnell über mein sonst eher als nervig angesehenes Smartphone ihren Lieblingsradiosender einstellte.

Was mir relativ schnell auffiel, Sonos hat ganz schön am Bass gedreht und man kann den manuell gar nicht so gut runterregulieren. Okay, ich mag Bass, aber nicht immer passt es so bedingungslos zur Musik und man sollte zusätzlich auf die Umgebung achten, in der man die Boxen aufstellt. So habe ich im Bad – ein eher kalter und schallreflektierender Raum – auch einmal die Box auf meine Badezimmerfliesen gestellt und war über den Bass etwas geschockt. Stellte ich hingegen die Box auf den Badezimmerschrank war alles nur noch halb so schlimm. Man sollte also etwas rumexperimentieren, was den Standort angeht.

Interessant finde ich auch die Möglichkeit, die Boxen, die generell erstmal jeder eine eigene Gruppe darstellen und somit mit unterschiedlicher Musik gefüttert werden können, auch zu einer Gruppe zusammenfassen zu können. So kann zwischen den einzelne Räumen hin- und herwandeln und hat doch überall die gleiche Musik. Eine andere, spannende Möglichkeit ist es, die Boxen nebeneinander zu einer Stereoanlage aufzubauen. Hab schon überlegt, ob es nicht auch Sourround hinbekäme, aber von Sonos gibt es, soweit ich weiß, keinen Subwoofer. Dazu fehlt mir ja eh das nötige Kleingeld. Eine Play:3 ist jetzt nicht so teuer (für ein hochwertiges Klangobjekt), aber das läppert sich doch schnell zusammen…

Was ich leider nicht so gut finde, dass man einen Musikdienst mit der Premium Plus whatever Variante haben muss, aber mein bevorzugter Musikstreamingdienst simfy noch nicht integriert ist. Aus guter und zuverlässiger Quelle weiß ich, dass daran getestet wird, dass Simfy einen closed-beta Test auf Sonos fährt, aber ich war wohl nicht in der relevanten Testgruppe. :( Da mein Napster nicht für die mobile Nutzung freigeschaltet ist, hab ich mich dann doch für Spotify entschieden. Also habe ich jetzt zur Zeit 2 Bezahlaccounts von Musikstreamingdiensten – und was mich bei Spotify total ankotzt, dass man ohne die Verbindung zu Facebook nichts aber auch gar nichts machen kann mit seinem Account. Diese Zwangseinbindung schmeckt mir nicht. Möchte viel lieber selbst bestimmen, was wie wo in meinen Facebook-Stream fließt oder nicht. Bei Simfy hatte ich mich auch lange damit schwer getan, das Streaming in mein Facebookprofil zuzulassen, doch war ich da Herr meiner eigenen Entscheidung. Bei Spotify ist man gezwungen, dies zuzulassen oder zu einem anderen Dienst zu wechseln. Doch Spotify bietet monatliche Kündigung an und viele meiner Freunde nutzen es und es gibt von ihnen auch ein paar nützliche Playlisten… nun ja, hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

Also teste ich nun seit einem Monat mit Spotify Premium rum, vorher hatte ich einen Monat Rdio gratis getestet – beides in der Sonos-App auf iPhone nur bedingt userfreundlich. Generell ist die App für meinen Geschmack nicht besonders UX-durchdacht. Aber man kommt klar damit. Muss ja auch nicht hübsch oder so sein, so lange alles halbwegs funktioniert. Das tut’s und die Klangqualität und die Möglichkeiten – wie schon eingangs erwähnt, der Luxus aus dem Bett heraus Musik abzuspielen – entschädigen dafür so sehr. Mein Fazit: ich geb’ euch nie wieder her!

Der nächste Härtetest wird übrigens das Durchhören diverser Jazzgrößen und anderer Künstler des Elbjazz Festivals, welche in Hamburg Ende Mai stattfindet, sein. So sehr habe ich Jazz nämlich noch nicht durchgehört – aber da ich über das Festival bloggen werde, sollte ich mich gut vorbereiten und Reinhören. Aber ich bin der Meinung, dass auch dies nicht mein sehr positives Bild der Sonos Play:3 stören kann.

Weitere Meinungen: @teezeh und Ein Ostwestfale im Rheinland

Disclaimer: Ich arbeite bei der Agentur achtung! in Hamburg und Sonos ist ein Kunde unserer Agentur. Dies hatte aber keinen Einfluss auf die Auswahl bei Roberts Buzzrider-Projekt.

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