Review auf Nürnberg und das #bcnue4

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Über 2 Jahre hat mich Markus Teschner bearbeitet, endlich mal nach Nürnberg zum Barcamp zu kommen. Nachdem es zeitlich und/oder finanziell in 2010 und 2011 nicht passen wollte, habe ich es nun endlich dieses Jahr zur 4. Auflage geschafft. Und nun ist es schon wieder eine Woche her. Vor einer Woche landete ich ziemlich zeitig am Morgen auf dem Flughafen in Nürnberg. Warum? Das habe ich schon verbloggt. Was eigentlich ein Kaffee und eventuell ein Bier werden sollte, dauerte fast 7 Stunden – ein Abend mit meiner großen Liebe. Da konnte auch ein Barcamp-Freitag mit Pecha Kucha und Nightsessions nichts dagegen ausrichten – Sorry.

Samstag, 25.02.2012

Also ging es für mich erst am Samstag richtig los. Was mir an Nürnberg positiv auffiel: der vag hat ein Tagesticket, welches das komplette Wochenende gilt, für ganz Nürnberg/Fürth/Stein und nur 4,80 Euro kostet. Leider fahren aber auch die Straßenbahnen und S-Bahnen in einem gewöhnungsbedürftigeren Takt als in Hamburg. Irgendwas ist ja immer…

Daher erstmal orientiert, wie komm ich überhaupt vom Glockenhofviertel, in dem ich mich via Airbnb bei Christian einquartiert hatte, zum Südwest-Park, dem Veranstaltungsort des Barcamps? Straßenbahn und S-Bahn (S4 Richtung Ansbach), die eigentlich eine alte ausrangierte Regionalbahn ist, brachten mich zum Ort des Geschehens. Auf dem Weg dahin fand ich über foursquare noch heraus, dass Doris und Johannes im gleichen Zug sitzen mussten – und über Twitter organisierten wir uns. Schöne neue Welt. Ein weiterer Mitstreiter namens Felix fand sich auch, der den Weg von der Bahnstation zum Gebäude kannte – er war einer der Helferlein, die das äußerst stabile WLAN aufgebaut hatte. Für ein Konferenz- und Barcamp-WLAN ein überaus stabiles und gutes WLAN. Danke dafür.

Welcome to the Barcamp - Come in and feel welcome!

Welcome to the Barcamp – Come in and feel welcome!

Kurz nach 09:30 Uhr erreichte ich dann also endlich den Veranstaltungsort. Nach Registrierung, Abholen des Barcamp Shirts und ein paar „Hallos“ mit den üblichen Verdächtigen, gab es erstmal ein anständiges Frühstück mit Rührei und Bacon, Brezen und einer reichhaltigen Käse- und Wurstauswahl zu diversen Semmeln. Leider gab es anfangs noch ein Kaffeeproblem, aber die Orga löste das schnell und professionell. Danke.
So langsam füllte sich der große Saal gegenüber des Frühstücksbuffets und man erkannte, welche Ausmaße dieses Barcamp annehmen würde. 300 Tickets wurden dieses Jahr pro Tag ausgegeben, davon hatte ich gefühlt mindestens 1/3 schon auf anderen Barcamps und Veranstaltungen wie re:publica kennengelernt. Die Vorstellungsrunde (Tags: #coffeejunkie #digitale Kommunikation #Community Management) wurde darum lang und auch streckenweise etwas zäh, aber war mit Lachern gespickt sowie mit Teilnehmern von Baby/Kleinkind bis Silver Surfer. Mein Highlight und Inspiration für ein Mutter-Nerd-Camp – Evi, die Mutter von Mit-Organisator Stefan Peter Roos. Diese fühlte sich sichtlich wohl zwischen uns und besuchte eine Session nach der nächsten. Also, nächstes To Do ist die Orga des Mutter-Nerd-Camps mit dem Motto „Bring your mom with you“ – wahlweise auch Väter erwünscht. ;)

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Dann ging es an die Sessionplanung. Da die Schlange ewig lang schien, es noch Nightsessions und auch noch einen weiteren Tag geben würde, beschränkte ich mich auf einen Sessionvorschlag für den Samstag. Da Philipp von flinc leider noch einmal weg musste und erst abends wieder in Nürnberg sein würde, konnte ich es natürlich nicht lassen, eine eigenen flinc-Session zu halten – und zog Daniel auch noch mit rein. Es sollte also eine von User für User-Session werden – klein, aber fein. Daniel wusste erstmal nichts von seinem Glück, da er zu dem Zeitpunkt am Empfang saß und auch noch die nächste Stunde, die Stunde der ersten Session, am Empfang verbringen durfte. Mit mir. Immerhin. Auch das gehört zum Barcamp, dass man sich nicht nur mit Sessions einbringt, sondern auch der Orga unter die Arme greift, wenn man kann.

Als es dann also 12 Uhr mit den ersten Sessions losging, hing ich mit Daniel am Empfang ab – eine Herzensangelegenheit, denn der Große ist einer der liebsten Menschen, mit denen ich mir ein Barcamp vorstellen kann und was sich in den Sessions mit ihm auch immer wieder bestätigt. Wir hatten viel Spaß und die Stunde ging viel zu schnell rum. Anschließend  quatschte ich mich noch mit dem ein oder anderen fest und Mittag wollte schließlich auch gegessen werden… Fränkische Küche, was mag ich sie und was beschert sie mir wieder unnütze Kilos.

Um 14 Uhr schaffte ich es dann endlich in meine erste Session „Unterwegs gut beraten“ von Doris, die auch einen guten Review – inklusive ihrer Folien – geschrieben hat. Mit Anneliese Wireless führte Doris uns durch hilfreiche Apps für iPhone und Android, die unterwegs und vor allem auch für Selbständige echte Helferlein sein können. Schön fand ich auch den Hinweis auf Raul Krauthausens Wheelmap-Projekt, welches auch sehr hilfreich für Muttis mit Kinderwagen oder Senioren mit Gehilfen sein kann. Jeder kann mitmachen und Raul kann am besten erklären, warum:

Doris stellte auch flinc vor – perfekt für meine Überleitung, denn ich war um 15 Uhr mit meiner eigenen Session dazu dran. Klein, aber fein traf es dann auch. Das Interesse in Nürnberg an flinc war irgendwie nicht sehr groß und in der Sessionplanung abzusehen. Aber Daniel und ich hatten viel Spaß mit den Storys rund um die Erfahrungen, die wir mit flinc gemacht haben. So erzählte ich, wie ich zu flinc kam (Danke an @markus306), wie ich Blogger für den Launch wurde, wie ich Testimonal wurde und von meiner Fahrt mit den Jungs, die zum SM-Stammtisch in Hamburg wollten… Aber das ist eine andere Geschichte. Wer nicht da war, hat eine lustige Session verpasst und Daniel und ich hoffen, wir haben Philipp würdig vertreten.

Da so viele Menschen aus meiner Timeline beim Barcamp waren oder irgendwie damit zu tun hatte, war es das auch erstmal vorläufig mit Sessions und ich widmete mich dem Network. So lernte ich u.a. das erste Mal im realen Leben u.a. @bicyclist, @nie_ro, @fripi, @stefan_pohl und @FanTasMo_42 kennen und unterhielt mich aber auch mit so vielen „alten“ Bekannten, stöberte ein wenig beim FabLab (die auch die tollen Logos herstellten) rum und gönnte mir eine Massage. Hab ich schon erwähnt, wie sehr ich Immowelt dafür danke, Massagen zu sponsorn?!

BarCamp-Logo 3D-lasergecuttet

BarCamp-Logo 3D-lasergecuttet

18 Uhr kam dann endlich eine meiner Lieblingssessions dran – die „Microsoft Bashing Session“ mit den liebgewonnenen Microsoft-Miarbeitern Felix und Tom sowie einem neuen Kollegen. Diesmal, wie auch in München, mit Bestechung in Form von Popcorn, aber wesentlich lahmer als gewohnt. Wo waren die nervigen Fragen? Irgendwie war da Nürnberg wie ein zahnloser Tiger – aber das Popcorn war gut. ;)

Nahtlos ging es dann in Abendessen und Nightsessionplanung über. Ich merkte langsam, dass ich kränkelte, doch ging es mir noch halbwegs gut für eine weitere Session. Es sollte aber schon etwas Spaßiges sein und ich bot kurzerhand das sonst in Hamburg von Sven Wiesner und Kathrin Wittig organisierte Speed-Apping an. Entweder erklärte ich es zu schnell, falsch oder zumindest missverständlich, aber es kam kaum jemand. Erst ein Aufruf über Twitter brachte noch ein paar „Freiwillige“ hervor. Speed-Apping ist wie Speed-Dating – nur mit Apps. Es sitzen sich 2 Reihen an Nerds/Geeks gegenüber, die 2 min Zeit haben, dem Gegenüber die Lieblingsapp vorzustellen. Nach 2 min darf das Gegenüber dann erklären, welche App auf keinem Smartphone fehlen sollte. Anschließend rutscht eine Reihe durch, wie beim Speed-Dating halt. So dass man innerhalb von einer guten halben Stunde ein schönes Portfolio an Apps zusammenbekam.

gesammelte Apps unserer Session

gesammelte Apps unserer Session

Doch dann kam das Highlight des Abends – die netzpolitische Session beim Bierchen mit Jens Best, der pünktlich zur Nightsessionplanung auf dem Parkett stand. Die Session war wichtig und witzig, auch wenn manche Menschen anderer Menschen Meinung nicht gelten lassen können und schon gar nicht den Anstand besitzen, andere ausreden zu lassen. Und dies ständig und andauernd.
Das Bier war übrigens auch ständig alle, aber Ersatz wurde immer schnell organisiert. Außerdem gab es ja noch die kleinen Leckereien, die auch die Teilnehmer der PowerPoint-Karaoke anspornten. PowerPoint-Karaoke ist immer ein Highlight, aber mir ging es schon nicht mehr so gut und ich war froh, dass Steve und Nadine mich dann auch mit in die Stadt nahmen und mich an meiner Unterkunft absetzten (Steves Review ist auch sehr lesenswert).

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Sonntag, 26.02.2012

Miese Nacht, kurze Nacht, aber 2 Paracetamol richteten mich halbwegs auf, um irgendwie pünktlich zum Frühstück im Südwest-Park zu sein. In der S-Bahn noch auf @hirnrinde, @hubertmayer (seine Reviews zum Samstag und Sonntag) und @atalmon gestoßen bzw. es war ein via Twitter organisiertes Treffen im Zug mit den Dreien. Zu dem Zeitpunkt fühlte ich mich auch einigermaßen fit – außer meine Beine, wollte am Liebsten den ganzen Tag nur sitzen – und in der Sessionplanung ließ ich mich zu 3 Sessions hinreißen.

Gemütlich startete ich aber 11 Uhr mit „LOI – Luca & Oliver & das Internet“ – eine Kultsession zum aktuellen Stand der Dinge sowie die Zukunft des Internets. Daniel hat dazu noch etwas mehr geschrieben und auch die Videos eingebunden, die Oliver uns empfahl.

Dann ging es auch schon weiter mit meiner ersten Session. Irgendwie schaffe ich es ja immer, reißerische Titel zu finden, die die Leute in Scharen in meine Sessions zu Facebook-Dingen lockt. Vielleicht ist es aber immer noch das Thema Facebook an sich, was die Menschen reizt. Der Titel lautete also „Come to the Dark Side, we have Gewinnspiele – Facebook Promotion Guidelines oder auch Dirty Tricks on Facebook, part II“ (langer Titel, aber wirkungsvoll). Irgendwie wurde mir von mehreren Seiten attestiert, meine Sessions wäre trotz trockenem Thema kurzweilig. Was auch immer das heißen mag… Auf jeden Fall war die Diskussion interessant und auch ich habe wieder aus der Masse der Anwesenden etwas gelernt. Das liebe ich so an Barcamps. Hach.

Nahtlos ging es weiter mit der zweiten Session, die ich Daniel aufdrückte. Diesmal sollte es um Daniels kleines Projekt „Office Music“ gehen, welches ich eiskalt occupiert habe. Wir stellten die Entstehung und Entwicklung vor und konnten in der Diskussion ein wenig in die Office-Gewohnheiten der Anwesenden eintauchen und auch neue Mitstreiter gewinnen. Hoffentlich ebbt es nicht wieder so ab wie kurz nach dem Start und wir können das Projekt längerfristig aufrecht erhalten. Dazu kleiner Tipp meinerseits: macht euch Notizzettel (real oder virtuell) zu den gehörten Songs/Alben und bloggt abends, kurz bevor das Büro verlassen wird. Das hilft mir meist.

So langsam hing ich in den Seilen, meine Stimme war arg strapaziert, mein Hals schmerzte – und trotzdem hatte ich mich überreden lassen, noch Teil einer dritten Session an diesem Tag zu sein. Kurz etwas Mittagessen zu mir genommen und schon war ich eher schmückendes Beiwerk der SocialTV-Session – ein Projekt, welches wir auch am Sonntag direkt bei der Oscar-Verleihung in die Tat umsetzten. Dazu aber separat noch mehr.
Da es mir zunehmend schlechter ging, war ich froh, mich etwas in die Sitzsäcke setzen zu können und Dank guter Unterhaltung hielt ich noch bis zur Abschlusssession durch. So konnte ich den Aufräum-Flashmob miterleben, der die wirklich allerletzte Session des Barcamps darstellte. Keine Ahnung, ob das zu den knapp 120 Sessions zählt, die den derzeitigen Rekord auf einem deutschen Barcamp darstellen. Wiederum bin ich Steve zu Dank verpflichtet, der mich an meiner Unterkunft absetzte, wo ich mich erstmal wieder für ca. 6 Stunden Schlafen legte, um dann gemütlich die Oscars zu schauen und zu kommentieren. Erholung sieht etwas anders aus, aber für den Moment war es okay. Konnte ja noch den Montag bis mittags schlafen, da mein Flieger erst gegen späten Nachmittag/frühen Abend ging.

Es war eine gute Entscheidung, dieses Jahr das legendäre Barcamp in Nürnberg zu besuchen. Für mich war es das erste Barcamp mit Nightsessions und jede Minute – egal, ob krank oder nicht – waren es wert. Danke an die Organisatoren und die Sponsoren für ein fantastisches Camp! Ich komme gerne wieder. Bis nächstes Jahr! 

P.S.:

Alle weiteren Berichte zum Barcamp finden sich in mixxt. Danke an diejenigen, die über meine Sessions geschrieben haben. :)
Gibt es eigentlich ein Bild von Jan mit seinen lustigen Aufklebern auf seinem Bauch? :D

Eine schöne Beschreibung, was ein Barcamp ist und sein kann, hat übrigens Barcamp-Newbie Dennis verbloggt.

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