Im Rahmen der Social Media Week Hamburg – als Teil der 13 Städte umfassende Social Media Week – wurde ich relativ kurzfristig gefragt, ob ich nicht Lust hätte, etwas über Social Media für Gründer zu erzählen. Die Gründer Workshops rund um Serhat Kaya und Yasha Tarani werden regelmäßig unterstützt vom IBM Global Entrepreneur Forum, so dass dieser Abend auch bei IBM in Hamburg stattfand. Ich war als Keynote-Sprecher angefragt und entschied mich, etwas über “Stolperfallen im Social Web” zu erzählen.

Meine Prezi:

 

Notizen:

“Stolperfallen im Social Web” soll sich an Gründer wenden und da diese mich noch nicht kennen, stellte ich mich natürlich vor. Diverse Profile im Web, aber immer mit Wiedererkennungswert – sprich, ich ziehe mein Logo und vor allem mein Profilfoto überall durch.

Wichtig ist also auch für Gründer:

  • Wiedererkennungswert – Logo, Profilfoto
  • ausgefüllte Profile – der erste Eindruck zählt, ansonsten wirkt es unprofessionell und wenig überzeugend

Der Gründer steht im Mittelpunkt sowie das Start-up! Das sollte das Augenmerk jedes Gründer sein, nicht Social Media. Aus der Euphorie über den “Heilsbringer” Social Media sollte man nicht überall Profile unüberlegt anlegen. So kommt es schnell zu verwaisten Seiten, weil man für die vielen Profile vielleicht gar keine Zeit hat. Wirkt wieder unprofessionell. Unregelmäßige Kommunikation aus Zeitmangel erweckt also wieder einen negativen ersten Eindruck.

Social Media kann unterstützen, aber kann auch schnell zum Zeitfresser werden. Anfangs einmal analysieren (kann etwas Zeit kosten), was passt. Ansonsten sollte Social Media wenig Zeit im Start-up-Tagesplan einnehmen – ca. 1/2 Stunde am Tag kann durchaus ausreichend sein, wenn die Kanäle soweit stehen, man eine Strategie hat und es gibt ja diverse Tools, um Kanäle zu steuern und zu bespielen.

Man sollte schon wissen, was über einen geredet wird – ein gutes Monitoring ist unerlässlich. Wo findet die Konversation statt? Welche Themen werden angesprochen und kommen auf einen zu? Reaktionen vorbereiten, durchaus auch mal in die Offensive gehen, um von vornherein den Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Das Web ist groß und vielfältig – wie schon erwähnt. Ständig sprießen neue Plattformen aus dem Boden, seien es Bewertungsplattformen, Social Networks, Businessplattformen – man kommt um eine Analyse nicht drumherum, um die richtige(n) zu finden. Dabei steht man vor der schwierigen Punkt “Zielgruppen” vs. “persönliche Vorlieben”. Zielgruppenanalyse ist wichtig, denn wen erreicht man wo, wer spricht wo über mich und das kann durchaus 180 ° den eigenen Vorlieben entgegen stehen.

Und dann kommt irgendwann unweigerlich die Frage: “Und was ist mit Facebook?”
Da ist viel Potential, wie man im Video sehen kann – aber auch auf anderen Plattformen. Aber seien wir ehrlich, man kommt fast nicht mehr um Facebook herum, weil da einfach die Masse der Menschen und ein repräsentativer Querschnitt durch die Gesellschaft zu finden ist. Der Trend, dass Facebook zum Browser einer Generation wird, sehe ich auch – dies bedeutet dann, dass ein Teil der User in Facebook suchen werden. Ist man dann nicht zu finden, existiert man quasi nicht. Dies ist natürlich ein extrem überspitztes Szenario. Wenn es natürlich um ein sehr spezielles Nischenthema geht, nur eine sehr spezielle Zielgruppe ansprechend, dann sieht das schon wieder ganz anders aus…

Wie sind aber nun die persönlichen Vorlieben? Da man um Facebook fast nicht herum kommt, ist die Pinnwand einfach als Kollateralschaden anzusehen (siehe Bulletpoints). Facebook ist ein gutes Selbstvermarktungstool, aber ohne Strategie und vor allem auch ohne Werbung ist meist mit den Fans nach dem Abschöpfen der eigenen Freunde Schluss. Wer soll denn wissen, dass das Start-up auf Facebook ist, wenn man nicht drauf aufmerksam macht? Gibt es ein Ladengeschäft, dann bietet sich Social Location Marketing an (Location Based Services). Den Laden als Ort bei Facebook anlegen, kann schnell dazu führen, dass man teilweise mehr Check-Ins als Fans hat – ein guter Beweis, dass die Leute einen besuchen, der Laden läuft. Aber auch der Beweis, dass da noch Potential besteht! Aber jeder Check-In ist auch eine Botschaft an einen potentiellen neuen Fan.

Bei Facebook ist soooooo viel zu beachten. Nie unbedarft herangehen – es gibt diverse Plattform Guidelines, u.a. Promotion Guidelines. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass es den sog. EdgeRank gibt. Der ist bei jedem Fan anders und richtet sich nach dessen Vorlieben und Beziehungen. Generell werden aber sog. Rich Media Inhalte höher gewichtet, also Fotos und Videos. Das Urheberrecht sollte dabei natürlich nicht außer Acht gelassen werden.

Darüber hinaus gibt es ja zig weitere Möglichkeiten – vielleicht schreibst Du gerne?! Dann kann ein Blog eine gute Lösugn sein – warum nicht als Newszentrale, als Knotenpunkt und Bündelung der anderen Kanäle, falls man dann doch mehr als Facebook in Angriff nimmt.  Die Website als Anlauf- und Verteilungspunkt, als Newszentrale. Social Icons helfen dabei übrigens gut, die Übersicht zu behalten, Widgets für Tweets und Meta-Blog-Einträge (siehe snoopsmaus.de) in ein CMS-System integriert – fertig ist der “Hafen Webpräsenz”. Die Verbreitung der Bloginhalte können automatisiert werden –  dies könnte ein Teil einer Content-Strategie für Facebook sein, aber man sollte dabei bedenken, dass sog. 3rd party applications im Facebook-Stream zusammengefasst werden und somit im worst case die Inhalte gar nicht gelesen werden.

Aber vielleicht redest Du lieber – wie mein CEO. Der hat ein Videoblog (ein Vlog). Videos sind leicht einzubinden und auch bei einem youtube-Channel kann man zu einem gewissen Maße ein Branding vollziehen. So ein Videoblog ist relativ schnell realisiert. iPhone ins Regal, Aufnahme, Schnitt, Hochladen – max. eine Stunde. Fertig.

Geht es eher um die schnelle, einfache Verbreitung von knackigen News aus dem Start-up, dann ist vielleicht Twitter das Richtige. Es ist das einzige Echtzeitmedium und in Deutschland ein Tool voller Influencer und Journalisten.

Aber egal welcher Kanal: Austesten ist das A & O, dann den richtigen Kanal finden anstatt alles nur halbherzig zu tun – lieber nur einen Kanal, den aber richtig!

Zum Abschluss noch ein paar Community Management-Regeln – eine Netiquette ist was Wunderbares! Darauf kann man sich zurückziehen, es ist der Fels in der Brandung. Hausrecht, Servicezeiten und so vieles mehr. Etwas, worauf man nirgends meiner Meinung nach verzichten sollte. Außerdem gilt – vor allem auf Facebook – NIE LÖSCHEN! Lieber auf die Netiquette zurückziehen und verbergen. Nur im härtesten Notfall, der in der Netiquette definiert ist (Pornographische Inhalte, Spam, rechtlich bedenkliche Kommentare), sollte man Löschen – dann aber immer transparent gegenüber der Community klar machen, was passiert ist.  Lieber auch erst mal Verwarnen, bevor man im letzten Schritt einen User verbannt. Ansonsten bleibt einem nichts anderes übrig, als Kritik auszuhalten und ab und zu moderierend einzugreifen, um nicht Hilflosigkeit demonstrieren (siehe ING DiBa). Bei all dem ist Transparenz und Authentizität das Mittel der Wahl – nicht Lügen oder Widersprechen, lieber Aktionen  wie Löschen gegenüber der Community sofort “Beichten”.

Dabei gilt natürlich immer, “Der Ton macht die Musik” und ein einheitliches Auftreten gegenüber der Community ist bei mehreren Betreibern einer Plattform gegeben ist – am Besten “One Voice to the People”, also eine verantwortliche Person, die für das Schreiben auf der Plattform zuständig ist. Dabei kann man durchaus persönlich (aber nicht privat) werden, aber nicht emotional. Persönlich auch als Marke, denn hinter jeder Marke/Unternehmen stehen immer noch Menschen. Auch sollte man nicht unüberlegt Antworten, durchaus auch mal 1-2 Stunden für eine Antwort nehmen, wenn diese dann fundiert und gut recherchiert ist. Sollte es länger dauern (z.B. auf Facebook > 24 Stunden), dann empfiehlt sich ein sog. “Holding-Posting”. Dabei sollten Textbausteine tunlichst vermieden werden.

Bei mehreren Mitarbeitern empfehlen sich auch Social Media Guidelines – jeder Mitarbeiter ist auch im Privaten immer ein Teil des Unternehmens und als dieser identifizierbar.

Und irgendwie selbstverständlich: Kenne Deine Leichen im Keller, sei gut vorbereitet und habe gute Argumente. Wenn nicht, dann ist es durchaus auch mal gut, lieber zu Schweigen. Da wären wir auch wieder beim Monitoring! Das ist extrem wichtig, um sich vorzubereiten, um die eigene Content-Strategie rechtzeitig anzupassen.

Auch auf karrierebibel.de gab es dazu einen guten Artikel – da hatten wir wohl ähnliche Gedanken.
Bei Fragen fragen – Profile sind ja nun bekannt.

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